KSV Holstein - SV Meppen 3:1

Störche nun auf Platz 4

Fiete Sykora im Duell mit dem Meppener Johan Wigger.

In einem guten Regionalliga-Spiel besiegte die KSV Holstein den SV Meppen mit 3:1. Der Sieg hätte durchaus höher ausfallen können, doch Benjamin Gommert im Tor der Gäste bewahrte seine Elf vor weiteren Gegentreffern. Die Tore für die Störche erzielten Jaroslaw Lindner (30.) und zweimal Fiete Sykora (69., 81.).  Marc Heider glänzte als dreifacher Vorbereiter. Stefan Raming-Freesen hatte den SVM in der 27. Minute in Führung gebracht. Nach dem dritten Sieg in Folge grüßen die Störche jetzt von Platz 4.

Trainer Thorsten Gutzeit änderte die Startformation seiner Störche auf zwei Positionen. Den verletzten Kapitän Christian Jürgensen ersetzte wie im letzten Spiel gegen Wilhelmshaven Aaron Berzel. Außerdem entschied sich der Holstein-Coach im defensiven Mittelfeld für Sofien Chahed, Karsten Fischer nahm zunächst auf der Bank Platz. Bei den Gästen aus Meppen liefen die beiden Ex-Störche Michael Holt und Hüseyin Dogan von Beginn an auf.

Die Partie hätte mit einem Paukenschlag beginnen können, hätte Tim Siedschlag nach 100 Sekunden sein drittes Saisontor erzielt. Ideal von Jarek Lindner von links  freigespielt traf er allerdings aus 16 Metern den Ball nicht richtig und Meppens Schlussmann Benjamin Gommert konnte den Ball halten. Holstein um Spielkontrolle bemüht, doch Meppen stand defensiv in der Anfangsphase eng und sicher. Nach einem Zusammenprall musste Sofien Chahed seinen Dienst bereits nach 13 Minuten beenden, Marc Heider kam für ihn und rückte für Fiete Sykora ins Sturmzentrum, der als hängende Spitze spielte. Meppen nur mit langen Bällen und ohne Durschlagskraft in der Offensive, Holstein mit mehr Ballbesitz und guten Chancen: Marc Heider eroberte sich prima den Ball im Mittelfeld zog über die linke Seite, legte ab auf den mitgelaufenen Jarek Lindner in die Mitte, der alleine vor Benjamin Gommert den Schlussmann aus kurzer Distanz anschoss. Vier Minuten später war es wieder der frisch verheiratete Linksaußen, der nach einem Gefühl den Ball aus acht Metern verfehlte. Das sollte sich rächen. Ein langer Ball landete auf der rechten Kieler Abwehrseite beim gestarteten Michael Holt, der den Ball auf den langen Pfosten flankte, wo Stefan Raming-Freesen den Ball aus zwei Metern nur noch einzuschieben brauchte – 0:1 nach 27 Minuten. Doch Kiels Antwort brauchte nicht lange: Und endlich belohnte sich Jarek Lindner für seinen unermüdlichen Einsatz. Nach Pass von Marc Heider war der flinke 23-Jährige schneller als zwei Meppener und schob unhaltbar in die linke Ecke zum 1:1 ein (30.). Meppen –keineswegs geschockt – versuchte es nach dem Ausgleich auf einmal auch mit Kombinationen durch das Mittelfeld anstatt mit langen Bällen. Doch die Holstein-Abwehr stand sicher. Bis zur Pause waren beide Teams um konstruktives Spiel bemüht. Der letzte Pass fehlte allerdings hüben wie drüben. Mit 1:1 ging es in die Kabinen.

Ohne Wechsel ging es in Durchgang zwei – mit der ersten Großchance für den Gast, doch Michael Holt scheiterte aus sieben Metern am gut reagierenden Morten Jensen im Störche-Tor. Holstein in den ersten Minuten nach der Pause noch unsortiert: Sebastian Schepers setzte den Ball aus 16 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei (53.). Dann aber Holstein zurück. Marc Heider narrte Hüseyin Dogan, flankte den Ball auf Steve Müller, der den Ball nur noch über die Linie zu köpfen brauchte, aber Benjamin Gommert im Meppener Gehäuse kratzte das Leder im Stile eines Klassekeepers über die Latte. Es entwickelte sich fortan ein packendes Spiel zweier guter Mannschaften. Um jeden Zentimeter Boden wurde gekämpft, das Tempo wurde erhöht. Nach 60 Minuten erneut das Duell Müller gegen Gommert. Diesmal hielt Meppens Nummer 1 einen 18-Meter-Hammer bravourös. Meppens Schlussmann entwickelte sich zu Holsteins Albtraum: Lindner auf Siedschlag, der alleine vor dem Ex-Lübecker diesen nur anschoss. Holstein mittlerweile drückend überlegend. Dann die 69. Minute: Marc Heider mit präziser Flanke auf Fiete Sykora, der ebenso präzise an den Innenpfosten zur Führung einköpfte. Krake Gommert  blieb diesmal nur der Blick hinterher. Endlich die mehr als verdiente Störche-Führung. Und die Störche blieben am Drücker. Logische Folge: das 3:1. Wieder war es Marc Heider, der sich diesmal über rechts gegen zwei Gegespieler durchtankte, den Ball in den Rükcken der Abwehr legte und Fiete Sykora überlegt den Doppelpack schnürte (81.). Nach einem Zusammenprall verließ Marc Heider unter tosendem Beifall der 3.011 Zuschauer noch das Feld. Dann waren die drei Punkte und der vierte Tabellenplatz eingetütet.

Stimmen

Meppens Coach Johann Lünemann sagte nach dem Spiel: „Wir sind etwas enttäuscht, da wir über 60 Minuten gut mitgespielt haben und nach der Pause auch in Führung hätten gehen können. Dennoch hat man spätestens in der Schlussphase einen Qualitätsunterschied gesehen und daher geht der Sieg für Kiel in Ordnung.“ KSV-Trainer Thorsten Gutzeit sah das Spiel ähnlich: „Das war ein sehr, sehr schwer erkämpfter Sieg heute. Meppen hat uns früh gestört, dennoch haben wir gute Gelegenheiten gehabt, die wir zunächst nicht genutzt haben. Nach der Pause haben wir Glück gehabt. Fällt das Tor für Meppen, wäre das Spiel sicher nicht so positiv für uns ausgegangen. Letztlich hatten wir dann aber den Willen zum Sieg  und haben dann auch verdient gewonnen.“  Zu dem dreifachen Vorbereiter Marc Heider sagte der Holstein-Coach: „Wohl dem, der einen Heider hat. Wir wissen, wie wertvoll er für uns ist und sind froh, dass wir ihn haben.“

Am Sonntag, den 11. September, spielen die Störche in Hannover-Garbsen beim TSV Havelse. Anstoß ist um 14 Uhr.

KSV Holstein: Jensen – Herrmann, Steil, Berzel, Poggenberg (79. Gutzeit) – Müller, Kazior – Siedschlag, Chahed (ab 14. Heider, ab 88. Fischer), Lindner – Sykora.

Tore: 0:1 Raming-Freesen (27.), 1:1 Lindner (30.), 2:1 Sykora (69.), 3:1 Sykora (81.)

SR: Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 3.011

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