6:2! Fussball-Furios im Holstein-Stadion

Störche schießen sich warm - und Braunschweig in die 3. Liga

Vierfach-Torschütze Steven Lewerenz trifft zum 6:2-Endstand

Mit vier Treffern konnte einer am letzten Spieltag besonders überzeugen: Steven Lewerenz. Die Störche bewiesen bei strahlendem Sonnenschein eindrucksvoll, dass sie zurecht die Relegation für die 1. Bundesliga spielen. Eintracht Braunschweig muss nach der Niederlage den bitteren Gang in die Dritte Liga antreten. Mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen und trotz des Braunschweiger Dramas verlief das Spiel friedlich.

Trainer Markus Anfang veränderte seine Aufstellung im Vergleich zum Auswärtsspiel gegen Fortuna Düsseldorf auf fünf Positionen. Im letzten Spiel der Saison standen Niklas Hoheneder, Sebastian Heidinger, Steven Lewerenz, Arne Sicker und Luca Dürholtz neu von Beginn an auf dem Platz und ersetzten die verletzten Spieler Dominik Schmidt, Patrick Herrmann und Dominick Drexler sowie den noch immer erkrankten Christopher Lenz. Zudem blieb Marvin Ducksch genauso wie Kingsley Schindler auf der Bank.

Die ersten Spielminuten glichen einer Ruhe vor dem Sturm. Unter blauem Dunst aus der Braunschweiger Kurve mussten sich beide Mannschaften erst sortieren, bevor das Torfestival und eine verrückte erste Halbzeit begann. Direkt mit der ersten Torchance gelang den Braunschweigern die 1:0-Führung durch Jan Hochscheidt (6.), der den Ball nach einem Solo unhaltbar für Torwart Kenneth Kronholm in die linke untere Ecke schob. Die KSV wirkte in der Defensive noch etwas unsortiert, beiden Mannschaften gelang es zunächst nicht, Ruhe ins Spiel zu bringen.

Doch die Antwort der Störche auf den frühen Rückstand ließ nicht lange auf sich warten: Aaron Seydel wurde in der 16. Minute von Sebastian Heidinger bedient und hämmerte den Ball unhaltbar für den Braunschweiger Torhüter Jasmin Fekzic in den rechten oberen Winkel.

Braunschweig reagierte umgehend durch Ken Reichel (19.), nachdem die Störche im gegnerischen Strafraum den Ball verspielten. Kronholm hatte keine Chance, der Defensivmann durchquerte den kompletten Kieler Strafraum alleine und schob den Ball an ihm vorbei.

Doch der Rückstand war nicht von langer Dauer. Nur drei Minuten später erzielte Steven Lewerenz den 2:2-Ausgleich nach einem starken Dribbling über den rechten Flügel – und schlug acht Minuten später erneut zu: Nach starker Vorarbeit von Arne Sicker konnte er den zweiten Treffer des Tages für sich markieren (30.). Verrückt ging es weiter – nach einem Foul an Lewerenz und dem darauf von ihm selbst getretenen Freistoß landete der Ball bei Johannes van den Bergh, der den Kieler Kapitän Rafael Czichos bediente. Auch sein Kopfball saß – 4:2 (33.). Dabei blieb es auch bis zur Halbzeit, Braunschweig stand unter Zugzwang, brachte aber nur noch ungefährliche Versuche zustande.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht Domi Kumbela für Suleiman Abdullahi ein und ließ kurz darauf einen Doppelwechsel in der 53. Minute folgen, indem er Özkan Yildrim und Georg Teigl brachte.

Doch stattdessen machte sich Lewerenz endgültig zum Mann des Tages: Sein dritter Treffer in der 57. Minute nach Seydel-Vorlage und Fehler des Braunschweiger Verteidigers Frederik Tingager war die Vorentscheidung für den letzten Heimsieg der KSV – und ließ gleichzeitig den Abstieg der Eintracht Braunschweig immer mehr Form annehmen. Nach einer Stunde besorgte abermals Lewerenz nach Vorarbeit von van den Bergh den 6:2-Endstand – und wurde anschließend unter Standing Ovations ausgewechselt. Für den vierfachen Torschützen kam Manuel Janzer zu seinem Comeback nach einem Achillessehnenriss und auch Tim Siedschlag (67.) und Atakan Karazor (75.) durften noch einmal ihr Können beweisen.

Um 17:18 Uhr war es dann amtlich: Eintracht Braunschweig spielt in der kommenden Saison in der Dritten Liga. Und die KSV beendete ihre besondere Punktspielrunde mit einem überzeugenden Heimsieg. Die Relegation kann kommen.

Holstein Kiel – Eintracht Braunschweig 6:2

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Kijewski, Tingager, Reichel, Valsvik (53. Teigl) – Moll (53. Yildrim), Boland, Hochscheidt – Bulut, Biada – Abdullahi (45. Kumbela), Trainer: Liebknecht

Holstein Kiel: Kronholm - Heidinger, Sicker, Czichos (67. Siedschlag), van den Bergh – Hoheneder, Peitz – Lewerenz (61. Janzer), Dürholtz, Mühling – Seydel, Trainer: Anfang

Tore: 0:1 Hochscheidt (6.), 1:1 Seydel (16.), 1:2 Reichel (19.), 2:2 Lewerenz (22.), 3:2 Lewerenz (30.), 4:2 Czichos (33.), 5:2 Lewerenz (57.), 6:2 Lewerenz (60.)

Gelbe Karte: Tingager

Zuschauer: 11.670 (ausverkauft)

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