Landeshauptstädter trennen sich torlos

SV Wehen Wiesbaden - Holstein Kiel 0:0

Holstein Kiel entführt beim SV Wehen Wiesbaden einen Punkt. Vor 2.007 Zuschauern endete eine verbissene, teilweise hektische Partie 0:0, in der die Tabellennachbarn mit Willen und Einsatz überzeugten. Die Partie verlief lange Zeit auf Augenhöhe, kippte nach dem Platzverweis für Wiesbadens Vladimir Kovac (63.) zugunsten der Störche, die in einer einseitigen Schlussphase sich nicht mit einem Tor belohnten.

Die Aufstellung sei keine leichte Entscheidung, hatte Trainer Markus Anfang vor dem Spiel angesichts nahezu aller einsatzbereiten Spieler gesagt. Zwei Änderungen nahm der KSV-Chefcoach zum 3:1 gegen Bremen II vor: Kapitän Rafael Czichos und Steven Lewerenz begannen. Milan Salem und Niklas Hoheneder nahmen auf der Bank Platz.

Die 2.007 Fans sollten ihr Kommen nicht bereuen. Die Tabellennachbarn vergeudeten keine Zeit mit Abtastgeplänkel, sondern suchten mutig den gegnerischen Strafraum. Während die Gastgeber über Halbchancen nicht hinaus kamen, hatten die Kieler zwei gefährliche Abschlüsse durch Steven Lewerenz (12.) und Mathias Fetsch (13.). Ohnehin hatten die Störche nach einer Viertelstunde mehr vom Spiel. Erst als Vladimir Kovac um Haaresbreite am Winkel vorbeischoss, setzte Schwarz-Rot offensiv wieder einen Akzent (29.). Mit dem Halbzeitpfiff hätte Stephane Mvibudulu beinahe noch zur Pausenführung getroffen, scheiterte aber mit der besten Gelegenheit der ersten 45 Minuten aber an Kenneth Kronholm (45.).

Die Großchance zum Pausenpfiff wohl noch im Kopf kam Wiesbaden energisch aus der Kabine und hatte nach einer Ecke eine weitere gute Gelegenheit, doch Sertan Yegenoglu verpasste freistehend am zweiten Pfosten (48.). Holsteins Antwort folgte prompt: Dominick Drexler spielte Steven Lewerenz herrlich frei, der knapp am langen Pfosten vorbeischob (52.). Fünf Minuten später flankte Drexler scharf von rechts, Mathias Fetsch kam einen Schritt zu spät. Rafael Czichos stocherte nach einer Ecke zu unpräzise (62.). Der SVWW schwächte sich unterdessen selbst, als Vladimir Kovac binnen 150 Sekunden zweimal Gelb sah und vorzeitig zum Duschen musste. Die KSV arbeitete sich auf immer tieferem Geläuf gegen zehn nimmermüde Wiesbadener in Richtung Tor: Schlussmann Markus Kolke parierte einen Schuss von Kingsley Schindler an die Latte (76.). Doch die Gastgeber machten mit viel Laufeinsatz die Unterzahl wett und hatten ihrerseits durch Yegenoglu (79.) und Kevin Schindler (82.) den Lucky Punch auf dem Fuß. Die Störche drückten danach die Rheinhessen bis zum Schlusspfiff zwar in die eigene Hälfte, auch diese Bemühungen blieben jedoch torlos.

Stimmen nach dem Spiel

Mathias Fetsch: „Der Platz war schwer zu bespielen. Wir haben das Spiel gut angenommen. Wir haben es leider versäumt, uns in 30 Minuten einen deutlichen Vorteil zu erspielen. So gehen wir mit dem 0:0 vom Platz, obwohl mehr drin gewesen wäre.“

Rafael Czichos: „Wir hatten Probleme in der Anfangsphase, sind dann nach 15 Minuten aber besser ins Spiel gekommen und hatten die besseren Torchancen. In der zweiten Hälfte hatten wir drei, vier Hunterprozentige, von denen wir eine machen müssen. So fahren wir mit dem 0:0 nach Hause, wobei zwei Punkte eher verloren sind.“

KSV-Trainer Markus Anfang: „Wir haben heute ein sehr umkämpftes, intensives Fußballspiel gesehen. Dazu haben auch die Platzverhältnisse beigetragen. Wir sind schwer in die Partie gekommen, haben es nach einer Zeit aber besser gemacht, hatten dann eine gute Gelegenheit in Führung zu gehen, hätten aber auch kurz vor der Pause das Gegentor bekommen können. In der zweiten Halbzeit waren wir wesentlich besser in der Partie, haben das Spiel bestimmt, waren präsenter und hatten gute Aktionen nach vorne. Am Ende ist es etwas ärgerlich, wir gehen mit einem Punkt nach Hause, den wir so hinnehmen müssen.“

SVWW-Trainer Torsten Fröhling: „In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass die Mannschaften Respekt voreinander hatten und die Stärken des Anderen kannten. Es war ein Abtasten, bei dem es aber Chancen auf beiden Seiten gab. In der zweiten Hälfte war das Spiel sehr intensiv, sehr zweikampforientiert. In Unterzahl haben wir weiter nach vorne gespielt und sind nach hinten trotzdem diszipliniert geblieben, das macht mich stolz. Wir sind mit dem Punkt letztlich zufrieden.“

Spielinfo

SV Wehen Wiesbaden: Kolke – V. Kovac, Yegenoglu, Dams, Mintzel – Pezzoni, Blacha – Müller (61. Andrich), Lorenz – Schäffler (61. Ke. Schindler), Mvibudulu. Trainer: Fröhling
Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Sicker – Peitz – Lewerenz (82. Salem), Siedschlag (71. Bieler) – Ki. Schindler (89.Janzer), Drexler – Fetsch. Trainer: Anfang
Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen)
Tore: Fehlanzeige 
Zuschauer: 2.007
Gelb-Rot: Kovac (63.)

Zurück