HUH! Island gegen Goliat

Holsteins Isländer Eidur Aron Sigurbjörnsson zum Viertelfinale gegen Frankreich

Der kleine, mutige David schlägt den Riesen Goliat: Die Geschichte war schon immer faszinierend – zur Zeit spielt sie sich bei der EM in moderner Variante ab. Das kleine Island hat den Riesen England im Achtelfinale besiegt – heute geht es gegen Frankreich im Viertelfinale. Eidur Aron Sigurbjörnsson ist eher zurückhaltend – aber im Moment in erster Linie richtig stolz – und vielleicht auch ein kleines bisschen wie David vor seinem Kampf:

Claudia Aue: Eidur, wie ist Dein Tipp für heute Abend?
Eidur Aron Sigurbjörnsson: Ich glaube, wir haben eine Chance. Ich habe den Leuten hier bei Holstein Kiel schon erzählt, dass wir gegen England eine Chance haben. Aber niemand hat mir geglaubt. Wir sind bestimmt nicht das beste Fußballteam bei der EM, so viel ist klar. Wir sind eher Verteidiger. Aber so leidenschaftlich wie wir verteidigen als Team, so will jeder das Spiel gewinnen. Ich glaube, unsere Spieler haben etwas Besonders in der mentalen Verfassung. sie gehen in jeden Zweikampf, in jeden Pass, sie geben einfach 120 Prozent in jedem Spiel, das ist einfach fantastisch.

Fantastisch ist ja auch die Geschichte von David und Goliat – allerdings ein bisschen blutrünstiger. David ist mutig und selbstbewusst aufgetreten gegen die feindlichen – wie Island eben … 
Unsere Geschichte bei dieser EM ist ziemlich ähnlich der zu David und Goliat – jeder hat erwartet, dass Goliat gewinnt. Aber es geht vor allem darum, ob man an das glaubt, was man tut oder nicht – bei uns glaubt jeder Spieler daran, auch die Physiotherapeuten und der Koch, der beim isländischen Team ist – alle glauben an das, was sie tun. Auch die Fans – fast jeder Isländer wird heute Abend vor dem Fernseher sitzen – und die riesen Party nach dem England-Spiel inklusive HUH-Schreie ist vor allem ein großer Dank an die Fans zuhause und im Stadion.

Stichwort: Fans. Welche Rolle spielen die 300.000 Isländer, die offenbar allesamt hinter der Mannschaft stehen?
Unter unseren Fans haben wir eine Gruppe, die nennt sich Nummer zwölf, sozusagen der extra Spieler.  Ich glaube, sie zeigen unserer Nationalmannschaft ihre Wertschätzung und umgekehrt. Für mich, und ich glaube für jeden, ist es einfach schön zu sehen, dass die Spieler so für ihre Fans da sind. Wir sind so stolz!

Eine schöne Idee: Die Fans als der zwölfte Spieler. Wo wirst Du heute Abend die Nummer zwölf sein?
Ich kann das Spiel nicht in einer Kneipe gucken. Ich muss zuhause sein. Fenster zu und jedes Mal, wenn was passiert, wenn sich Island eine Chance erspielt, schreie ich… Im Fußball können Wunder passieren.

Das Gespräch führte Pastorin Claudia Aue für die NDR1-Welle Nord.

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