Hopp oder top

Holsteins Gegner Fortuna Köln überrascht

Ex-Storch Kusi Kwame trägt seit 2013 für Fortuna Köln

Die Elf von Trainer Uwe Koschinat, am kommenden Sonntag um 14 Uhr im Südstadion Gegner der KSV Holstein, gehört als Tabellensiebter zu den positiven Überraschungen der 3. Liga, hätte aber mit einer besseren Defensive noch höher klettern können.

„Man muss klar sagen: Ich habe es nicht geschafft, die Defensivspieler zu Beginn der Hinrunde in Topform zu bringen“, solch ein Eingeständnis ist im Profifußball heute selten zu hören. Uwe Koschinat übernahm die Verantwortung für die hohe Anzahl von Gegentreffern (derzeit 40) in der laufenden Saison. Ein Jahr zuvor waren es nur derer 19 gewesen. Der Trainer von Fortuna Köln ist für überraschend offene Worte bekannt. Wiederholt erklärte der 44-Jährige die Entwicklung der KSV Holstein als Vorbild für seinen Hopp-oder-Top-Klub. Laufen die Rot-Weißen aus der Kölner Südstadt auf, gibt es fast immer einen Sieger. In 23 Fortuna-Spielen gab es nur fünf Unentschieden. Kein Drittligist kann diesen Wert unterbieten.

Brutal heimstark

In der Zwischenrechnung liegt der frühere Zweitligist auf Platz sieben, Holstein sechs Ränge darunter. In der Domstadt erwartet die Störche ein ganz heißes Duell oder wie Koschinat es formuliert: „Wir sind eine brutal heimstarke Truppe.“ Dieser fehlt in der Rückserie jedoch ein zentrales Element: Markus Pazurek zog sich im vorletzten Spiel des Jahres 2015 einen Kreuzbandriss zu und wird monatelang ausfallen. Als Ersatz verpflichteten die Kölner mit Christopher Theisen einen 19 Jahre jungen Ersatz vom 1. FC Nürnberg II, dem Koschinat die zentrale Rolle zutraut.

2:2 und 0:0

Beim 2:2-Hinspiel in Kiel war Pazurek in anderer Funktion entscheidend: Nachdem er in der 75. Minute für Johannes Rahn den Platz verlassen hatte, legte dieser mit seinem ersten Ballkontakt auf Michael Kessel, der zum Ausgleich vollstreckte (77.). Aus Kieler Sicht war es ein unnötiges Ergebnis, nachdem man aus einem 0:1-Rückstand durch Treffer von Fabian Schnellhardt (28.) und Rafael Czichos (66.) die spielerischen Vorteile in eine Führung umgemünzt hatte. Das letzte Aufeinandertreffen in Köln endete am 9. November 2014 0:0. Damals war die Situation umgekehrt: Holstein lag sechs Punkte vor der Fortuna und zog später in die Relegation um den Zweitligaaufstieg ein.

Historie

26 Jahre in Serie spielten die Rot-Weißen in der 2. Bundesliga, etablierten sich im deutschen Profifußball und stehen noch heute auf dem dritten Rang in der „Ewigen Tabelle“ des Unterhauses. Mit der finanziellen Unterstützung des 2005 verstorbenen Unternehmers Löring, der in Köln den Spitznamen „De Schäng“ erhalten hatte, und vielen ehrenamtlichen Helfern, gelang es der Fortuna, das größte Nachwuchsleistungszentrum innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes zu erschaffen. In seiner Zeit soll der gelernte Elektrikermeister Löring, der ein später aus neun Firmen bestehendes Unternehmensimperium gründete, über 15 Millionen Euro in den Verein investiert haben.

Köln gegen Köln

Der größte Erfolg in der Ära Löring war der Einzug in das DFB-Pokalfinale in der Saison 1982/1983. Im Endspiel stand die Fortuna ausgerechnet dem Lokalrivalen und Erstligisten 1. FC Köln gegenüber. Im bis heute einzigen Duell zweier Kölner Mannschaften in einem DFB-Pokalfinale musste sich der damalige Zweitligist dem Favoriten 0:1 geschlagen geben. In der Liga folgten viele Spielzeiten im oberen und unteren Mittelmaß der 2. Liga, ausgenommen die Saison 1985/1986: Als Tabellendritter erreichten die Rheinländer die Aufstiegsrelegation, verpassten gegen Borussia Dortmund (2:0/1:3/0:8 im Wiederholungsspiel) aber den Wiederaufstieg.

Anfahrt zum Kölner Südstadion

Mit dem Auto:

Adresse fürs Navigationsgerät: Vorgebirgstraße, 50969 Köln

Parkplätze sind bequem unmittelbar vor dem Stadion.

Mit der Bahn:

Von Köln Hauptbahnhof mit der Straßenbahn-Linie 12 Richtung Neumarkt, die direkt vor dem Stadion an der Station „Pohligstraße“ hält.

Eintrittspreise Stehplatz ab 11 Euro (ermäßigt 10 Euro), Sitzplatz ab 25 Euro (ermäßigt 22 Euro)

 

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