Nach Derbysieg weiter Tabellenführer

VfB Lübeck - Holstein Kiel 0:2 (0:0)

Die Störche-Fans feiern den Sieg in Lübeck

Holstein Kiel bleibt Tabellenführer der Regionalliga Nord. Im Landesderby gewannen die Störche beim VfB Lübeck vor 2.288 Zuschauern mit 2:0. Dabei blieb das Nachbarschaftsduell über weite Strecken seine Brisanz schuldig. Das langersehnte 1:0 für die Störche erzielte Marc Heider in der 63. Minute. Erst nach der Kieler Führung entdeckten auch die Lübecker das Offensivspiel, brachten aber kaum Gefahr auf das Holsteiner Tor. Im Gegensatz zur KSV: Andy Hebler setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt.

Zum 1:1 im Nachholspiel am Mittwoch beim TSV Havelse begannen die Störche mit zwei Veränderungen: Marc Heider spielte für den am Oberschenkel verletzten Jarek Lindner. Und im defensiven Mittelfeld lief Marlon Krause auf. Deran Toksöz nahm zunächst auf der Bank platz.

Im zweiten Auswärtsspiel in Folge sorgten die 700 mitgereisten Kieler Fans auf der Lübecker Lohmühle erneut für Heimspielstimmung. Lauthals feuerten sie ihre Störche an. Auf dem Spielfeld zeigte sich ein gleiches Bild. Der VfB Lübeck igelte sich in der eigenen Defensive ein und überließ das Spielgeschehen komplett dem Tabellenführer aus Kiel, der sich ein weiteres Mal einem massiven Abwehrbollwerk gegenüber sah. So wurde das mit Freude erwartete Derby zum Geduldsspiel. Holstein ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen und suchte ohne zu großes Risiko zu gehen die Tornähe. Räume ergaben sich aber höchstens auf den Außen und die Zuspiele von Heider oder Wetter fanden zunächst keine Abnehmer, sodass VfB-Schlussmann Jonas Toboll kaum geprüft wurde. Bis er kurz vor der Pause einen strammen Schuss von Fabian Wetter zur Ecke klärte und auch Wetter den Standard von Heider zur vermeintlichen Führung einköpfte. Schiedsrichter Robert Schröder hatte allerdings bereits abgepfiffen, da er ein Foul von Wetter gesehen hatte. Dann war Pause.

Nach dem Seitenwechsel wollte Holstein es wissen und ging mehr Risiko. Das Spiel wurde noch einseitiger und Lübeck blieb den Nachweis seiner Regionalligatauglichkeit lange schuldig. Kiel kam nun häufiger zum Abschluss, die Bälle von Siedschlag (50.) und Schied (57.) konnte die Lübecker Defensive aber noch entschärfen. In der 63. Minute hatte das Geduldspiel endlich ein Ende. Die Störche kamen einmal mehr hinter die Viererkette des VfB Lübeck, Casper Johansen flankte, Hebler verpasste noch, aber Heider bedankte sich in der Mitte für die gute Hereingabe mit der Führung. Auf einmal schienen auch die Gastgeber realisiert zu haben, dass es um drei Punkte ging und der angerührte Beton wurde aufgelöst. Doch weniger Lübeck sorgte für Gefahr, sondern Holstein, das die geöffneten Räume zu Kontern nutzte. Erst setzte der freigespielte Johansen den Ball alleine vor Toboll an den Pfosten, Heiders Nachschuss holte VfB-Verteidiger Moritz Marheineke von der Linie (72.). Marlon Krause verzog nach einem Konter überhastet (75.). Statt sich zurückzuziehen, spielte Holstein weiter munter nach vorne und belohnte sich: Der eingewechselte Andy Hebler traf nach einem Befreiungsschlag in der Schlussminute zum entscheidenden 2:0.

Stimmen nach dem Spiel

Youngster Marlon Krause, der erstmals von Beginn an und über die gesamten 90 Minuten ran durfte, strahlte über das ganze Gesicht: „Das ist so geil. Wir haben als Team überzeugt und uns richtig rein gekämpft. Ich freue mich natürlich riesig. Ein Derbysieg ist und bleibt etwas ganz Besonderes.“

Kapitän Rafael Kazior war nach dem Kampfspiel erschöpft und zufrieden: „Das war ein typisches Derby. Wir haben kaum etwas zugelassen und sind verdienter Sieger. Wir freuen uns sehr über den Erfolg und die tolle Unterstützung unserer zahlreichen Anhänger.“

KSV-Coach Thorsten Gutzeit meinte auf der abschließenden Pressekonferenz: „Im ersten Durchgang haben wir uns sehr schwer getan, Lübeck hat das Spielfeld sehr eng gemacht. Wir hatten auch keine richtige Torchance, der VfB aber auch nicht. Es plätscherte so vor sich hin. Wir hatten in den ersten 45 Minuten zu wenig Tempo und auch wenig Druck in der gefährlichen Zone. Aufgrund der Torchancen nach der Pause sind wir heute aber verdient als Sieger vom Platz gegangen.“ Zum Einsatz von Krause sagte Gutzeit: „Marlon ist momentan etwas aggressiver und effektiver, daher habe ich ihn von Beginn an spielen lassen.“

VfB-Coach Ramazan Yildirim sagte enttäuscht: „Wir haben gegen eine gute Mannschaft verloren, die ihre Qualitäten hat. In der zweiten Halbzeit hat Holstein das Kommando übernommen. Wir haben keine Chancen herausarbeiten können. Uns fehlte heute auch die Frische. Mit Kiel können wir uns nicht messen.“ 

Holstein Kiel: Jensen – Herrmann, Aust, Müller, Wetter – Krause, Kazior – Siedschlag, Johansen (90.+3 Sykora), Heider (90.+1 Pressel) – Schied (62. Hebler). 

Tore: 0:1 Heider (63.), 0:2 Hebler (89.)

Zuschauer: 2.288

Schiedsrichter: Schröder (Hannover)

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