Chancenwucher wird eiskalt bestraft

Augsburg reicht eine Chance zum 1:0-Auswärtssieg - Gregoritsch erzielt goldenes Tor

Kingsley Schindler scheiterte gegen Augsburg am Pfosten

So grausam kann Fußball sein: Die Störche sind im Achtelfinale des DFB-Pokals am Mittwochabend gegen den FC Augsburg ausgeschieden. Der Bundesligist setzte sich durch ein Tor von Michael Gregoritsch vor 11.198 Zuschauern im Holstein-Stadion mit 1:0 durch. Der Sieg war allerdings mehr als glücklich, da die Elf von KSV-Trainer Tim Walter eine bärenstarke Partie ablieferte und eine Unmenge an Großchancen herausspielte, die allerdings allesamt ungenutzt blieben.

Bereits vor dem Anpfiff war die Stimmung im vollbepackten Holstein-Stadion prächtig, die tolle, über drei Tribünen reichende Choreo der Fans sorgte dann endgültig für eine eines DFB-Pokalachtelfinales würdige Atmosphäre. Auf dem Feld wurde schnell deutlich, dass eben kein Klassenunterschied zwischen Erstligist Augsburg und Zweitligist Kiel sichtbar war. Zwar gaben die Gäste in Form von Michael Gregoritschs Volley-Abnahme, die KSV-Torhüter Kenneth Kronholm sicher festhielt, den ersten Warnschuss ab (8.), aber anschließend zog die KSV unbeeindruckt vom Gegner ihr gewohnt starkes Kombinationsspiel auf – und wären um ein Haar auch in Führung gegangen, als Hauke Wahl bei einer Hereingabe den Fuß reinhielt und Augsburgs Torwart Gregor Kobel nur hinterherschauen konnte, als der Ball Zentimeter am linken Pfosten vorbeistrich (10.). In der Folge wurden die in einem weiß-weiß-roten Sonder-Pokaltrikot auflaufenden Störche immer dominanter, sodass der FCA kaum das eigene Spiel aufziehen konnte. Einzig Großchancen blieben Holstein zunächst verwehrt, da es noch am finalen Pass mangelte. So dauerte es bis zur 35. Minute, bis die KSV den ersten Hochkaräter hatte: Kingsley Schindler war frei durch und schob den Ball vorbei an Kobel, traf aber nur den rechten Pfosten. Und die Gastgeber hatten nun Blut geleckt: Angriff auf Angriff rollte aufs Augsburger Gehäuse zu, doch sowohl Jonas Meffert, dessen Drehschuss Kogel parierte (40.), als auch Schindler und Alexander Mühling, die jeweils nur das Außennetz trafen (43. & 44.), fehlten die Zielgenauigkeit. Trotz bester Gelegenheiten ging es somit torlos in die Kabinen.

Nach Wiederanpfiff machten die Hausherren da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten – mit ansehnlichem Powerplay. So lief die nächste dicke Möglichkeit nicht lange auf sich warten. Janni Serra zog aus der Drehung ab, setzte seinen Schuss aber knapp über die Latte (52.). Die größte Chance des Spiels ließ dann Masaya Okugawa aus, als er den Ball aus drei Metern über den Querbalken bugsierte (55.). Anschließend ähnelte die Partie der Mitte des ersten Durchgangs: Holstein kontrollierte Ball und Gegner, kam aber zunächst zu keinen weiteren Großchancen – bis zur 76. Minute: Die Gastgeber bekamen einen Freistoß an der Strafraumkante zugesprochen, den Jannik Dehm knapp am linken Winkel vorbeischoss. Der Außenverteidiger war es auch, der nur drei Minuten später erneut nicht genau genug zielte. Sein Schuss vom rechten Strafraumeck strich haarscharf am langen Pfosten vorbei. Und so kam es, wie es in solch einem Spiel, in dem eine Mannschaft eine Fülle bester Gelegenheiten auslässt, kommen muss: Die Fuggerstädter konterten ein einziges Mal – und das mit Erfolg: Der eingewechselte Fredrik Jensen bediente mit letztem Einsatz Gregoritsch, der eiskalt ins rechte Eck einschob (85.). Die KSV warf noch einmal alles nach vorne und kam noch zu einer letzten Riesenchance: Der eingewechselte Mathias Honsak hob den Ball auf den ebenfalls eingewechselten Jae Sung Lee, der die Kugel frei vor Kobel am rechten Pfosten vorbei legte (90.). Somit reichte dem Bundesligisten ein Angriff zum überaus schmeichelhaften Sieg.

Kiel: Kronholm - Dehm, Schmidt, Wahl, van den Bergh - Karazor – Schindler, Meffert (88. Benes), Mühling, Okugawa (84. Lee) – Serra (73. Honsak). Trainer: Walter.

Augsburg: Kobel - Oxford, Danso - F. Götze (38. Stafylidis), Max - Khedira, D. Baier - Hahn, Gregoritsch, M. Richter (60. Ji) – Cordova (72. Jensen). Trainer: Baum.

Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück) – Tore: 0:1 Gregoritsch (85.) - Zuschauer: 11198.

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