Heider netzt zum Störchepunkt

FSV Mainz 05 II - Holstein Kiel 1:1 (1:0)

Holstein Kiel bleibt auch das vierte Spiel in Folge ungeschlagen. Beim FSV Mainz II holten die Störche vor 732 Zuschauern nach einem 1:1 einen Punkt. Mainz’ bundesligaerfahrener Sturmführer Petar Sliskovic hatte die Gastgeber in Führung geschossen (35.), die Marc Heider nach Wiederanpfiff ausgleichen konnte (67.) und die 150 mnitgereisten KSV-Fans zum Jubeln brachte. Dabei wäre ein Kieler Sieg nicht unverdient gewesen, da die Neitzel-Elf insbesondere in der wetzen Halbzeit noch gute Möglichkeiten für einen zweiten Treffer erspielten.  

Gleich drei Änderungen gab es in der Holstein-Formation zum Anpfiff – allerdings verletzungsbedingt. Fabian Wetter (Hüfte) und Mikkel Vendelbo (Sprunggelenk) gesellten sich zu den feststehenden Ausfällen Marcel Gebers hinzu und Maik Kegel hinzu. Dafür schickte Holstein-Trainer Karsten Neitzel Patrick Kohlmann und Marlon Krause, zum ersten Mal seit dem 13. September 2013 wieder in der Startelf, auf den Rasen.

05-Schlussmann Jannik Huth hatte seine Torwarthandschuhe gerade übergezogen, da musste er schon das erste Mal zupacken. Manuel Schäffler hatte die erste Kieler Ecke von Tim Siedschlag per Kopf Richtung Tor geköpft (4.). Holstein zog immer wieder das bekannte Pressing und machte den Gastgebern das Leben schwer. Heimspielflair spürten die Mainzer ohnehin kaum: Durch das frühere Bundesliga-Stadion hallten einzig die Gesänge der 150 mitgereisten Kieler Fans. Ein Flanke von Marc Heider fälschte Fabian Kalig um ein Haar ins eigene Tor ab (17.), während die U23 mit ihren Versuchen die eigene Offensivstärke zu beleben, immer wieder in der vielbeinigen KSV-Abwehr scheiterte. Heider versuchte es aus 14 Metern mit einem Volleyschuss, verzog aber knapp neben das FSV-Gehäuse (30.). Mit dem ersten durchgespielten Angriff gingen die Mainzer in Führung: Ein Steilpass durch die Schnittstelle knackte die Viererkette, Patrick Pflücke setzte von der linken Seite Petar Sliskovic in Szene, der zentral vor dem Tor von Kenneth Kronholm keine Mühe mehr hatte und nur noch zum 1:0 einschieben musste (35.). Eine zählbare Antwort der Störche blieb bis zum Seitenwechsel aus. 

Nach Wiederanpfiff arbeiteten sich zunächst die Störche an der jetzt dichten Defensive der Mainzer ab. Sowohl Heider (49.) Siedschlag (53.) als auch Schäffler (54.) wurden am Abschluss gehindert. Holstein-Trainer Karsten Neitzel brachte mit Fiete Sykora und später Saliou Sané frischen Offensivwind, die dicke Chance hatte aber Mainz: Sliskovic zimmerte frei das Leder aus 16 Metern knapp über die Latte (58.). Von gelegentlichen Kontern abgesehen, hatte die KSV mehr Spielanteile und kam zum verdienten Ausgleich. Nach Patrick Kohlmanns Flanke narrte Heider seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung, nahm das Leder gekonnt mit und versenkte es aus elf Metern zum 1:1 im Netz (67.). Das Oberwasser der Kieler stieg weiter: Schäffler prüfte aus 15 Metern Huth (70.). Siedschlag köpfte nach erneuter Kohlmann-Flanke knapp drüber (75.), Kazior versuchte es aus 18 Metern, scheiterte aber an Huth (82.). Auch Sykora hatte aus ähnlicher Distanz kein Glück (87.), sodass es am Ende bei der Punkteteilung blieb.

Stimmen nach dem Spiel

Karsten Neitzel: „Wir haben heute gegen eine junge, wilde, gute Mannschaft einen Auswärtspunkt geholt, mit dem wir nicht uneingeschränkt zufrieden sind. Wir stehen seit Wochen sehr gefestigt auf dem Platz und hätten uns natürlich ein anderes Ergebnis gewünscht. Wir sind aber nach dem Rückstand in der zweiten Halbzeit gut zurückgekommen. An der Konsequenz vorne müssen wir noch arbeiten. Wir hatten genug Gelegenheiten, um das Spiel zu gewinnen.“

 

Martin Schmidt (FSV Mainz 05 II): „Es war das Spiel, das ich erwartet habe. Holstein hat aggressives Pressing gespielt. Wir wussten dass es schwierig für uns wird, wir wollten heute auch mal etwas unkonventionell spielen. In der ersten Halbzeit ist uns das zunächst nicht so gut gelungen, dann sind wir aber eher glücklich in Führung gegangen. Es war in der zweiten Halbzeit nicht so zwingend, dass wir den Sieg hätten herschenken müssen. Es war ein Sechs-Punkte-Spiel für uns. Wir müssen weiter mit unseren Mitteln kämpfen und nun die Vorbereitungen auf das nächste Spiel angehen.“

Finn Wirlmann: „Richtig zufrieden sind wir nicht, da es ein gutes Auswärtsspiel von uns war. Aber ein Punkt ist besser als keiner.“ 

Hauke Wahl: „Das war das vierte gute Auswärtsspiel in Folge, aber leider haben wir zwei Punkte verschenkt. Die Situation zum 1:0 muss ich mir noch mal anschauen, aber am Ende hatten wir mehr Chancen und so die Gelegenheiten für drei Punkte.“ 

Kenneth Kronholm: „Es war ein richtig schwieriges Auswärtsspiel, aber die Mannschaft war absolut stabil, auch nach dem Rückstand. Wir haben uns in der Kabine noch einmal richtig gepusht und verdient das Tor gemacht. Wenn Alles gut läuft machen wir auch das zweite, und holen drei Punkte. Nichtsdestotrotz nehmen wir hier viel Positives mit.“

1. FSV Mainz 05 II: Huth – Roßbach, Kalig, Ihrig, Weil – Bohl, Falkenmayer (71. Klement) – Pflücke, Saller (63. Parker), Nedelev (78. Bouziane) – Sliskovic. Trainer: Schmidt.

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann,  Wahl, Hartmann, Kohlmann – Siedschlag, Krause, Wirlmann (56. Sykora), Heider – Kazior (90. Auracher), Schäffler (78. Sané). Trainer: Neitzel.

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach)

Tore: 1:0 Sliskovic (35.), 1:1 Heider (67.)

Zuschauer: 732

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