Kantersieg gegen Hertha

Holstein Kiel - Hertha BSC Berlin II 5:0 (4:0)

Torfestival im Holstein-Stadion und gute Laune bei den Kieler Fans.

Holstein Kiel dreht auf. Übermächtige Störche besiegten die zweite Mannschaft von Hertha BSC Berlin mit 5:0 und fuhren damit den zweiten Sieg mit fünf erzielten Treffern im Jahr 2011 ein.

Nach drei Spielen mit der gleichen Startformation musste Trainer Thorsten Gutzeit gegen die Berliner die Aufstellung ändern: Für den verletzten Sofien Chahed rückte Fiete Sykora ins Team, Jacob Sachs begann anstelle des zuletzt schwächelnden Benny Schüßler, Kevin Schulz spielte für Heiko Petersen.

Die Störche begannen wie die Feuerwehr und setzten die Gäste früh unter Druck. Tatendrang und Entschlossenheit waren bei der Gutzeit-Elf von der ersten Minute an zu spüren. Nach fünf Minuten prüfte Flo Meyer Herthas routinierten Keeper Sejna mit einem Fernschuss, doch der Schlussmann konnte zur Ecke klären. Die Meyer-Ecke landete am zweiten Pfosten, wo Kevin Schulz den Ball wieder ins Zentrum bringen konnte und Marco Steil aus kurzer Distanz zum 1:0 einköpfte (6.). Der Jubel der Zuschauer war nur wenige Sekunden abgeebbt, da legten die Störche nach: Der quirlige Flo Meyer wurde von Fiete Sykora auf die Reise geschickt und konnte frei vor Marco Sejna zum 2:0 einschießen (7.). Nur drei Minuten später hätte Jacob Sachs zum 3:0 erhöhen können, doch beim Torschuss versprang der Ball. Die Störche spielten ihre Übergelegenheit weiter aus – mit Erfolg. Marc Heider entwischte gleich zwei Gegenspielern, zog den Ball flach vors Tor, wo Unglücksrabe Sebastian Neumann den Ball zum 3:0 für die Störche abfälschte (14.). 3:0 für die KSV nach einer Viertelstunde, bei Hertha herrschte komplette Konfusion, die auch Routinier Zecke Neuendorf nicht lösen konnte. Es spielte nur Holstein, die sich heute auch nötige Torchancen erarbeiteten: In der 25. Minute verpasst Sykora knapp den Ball in aussichtsreicher Position, eine Minute später scheitert Marc Heider mit einem satten Schuss an Marco Sejna, in der 36. Minute legte sich der Holstein-Torjäger den Ball ein paar Zentimeter zu weit vor. Als die Zuschauer sich schon zur Pausenwurst aufmachen wollten, sorgte Jacob Sachs noch für Jubel auf den Rängen: Nach einem Solo auf der Außenbahn schaffte er es noch irgendwie, den Ball in die lange Ecke zum 4:0 einzuschieben. Halbzeit.

Hertha-Coach Heine schien seine Truppe ordentlich zusammengestaucht zu haben, denn die Gäste kamen nach der Pause besser ins Spiel. Die Viererkette hatte sich besser auf das gefährliche Flügelspiel der Kieler eingestellt, doch offensiv blieben die Gäste Entscheidendes schuldig. Bis zur 65. Minute warteten die Störche ab, kontrollierten das Spiel, um dann eiskalt zuzuschlagen: Jacob Sachs überlief zum x-ten Mal seinen Gegenspieler, hatte dann noch den Blick für den besser postierten Marc Heider, der zum 5:0 ins leere Tor schob (67.). Hertha versuchte in den letzten 20 Minuten nur noch, das halbe Dutzend zu verhindern. Die letzte aufsehenerregende Aktion der Störche war allerdings unrühmlich: Fiete Sykora erhielt in der 72. Minute wegen Trikotziehens die gelb-rote Karte. In Hälfte eins hatte er Gelb wegen Ballwegschlagens gesehen. Pünktlich nach 90 Minuten folgte der Abpfiff.

Führungstorschütze Marco Steil meinte: „Wenn es uns weiter gelingt, in unseren Partien 90 Minuten konzentriert zu Werke zu gehen, dann können wir häufiger so zufrieden sein wie heute.“ Florian Meyer lobte die Zuarbeit seiner Teamkameraden: „Heute ergaben sich in der Spitze sehr viele gute Chancen. Die gesamte Mannschaft hat schwungvoll nach vorne gearbeitet. Torhüter Michael Frech, der erneut ohne Gegentor blieb, sagte: „Im ersten Durchgang haben wir hervorragend gespielt. Nach der Pause war es uns sehr wichtig, hinten den Kasten sauber zu halten und unsere Chancen nach vorn zu nutzen. Das ist uns sehr gut gelungen.“

Hertha-Coach Karsten Heine kommentierte die Partie wie folgt: „Das war ein völlig verdienter Sieg für die KSV. Der Kuchen war nach dem zweiten Gegentreffer gegessen. Gegen so eine erfahrene Mannschaft wie Holstein Kiel kann man nach so einem Rückstand nicht mehr viel reißen.“

Natürlich zeigte sich auch Holsteins Trainer Thorsten Gutzeit zufrieden: „Wenn man nach 15 Minuten 3:0 führt, dann ist es für den Gegner sehr schwer, noch einmal richtig ins Spiel zu kommen. Von der ersten Minute an haben wir heute gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Ein Doppelschlag und das Eigentor haben die Partie schnell entschieden. In der 2. Halbzeit haben wir es hier und da versäumt, unsere Konter konsequent zu Ende zu spielen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel. Auch am kommenden Mittwoch gegen den HSV II wollen wir mit hohem Engagement zu Werke gehen."

Holstein Kiel: Frech – K. Schulz, Steil, Jürgensen, Gutzeit – Sachs, Müller (ab 78. Poggenberg), Fischer, Meyer (ab 62. Ziehmer) – Sykora – Heider (ab 80. Lindner).

Tore: 1:0 Steil (6.), 2:0 Meyer (7.), 3:0 Neumann (14., Eigentor), 4:0 Sachs (40.), 5:0 Heider (67.)

Gelb-Rot: Sykora (72.)

Zuschauer: 1.830

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