Lewerenz-Antwort entfacht Störche-Torrausch

Holstein Kiel - Chemnitzer FC 5:2 (4:1)

Erstes Heimspiel 2016, erster Heimsieg 2016 – Holstein Kiel gewinnt ein irres Spiel gegen den Chemnitzer FC mit 5:2 und gelingt damit die Revanche zur 2:4-Hinspielpleite. Bereits zur Pause hatten die Störche in einem Rausch durch Treffer von Steven Lewerenz (10., 17.), Mathias Fetsch (26.) und Willi Evseev (29.) mit 4:1 vorne gelegen. Philip Türpitz hatte die Gäste allerdings in Führung gebracht. Nach der Pause warf der CFC alles nach vorne, auf das 4:2 von Türpitz antwortete erneut Lewerenz (72.) mit seinem dritten Treffer zum verdienten 5:2-Erfolg. 

Holstein-Trainer Karsten Neitzel vertraute der Startformation, die in der Vorwoche bei Werder Bremen II unglücklich verloren hatte.

Die 4126 Zuschauer hatten mit ihrem Besuch im Holstein-Stadion alles richtig gemacht. Es sollten irre 90 Minute folgen. Der Chemnitzer FC erwischte den Traumstart und ging durch Philip Türpitz mit dem ersten Schuss aufs Kieler Gehäuse in Führung (9.). Offenbar noch euphorisiert von dem Treffer säbelte der neue CFC-Schlussmann Marius Gersbeck das Leder nur 40 Sekunden später genau auf Steven Lewerenz, der volley aus 21 Metern ins verwaiste Gästetor ausglich. Und damit nicht genug. Holstein überraschte wieder mit einer Freistoßfinte, und „Doppelpacker“ Lewerenz drehte binnen sechs Minuten die Partie (17.). Als Mathias Fetsch eine erneute Gersbeck-Unsicherheit per Abstauber zum 3:1 nutzte (26.) und Willi Evseev (29.) aus 12 Metern herrlich in den Winkel hämmerte, waren die torhungrigen Störche endgültig auf der Siegerstraße.

Die Partie ging im zweiten Durchgang verrückt weiter. Türpitz fasste sich aus 21 Metern ein Herz und jagte das Leder wie an der Schnur gezogen zum 4:2 in den Giebel (50.). Die Himmelblauen in den roten Trikots kämpften jetzt mit dem Mute der Verzweiflung. Doch es kam zu keiner Aufholjagd, da Chemnitz selbst den alten Abstand vorbereitete. Jan Koch legte beim Versuch eines Rückspiels vor dem eigenen Gehäuse genau auf Lewerenz, der abgezockt mit seinem dritten Treffer zum 5:2 einschob (72.). Dominik Schmidts sehenswerter Fallrückzieher hätte einen Treffer verdient gehabt. Ein höheres Ergebnis wäre des Guten aber zu viel gewesen. Die drei Punkte blieben auch so in Kiel.

Stimmen nach dem Spiel

Uwe Stöver Geschäftsführer Sport: „Wir haben heute mit einer höheren Effizienz gespielt, haben aus den ersten fünf Chancen vier Tore gemacht und das war letztlich spielentscheidend. In der letzten Woche hatten wir auch vier Torchancen zu einer Phase als es 0:0 stand. Heute haben wir sie gemacht und und sind dem Gegner entscheidend davongekommen.“ 

Rafael Czichos: „Wir können sehr zufrieden sein – vor allem mit dem Ergebnis. Dabei hatte das Spiel komisch angefangen, als wir in Führung gehen müssen und dann aber selbst mit dem ersten Schuss das Ding reinbekommen. Das war ein kleiner Schock für uns, aber wir haben prima reagiert und schnell durch Steven den Ausgleich gemacht. Dann haben wir bis zur Pause fast jede Chance eiskalt genutzt.“

Willi Evseev: „Es war eine schöne Atmosphäre im Stadion. Mit dem Gegentor hätte es schwer werden können, aber wir haben schnell den Ausgleich geschafft und dann lief es gut für uns, sodass wir das Spiel gewonnen haben.“

Steven Lewerenz: „Wir waren heute stark drauf und haben uns auch von dem Gegentreffer nicht verunsichern lassen. Vor allem haben wir heute endlich die Dinger mal gemacht. Wir waren alle genervt. Umso schöner ist der Sieg heute.“

Mathias Fetsch: „Ein geiles Spiel. Das 5:2 gegen den CFC ist ein überragendes Ergebnis. Wir wussten, dass die zweite Halbzeit noch mal richtig schwer wird, aber wir haben geil dagegen gehalten. Wir haben hoch verdient gewonnen – auch in der Höhe.“

CFC-Trainer Karsten Heine: „Wir haben uns das hier anders vorgestellt. Der Beginn war hoffnungsvoll, das dauerte aber nur wenige Sekunden an. Wir haben den Kielern durch den Fehler den Ausgleich ermöglicht, dann folgte ein klasse Freistoß-Tor. Dass wir diesen Doppelschlag kassiert haben, war nicht einfach für uns. Dann haben wir die Kieler Mannschaft noch zweimal sehr leicht zu Toren kommen lassen. Nach dem 2:4 keimte zwar nochmal Hoffnung auf, aber dann haben wir den nächsten Treffer auch wieder aufgelegt.“

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Das war ein gelungener Tag für uns. Mit dem 0:1 haben wir relativ früh einen Schlag bekommen, nach einer Situation, in der wir in Führung gehen müssten. Dann haben wir die Geschenke des Gegners genutzt und konnten anschließend das Spiel in so eine Richtung lenken können, dass der Sieg unter dem Strich verdient war. In der zweiten Hälfte war es ein anderes Spiel, wir haben eine Zeit gebraucht, um uns darauf einzustellen. Es ist wichtig, dass wir ein Spiel gedreht haben, dass wir die Chancen genutzt haben und wie die Mannschaft kämpft. Jetzt sollten wir die nächsten drei Punkte folgen lassen.“

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Sigurbjörnsson, Czichos, Kohlmann – Lewerenz (74. Schäffler), Siedschlag, Evseev (62. Schmidt), Schnellhardt – Fetsch, Heider (84. Weidlich). Trainer: Neitzel
Chemnitzer FC: Gersbeck – Stenzel, Röseler, Endres (81. Uzoma), Bittroff (46. Koch) – Dem, Danneberg – Türpitz, Fink, Cincotta (46. König) – Frahn. Trainer: Heine
Schiedsrichter: Sippel (München)
Tore: 0:1 Türpitz (9.), 1:1 Lewerenz (10.), 2:1 Lewerenz (17.), 3:1 Fetsch (26.), 4:1 Evseev (29.), 4:2 Türpitz (50.), 5:2 Lewerenz (72.)
Zuschauer: 4126

Zurück