Platz 6 in der Endabrechnung

1. FC Magdeburg - Holstein Kiel 2:0 (0:0)

Unsanft wird Benjamin Schüßler am Torerfolg gehindert.
Holstein Kiel hat sich mit einer Niederlage und dem sechsten Tabellenrang aus der Regionalligasaison 2010/11 verabschiedet. Am letzten Spieltag unterlagen die Störche in einer schwachen Partie dem 1.FC Magdeburg mit 2:0. Damit beendete der FCM eine Serie der Störche aus fünf Spielen ohne Niederlage. Bei einem Sieg hätten die Kieler den fünften Tabellenplatz erreichen können, denn der Tabellenfünfte aus Halle spielte in Plauen nur 1:1.

In einer zerfahrenen Begegnung erlebten die 4.688 zahlenden Zuschauer nur wenige rassige Torraumszenen. Die bessere von beiden Teams waren zunächst die Störche, die auch die erste Möglichkeit besaßen: Nach einer Viertelstunde hinderten die beiden FCM-Verteidiger Christof Köhne und Stephan Neumann den Kieler Benjamin Schüßler nach einem Zuspiel von Jaroslaw Lindner am Torerfolg. Mit zunehmender Spieldauer neutralisierten sich beide Mannschaften. Nach einer knappen halben Stunde scheiterte zwei Szenen in Tornähe für die Gastgeber: Tobias Scharlau scheiterte in der 27. Minute mit einem Kopfball aus zehn Metern an KSV-Keeper Michael Frech. 120 Sekunden später war es Kapitän Daniel Bauer, der einen Freistoß aus 20 Metern knapp am rechten Pfosten des Kieler Gehäuses vorbei setzte. Nach einer verunglückten Ecke des FCM ging es in die Kabinen.


Zur zweiten Halbzeit brachte KSV-Trainer Thorsten Gutzeit Flo Meyer für Benjamin Schüßler, doch am Spiel schien sich nicht viel zu ändern – bis zur 57. Minute. Drei Magdeburger Ecken hatten die Störche bis dahin ohne Mühe klären können, nach der vierten köpfte Tobias Friebertshäuser vor Bewacher Marco Steil aus fünf Metern zum 1:0 ein. Nach dem Gegentreffer brachte Trainer Gutzeit Yannik Jakubowski für Sofien Chahed und zog Rechtsverteidiger Steve Müller als zweiten Sechser ins Mittelfeld vor. Die Führung gab den Gastgeber jetzt Rückenwind, Kiel hatte noch mehr Mühe konstruktiv nach vorne zu spielen. In der 72. Minute spielte Karsten Fischer Jaroslaw Lindner in der Tiefe an, der allein vor Torwart Matthias Tischer den Ball neben das Tor setzte. Die beste Chance der Kieler in dieser Partie. Drei Minuten später Aufregung im Kieler Strafraum mit fatalen Folgen. In einem Zweikampf zwischen Christian Jürgensen und Tobias Scharlau entschied der Unparteiische auf Foul gegen Jürgensen, den folgenden Elfmeter verwandelte Tobias Becker zur 2:0-Vorentscheidung. In der letzten Viertelstunde der schwachen Partie passierte außer Spielerwechseln, unter anderem durfte der Magdeburger Reservekeeper noch für drei Minuten in die Kiste, nichts mehr Nennenswertes.


Die Enttäuschung auf Seiten der KSV Holstein war nach dem verpatzten Saisonausklang und der schwachen Vorstellung entsprechend groß. Kapitän Michael Frech brachte es auf den Punkt: „Heute fehlten Wille, Emotionen und Leidenschaft – so wie bei allen unseren Niederlagen in dieser Spielzeit. Ich kann mir die heutige Leistung nicht erklären.“ Innenverteidiger Marco Steil zeigte sich selbstkritisch: „Der erste Treffer geht klar auf meine Kappe, die Zuordnung war eindeutig. Es ist total schade, dass es am Ende nicht mehr für Platz 5 gereicht hat. Jetzt müssen wir uns für das Pokalfinale total pushen.“


KSV-Coach Thorsten Gutzeit meinte nach dem letzten Saisonspiel: „Magdeburg hat verdient gewonnen. Es war kein gutes Spiel von uns. Auch meine konkrete Ansprache in der Halbzeit hat uns nicht mehr auf Kurs gebracht. Wir sind leider durch eine Standardsituation in Rückstand geraten und haben selber unsere beiden dicken Torchancen nicht genutzt. Wir haben es heute nicht geschafft, uns gegen die Niederlage zu stemmen.“ Auf die Frage nach den Zielen in der kommenden Saison sagte Gutzeit: „Unsere Kaderplanungen sind noch nicht abgeschlossen. Aber wir wollen uns in der kommenden Saison sicherlich in der Tabelle verbessern.“


Gutzeits Trainerkollege Wolfgang Sandhowe freute sich über den Klassenerhalt seiner Mannschaft: „Wir haben heute viel Druck erzeugt und vor allem im ersten Durchgang die beste Leistung unter meiner Regie gezeigt. Meine Mannschaft war heute eine Einheit, alle haben sich voll reingehängt. Ich bin stolz auf die Leistungen der letzten Spiele.“

 

Holstein Kiel: Frech – Müller, Steil, Jürgensen, Poggenberg – Fischer – Schüßler (45. Meyer), Chahed (60. Jakubowski), Lindner – Heider, Sykora (76. Wulff).

 

Tore: 1:0 Friebertshäuser (57.), 2:0 Becker (75. Foulelfmeter)

 

Zuschauer: 4.688


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