Janzer flankt ins Last-Minute-Glück

Holstein Kiel - 1. FC Kaiserslautern 2:1 (1:0)

Ausnahmezustand im mit 10.318 Zuschauern gefüllten Holstein-Stadion: Mit der letzten Aktion des Spiels erzielte der eingewechselte Manuel Janzer das 2:1 (1:0) der KSV Holstein gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die Störche rückten nach ihrem dritten Liga-Dreier in Folge am Sonnabendmittag zwischenzeitlich auf Rang drei der 2. Fußball-Bundesliga auf. 

Wer hätte damit in der Nachspielzeit noch gerechnet? Klar, zum Saisonauftakt hatte die KSV in der letzten Sekunde das 2:2 gegen den SV Sandhausen erzielt. Durch einen Freistoß von Marvin Ducksch, aber der Stürmer hatte diesmal kein Glück, ließ viele Chancen aus. Als die Nachspielzeit anbrach, war Ducksch schon nicht mehr auf dem Feld. Auch der starke Steven Lewerenz nicht, der in der 44. Minute das 1:0 für die Störche erzielt hatte. 

Anfangs Glücksgriff Janzer 

Für ihn hatte Cheftrainer Markus Anfang Manuel Janzer gebracht, ein Glücksgriff. In der dreiminütigen Nachspielzeit hatten die „Roten Teufel“ zwar das Tempo aus dem Spiel genommen und die Zeitlupe neu erfunden. Es war offensichtlich, dass sie mit dem 1:1, erzielt durch Neuzugang Sebastian Andersson (69.), zufrieden waren. 

Unhaltbar

Doch in der letzten Minute wurde den Störchen noch ein Einwurf in ihrer Hälfte zugesprochen, eine harmlose Situation eigentlich. Der Ball landete bei Alex Mühling, dann bei Dominick Drexler, der ihn schließlich zu Janzer passte. Das Zuspiel geschah zwar im Strafraum der Gäste, gefährlich wirkte es aber nicht, der Winkel war für Janzer viel zu schlecht. Aber er fasste sich ein Herz, traf den Ball dabei nicht richtig, machte ihn aber dadurch als kuriosen Aufsetzer für den starken FCK-Keeper Marius Müller unhaltbar. Tor für Kiel, Abpfiff – Sandhausen wiederholte sich. Zwei Sekunden, in denen die Störche insgesamt drei Punkte gewannen. 

Auf nach Aue!

Ein Kieler Tag also, gewann doch auch die U19 (4:1 beim FC St. Pauli) ihr erstes Saisonspiel. Und das ohne ihren Trainer Hannes Drews, der am Freitag als neuer Trainer des Zweitligisten Erzgebirge Aue vorgestellt worden war. Mit Aue gewann Drews in Ingolstadt mit 2:1. Und als hätten die Gestalter des Spielplans das alles auf der Rechnung gehabt, treffen am kommenden Freitag Aue und die KSV Holstein im Erzgebirge aufeinander. Kieler Fußballherz, was willst Du mehr!?

Stimmen nach dem Spiel

Rafael Czichos: „Den Sieg hatten wir nich unbedingt verdient. Wir hatten viel Stockfehler in allen Bereichen und das war nicht der Fußball, den wir zeigen wollen. Aber letztlich zählt trotzdem, dass wir den Dreier hier behalten haben. Und das ist wichtig.“

Kenneth Kronholm: „Fußballerisch lief es heute bei uns nicht ganz so gut, aber die Erkenntnis ist schlicht und einfach, dass wir auch solche Spiele gewinnen können.“

Manuel Janzer: „Wenn ich gebraucht werde, bin ich da. Das weiß hier, glaube ich, mittlerweile jeder. Dominick Drexler hat den Ball stark erobert und ich bekomme seinen Pass gerade noch und mit etwas Glück geht dann mein Ball dann rein. Wir geben nie auf, sondern wollen immer, dass das Stadion am Ende bebt.“

FCK-Trainer Norbert Meier: „Herzlichen Glückwunsch an Markus und seine Jungs. Es ist höchst ärgerlich, zu einem solchen Zeitpunkt noch den Ausgleich zu kassieren. Wir können von Glück sagen, dass wir nicht mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine gegangen. Die Moral in der Mannschaft war aber in Ordnung und bei dem zweiten Kieler Tor frage ich mich schon, was wir verbrochen haben?“

KSV-Trainer Markus Anfang: „Wir haben heute kein gutes Fußballspiel abgeliefert und uns nicht wie sonst in den Räumen bewegt, obwohl wir die Kontrolle über das Spiel hatten. In der zweiten Halbzeit war es besser, wir haben nur eine Chancen zugelassen – aber die war auch gleich drin. Die Jungs haben aber bis zur letzten Sekunde daran geglaubt und sich letztlich dafür belohnt.“

Spielinfo

Holstein Kiel: Kronholm - Herrmann, Schmidt, Czichos, Heidinger - Kinsombi - Schindler (64. Weilandt), Mühling, Drexler, Lewerenz (85. Janzer) - Ducksch (76. Peitz). Trainer: Anfang
1. FC Kaiserslautern: Müller - Kessel (87. Mwene), Vucur, Correia, Guwara - Ziegler, Halfar - Osei Kwadwo, Atik (57. Borrello) - Andersson, Osawe (76. Przybylko). Trainer: Meier
Schiedsrichter: Sather (Grimma)
Tore: 1:0 Lewerenz (44.), 1:1 Andersson (62.), 2:1 Janzer (90.+3)
Zuschauer: 10.318

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