Kautschuk oder Sand, hauptsache 18 Kilo

Störche laufen unter der Sonne Kataloniens zu Hochtouren auf

Dominic Peitz (li.) und Rafael Czichos schuften mit Kautschuk-Säcken.

Am zweiten Tag im spanischen Cambrils liefen die Störche zu Hochtouren auf und mussten unter den Augen holländischer Sportsfreunde auch Übungen ohne Ball auf sich nehmen, die Fußballer wenig gerne absolvieren.

Der Donnerstag, der zweite Tag im Trainingslager an der spanischen Mittelmeerküste, begann für die KSV Holstein um 7.30 Uhr mit Fitnessübungen, die die Körper der Störche in Schwung brachten. Um 8.30 Uhr wurde gefrühstückt, anschließend stand die erste von zwei Trainingseinheiten des Tages auf dem Sportplatz an. Dabei wurden die Kieler ganzheitlich gefordert, während 16 Profis sich gegenseitig in unterschiedlichen Spielformen mit Ball und hoher Geschwindigkeit unter Druck setzten, stand für die anderen acht Feldspieler ein Kraftzirkel an.

Kein Deichbruch

Besonders ins Auge fiel dabei die Arbeit mit zwei Gewichten, die auch gut dazu dienen hätten können, gebrochene Deiche zu reparieren. Die Mitnahme der Säcke war bereits vor der Abreise in Deutschland nicht auf hundertprozentige Zustimmung getroffen, vor allem bei dem für das Gepäck verantwortlichen Betreuer. Dessen naheliegende Idee, sie in Deutschland zu entleeren und in Spanien mit dem Sand des Mittelmeerstrandes wieder neu zu befüllen, lehnte Timm Sörensen aber ab. „Die Säcke sind mit Kautschuk befüllt“, sagt der Athletiktrainer. „So sind sie nicht nur in der Halle nutzbar, und das Gewicht innerhalb des Sackes verschiebt sich bei den Übungen nicht.“ Was sie allerdings nicht leichter macht, 18 Kilogramm bleiben 18 Kilogramm, egal ob Kautschuk oder Sand.

„Doosje“ statt Sack

Neben den ersten Holsteinfans, die in Cambrils als Zaungäste auftauchen, schaute sich am Donnerstagvormittag auch die Sport Vereniging Otterlo die Trainingseinheit der Störche interessiert an. Das Fußballteam aus Holland ist eine von mehreren Sportmannschaften, mit denen sich die KSV das „Cambrils Park Sport Village“ teilt. Wobei die „voetballer“ im Gegensatz zu den Kielern den Großteil des Tages in einem Liegestuhl verbringen mit „een doosje bier“ in der Hand.

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