2:1 - KSV gewinnt Derby zu zehnt

Störche drehen gegen St. Pauli mit zehn Mann 0:1-Rückstand in 2:1-Heimsieg

Die Störche bejubeln den Sieg gegen den FC St. Pauli

Die KSV hat am Samstag gegen den FC St. Pauli ein denkwürdiges Nordderby gewonnen. Vor der Saison-Rekordkulisse von 13.274 Zuschauern schlugen sie den Hamburger Stadtteilklub mit 2:1 – und das unter erschwerten Bedingungen. Nachdem Stefan Thesker die Rote Karte gesehen und Alexander Meier den folgenden Foulelfmeter verwandelt hatte, drehten die Kieler dank Toren von Alexander Mühling und Jae Sung Lee die Partie.

Vor einer prächtigen Kulisse, zu der neben den Fans auf der neuen Osttribüne auch die 1360 Hamburger Schlachtenbummler beitrugen, übernahmen die Störche zunächst das Kommando, sodass Masaya Okugawa nach fünf Minuten den ersten Warnschuss aus der Distanz abgab. Die KSV behielt auch fortan ihre Dominanz bei: Jonas Meffert (9.) köpfte ebenso knapp drüber wie Alexander Mühlings Schuss über den FCSP-Kasten strich (11.). Anschließend dauerte es eine ganze Weile, bis sich die Gastgeber gegen die tiefstehenden Kiezkicker die nächste Möglichkeit erspielen konnten. Nach Kopfballablage von Jae Sung Lee konnte Okugawa aus sechs Metern freistehend abschließen, köpfte den Ball aber übers Hamburger Gehäuse (35.). Nach ihrer größten Chance kam es für die Kieler doppelt dick: Stefan Thesker sah nach einem Zupfer an Alexander Meiers Trikot  im Strafraum die Rote Karte, den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte sicher (43.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff setzte Marvin Knoll noch einen Freistoß aus guter Position übers Kieler Tor, dann gingen die Braun-Weißen mit einer schmeichelhaften Führung in die Pause.

Aus dieser kamen die Hausherren mit dem Willen, die Partie in Unterzahl noch zu drehen. Und dieses Vorhaben setzten sie durch einen Doppelschlag binnen drei Minuten um: Nachdem Mathias Honsak im gegnerischen Sechzehner gelegt worden war, traf Mühling per Elfmeter zum Ausgleich (50.), ehe Jae Sung Lee nach Zuspiel von Okugawa vor dem Hamburger Gehäuse auftauchte und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie bugsierte (53.). Anschließend stellte KSV-Coach Tim Walter taktisch um und brachte Dominik Schmidt für Jonas Meffert, um die Viererkette wiederherzustellen. Doch auch danach war es sein Team, dass dem nächsten Treffer näher war. Dass Blau-Weiß-Rot ein Mann weniger auf dem Feld hatte, war keineswegs zu merken. Stattdessen hatte Okugawa das 3:1 auf dem Fuß, scheiterte mit seinem Drehschuss jedoch am stark reagierenden St. Pauli-Schlussmann Svend Brodersen (69.). Vier Minuten später wurde ein Schuss von Atakan Karazor in höchster Not geblockt. Natürlich mühten sich auch die Gäste, zum Ausgleich zu kommen, kamen aber lange nicht zum Abschluss. Den ersten nach langer Zeit des eingewechselten Ersin Zehir hatte Holstein-Keeper Kenneth Kronholm im Nachfassen (75.). Diese Szene leitete die Hamburger Schlussoffensive ein, in der Holstein gegen nun anrennende Kiezkicker mit Mann und Maus verteidigten. So köpfte Meier in Rücklage den Ball übers Tor (78.), Zehir zwang Kronholm mit einem satten Distanzschuss zu einer Glanztat (80.), Ryo Miyaichi jagte nach einer Ecke den Abpraller weit über den Kieler Kasten (83.) und Kronholm parierte gegen Mats Möller Daehli gleich doppelt (86.). Auch ruhende Bälle brachten St. Pauli nicht zum Erfolg, als Meier aus 22 Metern knapp verfehlte (88.). Den Störchen war der Kräfteverschleiß der knapp 50 Minuten in Unterzahl anzumerken. Die KSV wankte im Hamburger Angriffswirbel – doch sie fiel nicht. Auch der letzte Versuch des eingewechselten Sami Allagui strich übers Tor hinweg (90.), sodass Holstein tatsächlich den vierten Sieg im vierten Spiel gegen einen Hamburger Verein in dieser Saison einfuhr.

Kiel: Kronholm - Dehm, Thesker, Wahl, van den Bergh - Karazor - Mühling, Meffert (62. Schmidt) – Lee (74. Seydel) – Okugawa (88. Bisseck), Honsak. Trainer: Walter.

St. Pauli: Brodersen – Carstens (77. Miyaichi), Avevor, Hoogma, Buballa (58. Zehir) – Dudziak (68. Allagui), Knoll - Sobota, Buchtmann, Möller Daehli – Meier. Trainer: Kauczinski.

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin) – Tore: 0:1 Meier (43., FE), 1:1 Mühling (50., FE), 2:1 Lee (53.) – Rote Karte: Thesker (41.) – Zuschauer: 13.274 (ausverkauft).

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