5:1 - Störche bissig und torhungrig

Holstein Kiel - Fortuna Köln 5:1 (2:1)

Tor zum 4:1: Drexler macht per Foulelfmeter alles klar.

Holstein Kiel hat vor knapp 4.000 Zuschauern eine Reaktion auf das 2:2 gegen den VfR Aalen gezeigt. Durch einen auch in der Höhe absolut verdienten 5:1-Erfolg gegen Fortuna Köln sicherten sich die Störche den ersten Dreier im neuen Jahr. Die Treffer für die Mannschaft von Markus Anfang erzielten Alexander Bieler (29.), Manuel Janzer (31.), Mathias Fetsch (46.), Dominick Drexler (60.) sowie der Kölner Mimbala per Eigentor (72.).

KSV-Coach Markus Anfang musste den verletzten Top-Torjäger Steven Lewerenz (Muskelfaserriss) ersetzen, Kingsley Schindler durfte dafür nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder ran. Die einzige Änderung in der Startelf zum 2:2 gegen den VfR Aalen vor 14 Tagen.

Die Störche starteten mit zwei starken Aktionen über Dominick Drexler und Kingsley Schindler über die rechte Seite, die Flanken blieben aber noch folgenlos. Danach pressten sich die Gäste ins Geschehen und die KSV musste immer wieder Keeper Kenneth Kronholm einbeziehen und mit langen Bällen agieren. Eine exzellente Einzelleistung von Alexander Bieler änderte den Verlauf schlagartig. Von Drexler am Sechzehner freigespielt, wackelte er den Gegenspieler weg und zog unhaltbar aus 18 Metern ins linke Eck zur Kieler Führung ab (29.). Die Kölner waren geschockt und mussten nur 100 Sekunden später nach einem blitzsauberen Spielzug über die starke rechte Seite der KSV das 2:0 hinnehmen, Manuel Janzer brauchte am zweiten Pfosten aus einem Meter das Leder nur noch über die Linie drücken (31.). Die Störche machten weiter Ernst, mussten aber den Anschlusstreffer hinnehmen. Hamdi Dahmani netzte per Drehschuss aus neun Metern zum 2:1-Pausenstand (45.).

Sollten die Fortunen in der Kabine an Zählbares geglaubt haben, machte Boné Uaferro Sekunden nach Wiederanpfiff dem eigenen Team einen Strich durch die Rechnung. Ein Sohlenstopper wurde zum Durchrutscher und der hellwache Mathias Fetsch überwand nach einem kurzen Sprint André Poggenborg zum 3:1 (46.). Die Brust der Störche war spätestens jetzt auf ein Maximum geweitet. Angriff über Angriff rollte auf das Tor der Kölner, die mit Glück und Geschick lange Zeit Schlimmeres verhinderten – bis Uaferro endgültig zum Unglücksraben der Partie wurde. Der bereits gelbverwarnte Innenverteidiger legte Drexler im Strafraum und musste vorzeitig zum Duschen. Der Gefoulte trat selbst an und ließ Poggenborg keine Chance, 4:1 (60.). KSV-Coach Anfang trieb seine Elf weiter nach vorne und wieder war es der entfesselt aufspielende Drexler, der für Zählbares sorgte. Dessen scharfe Flanke lenkte Cédric Mimbala mit dem Rücken ins eigene Gehäuse zum 5:1-Endstand.

 

Stimmen nach dem Spiel 

Sportchef Ralf Becker: „Das Ergebnis hört sich sehr deutlich an. Nach dem 3:1, der Roten Karte und dem Elfmeter war es dann natürlich auch so deutlich. Aber es war ein harter Kampf. Heute haben wir einfach die richtige Mentalität gezeigt.“

Führungstorschütze Alexander Bieler: „Wir haben von Anfang an echt dominiert und in den Zweikämpfen richtig dagegen gehalten. Das Gegentor war vielleicht gar nicht so schlecht für uns, das hat die Spannung nach der Pause hoch gehalten. Über den Kampf ging der Sieg dann auch in der Höhe in Ordnung.“

Kapitän Rafael Czichos: „Wir wollten nach der schlechten zweiten Halbzeit gegen Aalen eine Reaktion zeigen, das ist uns über fast die gesamte Spielzeit gelungen. Wir waren im körperlichen Bereich sehr stark und haben uns mit den Toren belohnt.“

Routinier Dominic Peitz: „Ich glaube wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten nur anfangs Probleme mit dem Kölner Pressing. Wir haben uns aber befreien können und das war wichtig. Vor dem Tor haben wir eine hohe Effektivität gezeigt. Die Höhe des Ergebnisses ist heute nicht das Entscheidende.“

Fortuna-Coach Uwe Koschinat: „Man muss der KSV Holstein zum Sieg gratulieren und ein Kompliment machen, wie sie die fußballerische Qualität in Tore umgemünzt hat. Wir waren in vielen Phasen überfordert. Ein Stück weit auch selbst verursacht, weil wir den Gegner eingeladen haben, den Sieg herauszuschießen. Unsere Situation geht nicht unbedingt mit unserem Leistungsniveau einher. Wir wollten heute eine aktive Mannschaft sein, haben versucht, den Gegner unter Druck zu setzen. Kiel hat uns aber nach den Toren die Grenzen aufgezeigt, das müssen wir heute anerkennen.“

KSV-Trainer Markus Anfang: „Für uns war klar, dass es ein Spiel werden wird, in dem wir früh angepresst werden. Darüber wollte Köln ins Spiel kommen. Es war ein Mentalitätsspiel. Wir haben gute Spiele abgeliefert, aber diese Mentalität haben wir in manchen Spielen in den entscheidenen Momenten nicht gezeigt, deswegen haben wir heute gewonnen. Ich bin froh, dass das 2:1 gefallen ist, da so die Spannung hochgeblieben ist. Die Jungs wollten unbedingt nachlegen. Das 5:1 ist aber auch nur ein Sieg, nicht mehr, nicht weniger. Und ab morgen werden wir uns auf das nächste Spiel vorbereiten.“

Spielinfo

Holstein Kiel: Kronholm - Herrmann, Dominik Schmidt, Czichos, Lenz - Peitz - Schindler (85. Sicker), Bieler, Drexler, Janzer (65. Siedschlag) - Fetsch (74. Azemi). Trainer: Anfang
Fortuna Köln: Poggenborg - Flottmann, Uaferro, Mimbala, Kwame (85. Engelman) - Pazurek, Theisen - Bender, Oliveira Souza (74. Bösing) - Kessel (61. Jannik Schneider), Dahmani. Trainer: Koschinat
Schiedsrichter: Sather (Grimma)
Tore: 1:0 Bieler (29.), 2:0 Janzer (31.), 2:1 Dahmani (45.), 3:1 Fetsch (46.), 4:1 Drexler (60. Foulelfmeter), 5:1 Mimbala (72. Eigentor)
Zuschauer: 3.952
Gelb-Rote Karte: Uaferro (59.)

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