Störche ohne Fortune aber mit Punkt

Fortuna Köln - Holstein Kiel 0:0

Holstein Punktejagd geht weiter. Auch im achten Spiel in Folge nahm die Elf von Trainer Karsten Neitzel Zählbares mit.  Bei Fortuna Köln blieb es nach einem 0:0 bei einem Punkt. Nach einer umkämpften ersten Hälfte ohne Tore, waren die Störche in der zweiten Halbzeit das überlegene Team. Einen Treffer durften die 350 mitgereisten Kieler jedoch nicht bejubeln. Da auch die Fortuna nicht netzte, hat jedoch eine Serie von Kenneth Kronholm weiter Bestand. Der Holstein-Keeper musste seit vier Spielen nicht mehr hinter sich greifen. 

Nach seinen muskulären Problemen kehrte Hauke Wahl wieder in die Startelf zurück. Mehr Änderungsbedarf sah Holstein-Trainer Karsten Neitzel nach dem 1:0 der Vorwoche gegen Arminia Bielefeld nicht.

Die Hausherren begannen druckvoll, ließen den Kielern kaum Räume und hatten erste Chancen. Thomas Pazurek zielte aus 15 Metern nicht genau genug (11.). Bone Uaferro rutschte eine scharfe Ecke über den Scheitel (19.). Nach 20 Minuten kamen die Störche immer besser ins Spiel und hatten gute Gelegenheiten zur Führung. Tobias Fink warf sich in einen Zwölf-Meter-Schuss von Tim Siedschlag (21.). Manuel Schäffler legte Rafael Kazior das Leder stark in den Lauf, Holsteins Kapitän scheiterte aber an Fortuna-Schlussmann André Poggenborg (23.). Marc Heider nahm eine Flanke von Patrick Kohlmann volley, konnte die „Torfabrik“ aber nicht platzieren (25.). Fink rettete in letzter Sekunde vor dem heranstürmenden Patrick Herrmann zum Eckball (28.). Marlon Krause zielte aus 18 Metern zu hoch. Je näher die Pause rückte, desto mehr konnte sich die Fortuna befreien und hatte die Riesenchance zur Führung: Mit aller Zeit der Welt stand Thomas Kraus alleine vor Kenneth Kronholm, entschied sich mit einem Lupfer aber für die schlechteste Abschlussvariante und verzog über das Tor (45.).  Dann ging es in die Kabinen.

Den Startschuss in  die zweiten 45 Minuten setzte Schäffler – aus 20 Metern, stramm, allerdings zu hoch. Es sollte für längere Zeit ein Höhepunkt bleiben. Beide Mannschaften rieben sich aneinander auf, Fußballerisch blieb vieles Stückwerk. Letzte Pässe kamen auf beiden Seiten nicht an. Nach einer Stunde bekamen die Kieler Oberwasser. Marlon Krause versuchte es aus spitzem Winkel, der 14-Meter-Schuss war kein Problem für Poggenborg (62.). Schäffler flog an einer Kohlmann-Flanke vorbei (63.). Und Siedschlags Direktabnahme nach einer Herrmann-Hereingabe wurde noch geblockt (64.). Schäfflers Kopfball nach einer Ecke war nicht druckvoll genug (65.). Die Fortuna fand indes kaum noch statt. Krause flankte Schäffler an, der die Aktion nach Brustannahme elegant mit einem Seitfallzieher abschloss, aber wieder an Poggenborg scheiterte (73.). Die Partie lebte von der Spannung, da sich weder Köln noch Kiel mit einem Punkt zufrieden gab. Da beide Defensivreihen bis zum Schlusspfiff massiv standen und Schiedsrichter Kempkes ein Foul am eingewechselten Mikkel Vendelbo außerhalb des Strafraums gesehen hatte, blieb es bei dem torlosen Unentschieden.

Stimmen nach dem Spiel


Kenneth Kronholm: „In der ersten Halbzeit haben wir gut gekämpft, in der zweiten lief es dann auch fußballerisch besser und wenn wir Glück haben, pfeift der Schiedsrichter in letzter Minute Elfmeter – dann kann das Spiel anders ausgehen. Aber ich bin zufrieden. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir hinten wieder sehr sicher gestanden.“

Manuel Schäffler: „Wir haben Pech gehabt, dass Köln am Ende immer noch einen Fuß dazwischen bekommen hat. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir besser Fußball gespielt, daher sind wir mit dem Punkt nicht zufrieden.“

Rafael Kazior: „Ich bin nicht zufrieden, mir fehlen zwei Punkte. Gerade, weil wir eine gute zweite Halbzeit gespielt haben. Für mich war das Foul in der letzten Minute klar im Strafraum, aber darüber zu debattieren, bringt uns jetzt auch nichts mehr.“

Holstein-Kiel-Trainer Karsten Neitzel: „Es ist das eingetreten, was wir erwartet haben: Es gab viele lange Bälle und Standards. Wir haben schwer ins Spiel gefunden. Ab der Mitte der ersten Hälfte haben wir es etwas besser hinbekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir die aggressive Spielweise des Gegners gut angenommen, aber haben das Tor nicht gemacht. Insgesamt denke ich, dass die Punkteteilung hier absolut in Ordnung geht.“

 

Fortuna-Köln-Trainer Uwe Koschinat: „Wir wussten, dass wir heute auf unser Abbild treffen. Man hat aber gesehen, dass Kiel das Original ist und wir die Kopie sind. Wir hatten Nachteile, wenn es darum ging, zweite Bälle zu sichern. Es war wichtig, eine körperliche Dominanz auf den Platz zu bringen, das ist uns nur selten gelungen. Das war heute sehr schwierig für uns, wenn ein Tor in der Luft lag, dann eher für Holstein Kiel. Die größte Chance hatten dennoch wir, durch die Chance von Thomas Kraus.“

 

Fortuna Köln: Poggenborg – Kwame, Uaferro (46. Laux), Hörnig, Fink – Kessel, Pazurek, Andersen, Dahmani (60. Oliveira Souza) – Rahn, Kraus (72. Aydogmus). Trainer: Koschinat

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Wahl, Hartmann, Kohlmann – Siedschlag (76. Breitkreuz), Kegel (81. Vendelbo), Krause, Heider – Schäffler, Kazior (89. Sykora). Trainer: Neitzel.

Schiedsrichter: Kempkes (Kruft/Kretz)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 1889

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