KSV verliert das Verfolgerduell

Störche unterliegen bei Einweihung der neuen Osttribüne dem SC Paderborn mit 1:2

Tim Walter ärgert sich über eine vergebene Torchance seines Teams

Der KSV Holstein ist am Samstagnachmittag die perfekte Einweihung der neuen Osttribüne misslungen. Vor 13129 Zuschauern im äußerst stimmungsvollen Holstein-Stadion mussten sich die Störche nach mitreißenden 90 Minuten dem SC Paderborn im Verfolgerduell mit 1:2 geschlagen geben.

Die Partie begann wie man es von ihr erwartet hatte: Extrem temporeich! Beide Mannschaften zeigten bereits in den ersten Minuten, dass sie auch an diesem Tag Vollgasfußball spielen wollten. Sebastian Vasiliadis forderte erstmals nach drei Minuten Dominik Reimann, der den angeschlagenen Kenneth Kronholm erneut im Kieler Tor vertrat. Den satten Distanzschuss wehrte der KSV-Keeper zur Ecke ab. Doch auch die KSV ließ sich nicht lange bitten: Erst vergab Mathias Honsak nach präziser Hereingabe von Masaya Okugawa die Riesenchance zur Führung, als er Paderborns Schlussmann Leopold Zingerle aus kurzer Distanz regelrecht abschoss (4.), die folgende Ecke setzte Hauke Wahl am langen Pfosten  vorbei. Die Partie blieb munter: Vasiliadis schoss Reimann von der Strafraumkante in die Arme (10.) und auch Sven Michel nutzte einen Fehler im Kieler Aufbauspiel nicht, sondern setzte den Ball flach am rechten Pfosten vorbei (14.). Die Gäste erarbeiteten sich ein leichtes spielerisches Übergewicht und stellten die Gastgeber mit ihrem frühen Pressing vor Probleme, ohne daraus aber Kapital schlagen zu können. Die KSV setzte ihrerseits immer wieder offensive Nadelstiche, doch auch Blau-Weiß-Rot mangelte es am finalen Pass. Es dauerte bis zur 37. Minute, bis sich die Westfalen den nächsten Hochkaräter erspielten: Michel steckte auf Mohamed Dräger, der am stark reagierenden Reimann scheiterte.

Die Elf von Tim Walter kam mit mächtig Dampf aus der Kabine – und bereits nach wenigen Augenblicken zur vermeintlichen Führung: Nach Pass von Laszlo Bénes schob Okugawa den Ball über die Linie, stand dabei aber im Abseits (46.). Doch keine 60 Sekunden später netzte der Japaner nach Zuspiel von Jannik Dehm erneut ein – und dieses Mal zählte der Treffer. Holstein war nun beflügelt vom Führungstreffer und spielte weiterhin nach vorne, doch Bénes traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (53.). Anschließend meldete sich auch Paderborn im Spiel zurück: Reimann parierte stark Michels Kopfball (55.), war zwei Minuten danach aber machtlos, als Kai Pröger nach einer Ecke den Ball aus dem Rückraum ins lange Eck hämmerte (57.). Der Ausgleich verschaffte wiederum den Gästen Oberwasser, die in der Folge um ein Haar das Spiel drehten. Reimann konnte Philipp Klements strammen Schuss nur klatschen lassen, den Nachschuss bugsierte Michel aber am linken Pfosten vorbei (66.). Der aufgerückte Uwe Hünemeier läutete die Schlussphase ein, als er am linken Pfosten vorbeiköpfte (76.). Der SVP setzte die Störche mächtig unter Druck, die sich nur noch selten befreien konnten, und drehte schließlich auch folgerichtig das Spiel: Nach einem Ballverlust der Kieler schloss Paderborn einen Konter durch Christopher Antwi-Adjei erfolgreich ab, der Reimann mit einem Schlenzer keine Chance ließ (82.). Die letzte Chance des Spiels vergab Bénes, als er einen hohen Ball des eingewechselten Atakan Karazor per Direktabnahme über das gegnerische Gehäuse schoss (89). Paderborn kletterte durch den Sieg auf den Relegationsrang, zu dem die Störche als Fünfter nun fünf Punkte Rückstand haben.

Kiel: Reimann - Dehm, Schmidt, Wahl, van den Bergh - Bénes - Mühling, Meffert (71. Karazor) – Lee (74. Serra) - Okugawa, Honsak (66. Schindler). Trainer: Walter.

Paderborn: Zingerle - Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins - Vasiliadis - Klement – Pröger (79. Tekpetey), Antwi-Adjej – Gueye (71. Zolinski), Michel (86. Gjasula). Trainer: Baumgart.

Schiedsrichter: Danker (Rostock) – Tore: 1:0 Okugawa (47.), 1:1 Pröger (57.), 1:2 Antwi-Adjei (82.) – Zuschauer: 13129.

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