Kieler Standardkönige siegen mit Czichos-Dreierpack

Holstein Kiel - SG Sonnenhof Großaspach 3:1 (2:0)

Die Kieler Störche feiern nach fünf Spielen wieder drei Punkte. Hochverdient gewann die Elf von Trainer Karsten Neitzel vor 4.459 Zuschauern gegen die SG Sonnenhof Großaspach mit 3:1. Rafael Czichos war der Mann des Spiels, der für alle Treffer verantwortlich zeichnete. Den drei Kieler Toren gingen Freistöße voraus. Die KSV reicht damit nach nur einer Woche die Rote Laterne weiter und geht auf Platz 15 in die Länderspielpause. Rafael Czichos ist nach seinem Dreierpack treffsicherster Storch mit 6 Buden.

Nach 10 Spielen mit 13 Gegentoren reagierte Karsten Neitzel und stellte anstelle von Robin Zentner den Kieler Jung Niklas Jakusch wieder zwischen die Pfosten. Als zweite Änderung zur 2:0-Niederlage bei Preußen Münster begann Manuel Janzer für Steven Lewerenz. 

Die Störche brauchten 20 Minuten, um die Rote Laterne aus den Köpfen zu laufen. Dann flankte Patrick Kohlmann und der einfliegende Marc Heider stocherte das Leder knapp neben den Pfosten (19.). Fabian Schnellhardt rutschte beim Schussversuch aus (23.). Doch der dritte Anlauf passte: Eine Freistoßfinte von Maik Kegel und Schnellhardt überraschte die Aspacher und Rafael Czichos nickte am zweiten Pfosten zum 1:0 unter die Latte (24.). Und der Innenverteidiger hatte nicht genug. Diesmal versenkte Czichos einen 19-Meter-Freistoß unter der Mauer hindurch zum 2:0 (31.). Das Holstein-Stadion stand Kopf! Denis-Danso Weidlich versäumte nach einem blitzsauberem Konter das 3:0 (36.).

140 Sekunden nach Wiederanpfiff ging die Czichos-Show weiter: Freistoßflanke Kegel, Kopfball von Holsteins Nummer 33, 3:0 für die Störche. Die Vorentscheidung? Großaspach gab sich zumindest nicht auf: Bashkim Renneke prüfte Niklas Jakusch aus sechs Metern und Michele Rizzi feuerte aus 22 Metern knapp am Kieler Tor vorbei. Gegenüber stocherte Heider alleine von Kevin Broll nicht druckvoll genug (60.). Doch das 3:1 fiel und wieder war es Czichos, der diesmal eine Rizzi-Flanke ins eigene Netz lenkte (64.). Der Gegentreffer rüttelte die Störche auf, die wieder mehr investierten. Kegels Freistoß von der Strafraumlinie knallte in die Mauer (78.). Die Gäste warfen noch einmal alles nach vorne, doch die Kieler Hintermannschaft um Rückkehrer Jakusch ließ keinen weiteren Treffer zu.

Stimmen nach dem Spiel

Rafael Czichos: „Es ist natürlich ein ganz besonderer Tag für mich. Ich habe noch nie einen Doppelpack gemacht und dann treffe ich heute gleich drei-, eigentlich sogar viermal. Ich bin froh, wie wir das Spiel gestaltet haben. Aber jetzt muss es weitergehen, ein Sieg bringt uns da unten nichts. Die nächsten Siege müssen folgen.“

Niklas Jakusch: „In erster Linie freue ich mich, dass wir heute gewonnen haben. Die Aufstellung ist eigentlich Banane. Wenn das auch noch mit mir klappt, ist es umso schöner. Das war heute eine Befreiung. Man hat uns angemerkt, dass wir enttäuscht waren. Und jetzt hoffe ich, dass es so weitergeht.“

Denis-Danso Weidlich: „Wir wollten heute unbedingt gewinnen. Egal, wer kommt. Es war ein hartes Spiel. Aber wir haben uns endlich belohnt für die viele Arbeit und hoffen, dass es so weitergeht.“

SG94-Trainer Rüdiger Rehm: „Es war ein verdienter Sieg für Holstein Kiel. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen. In der ersten Viertelstunde haben wir das gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten es ausnutzen, dass die Kieler sicherlich nicht mit dem größten Selbstvertrauen ins Spiel gegangen sind. Wir haben dann nach und nach das Spiel aus der Hand gegeben und die Kieler aufgebaut. Fußball wird auch mit Standsituationen entschieden. Und wenn man dadurch drei Tore bekommt, ist man der verdiente Verlierer.“

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Man hat in den ersten Minuten gemerkt, dass ein paar Dinge nicht spurlos an er Mannschaft vorbeigehen. Wir hatten einen wackeligen Auftakt beim Spielaufbau. Es ist schön, dass ein Spiel dann mal durch den Brustlöser Standardsituation in die andere Richtung kippt. Man hat gemerkt, dass dann ein paar Sachen leichter fallen. Ganz anders Fußball gespielt als zuletzt haben wir nicht, aber das Ergebnis hat gestimmt. Wir sollten die Spannung jetzt nicht abfallen lassen, um das Spiel in Lübeck anzugehen, wie wir es uns wünschen und dann im nächsten Ligaspiel gegen Stuttgart nachzulegen. Es ist schön, wichtig und befreiend, dass wir den Leuten im Stadion endlich wieder ein Drei-Punkte-Spiel bescheren konnten.“

Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Weidlich, Czichos, Kohlmann – Siedschlag, Kegel – Schnellhardt (85. Hartmann), Janzer (62. Lewerenz) – Schäffler, Heider (76. Sané). Trainer: Neitzel
SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Leist, Schuster (80. Ngankam), Kienast – Gehring, Rizzi – Dittgen (56. Renneke), Binakaj (46. Röttger) – Rühle, Breier. Trainer: Rehm
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach)
Tore: 1:0 Czichos (24.), 2:0 Czichos (31.), 3:0 Czichos (48.), 3:1 Czichos (63., Eigentor)
Zuschauer: 4.459

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