Holstein strauchelt auf umgepflügter Lohmühle

SHFV-LOTTO-Pokalhalbfinale: VfB Lübeck - Holstein Kiel 1:0 (1:0)

Holstein Kiel verpasst den Einzug ins SHFV-LOTTO-Pokalendspiel. Beim Erzrivalen VfB Lübeck unterlagen die Störche vor 2.557 Zuschauern mit 0:1. Unglücksstorch Patrick Herrmann wurde drei Meter vor dem eigenen Gehäuse angeschossen und versetzte das Stadion an der Lohmühle in finale Jubelstimmung (26.). In einem Kampfspiel zeigten die Gastgeber auf katastrophalem Geläuf letztlich mehr Siegeswillen und hatten die besseren Argumente.

Die starken Regenfälle der Nacht hatten das Grün der Lohmühle aufgeweicht. Bereits nach zehn Minuten war an kombinationsreichen Fußball nicht mehr zu denken. Die kampfbetonte Rutschpartie spielte Lübeck in die Karten. Tim Siedschlags strammes 19-Meter-Pfund faustete Jonas Toboll gerade noch über die Latte (12.). Lübeck kam durch einen Hechtsprung von Stefan Richter das erste Mal in die Nähe des Tores von Niklas Jakusch (23.). Doch drei Minute später schlug es im Kieler Gehäuse ein: Die KSV-Defensive konnte eine Ecke nicht entscheidend klären, im Gegenteil Rafael Czichos schoss Patrick Hermann an und das Leder prallte ins eigne Tor (26.). Minuten vor der Pause hätten Manuel Janzer (43.) oder Manuel Schäffler noch den Spielstand egalisieren können, aber die tapfer kämpfenden Lübecker gingen mit der Führung in die Kabine.

Grün-Weiß drückte nach Wiederanpfiff weiter und Czichos klärte in höchster Not von dem einschussbereiten Richter (46.). Der VfB warf alles Körperliche in Richtung Finale, während die KSV vergeblich nach spielerischen Lösungen auf dem umgepflügten Platz suchte und aufpassen musste. Jakusch gewann das Eins-gegen-Eins mit Lukas Knechtel (66.) und entschärfte einen 21-Meter-Freistoß von Marheineke (76.). Holstein-Trainer Karsten Neitzel hatte mit den Einwechslungen von Saliou Sané, Marc Heider und Dominik Schmidt alle Trümpfe gezogen. Doch der Endspurt der Störche blieb torlos, so dass der VfB Lübeck zum zweiten Mal in Folge ins Finale des SHFV-LOTTO-Pokals einziehen konnte.

Stimmen nach dem Spiel

Rafael Czichos: „Es ist katastrophal. Wir sind mit hohen Erwartungen hier hergefahren, wussten wie wichtig dieses Derby für die Fans und den Verein ist. Es gibt keine Entschuldigung für die Leistung und dass wir erneut so dämlich nach einem Standard schlafen. Wir müssen uns bei den Fans und dem Verein entschuldigen. 

Maik Kegel: „Es ist unglaublich bitter, dass wir hier ausgeschieden sind und uns nicht über den Länderpokal für den DFB-Pokal qualifizieren können. Ich bin total leer. Wir müssen das analysieren und ernsthafte Worte finden.“

Präsident Roland Reime: „Unterm Strich hat Lübeck zurecht gewonnen. Sie haben den Sieg mehr gewollt, haben mehr gekämpft und mehr Einsatz gezeigt. Wir haben es nicht hinbekommen, den Kampfkraft zu durchbrechen. Das müssen wir akzeptieren.“

Trainer Karsten Neitzel: „Glückwunsch an den VfB Lübeck. Wir haben zum wiederholten Male an der Lohmühle verloren. Mehr möchte ich angesichts des Rahmens nicht sagen*. Die Gründe bekommt die Mannschaft zum hören. Viel Glück für Euch im Pokalfinale.“ *Anm.: Die Pressekonferenz fand im VIP-Bereich vor rund 150 Lübeckern inkl. der VfB-Mannschaft statt.

VfB-Trainer Denny Skwierczynski: „Es war ein richtiger Pokalfight, wie wir es uns gewünscht haben. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Der Sieg war nicht unverdient. Wir haben nicht nur gekämpft, sondern auch immer wieder guten Fußball gespielt. Den Schwung von heute wollen wir in die Punktrunde mitnehmen.“

VfB Lübeck: Toboll – Sirmais, Wehrendt, Marheineke, Knechtel – Sievers (63. Bohnsack), Maletzki, Nogovic (78. Voß), Senger – Kramer, Richter (84. Meyer). Trainer: Skwierczynski
Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Weidlich, Czichos, Kohlmann (81. Schmidt) – Siedschlag – Lewerenz, Wirkmann (46. Sané), Kegel, Janzer (70. Heider) – Schäffler. Trainer: Neitzel
Schiedsrichter: Göttsch (Stuvenborn)
Tore: 1:0 Herrmann (26., Eigentor)
Zuschauer: 2.557

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