Holstein verteidigt Tabellenführung

Holstein Kiel - TSV Havelse 1:0 (1:0)

Jakob Sachs in Bedrängnis.

Holstein Kiel gewinnt auch das dritte Regionalligaspiel des Jahres 2012. Mit einem 1:0 gegen den TSV Havelse verteidigten die Störche die Tabellenführung. Vor 3.826 Zuschauern erzielte KSV-Kapitän Christian Jürgensen
das Tor des Tages erzielte bereits in der 7. Minute. Danach zeigte der Gast eine entschlossene erste Halbzeit und hatte drei gute Gelegenheiten, den Ausgleich zu erzielen. In der zweiten Halbzeit gestalteten die Kieler die Partie offener, versäumten in den Schlussminuten aber das 2:0 zu machen.

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit veränderte sein Team zum 2:1-Sieg beim SV Wilhelmshaven einmal: Deran Toksöz stand seit dem 4. Dezember wieder in der Startelf. Steve Müller saß zunächst auf der Bank. 

Trainer André Breitenreiter hatte seine Havelser aufgefordert, den Kieler Offensivwirbel von Beginn an zu unterbinden. In der 7. Minute durchkreuzten die Störche die Pläne des Ex-Kielers. Nach einem Kazior-Freistoß konnte TSV-Schlussmann Lucassen den Kopfball von Sykora noch parieren. Den Abpraller verwandelte Kapitän Jürgensen zur Führung. Die Kieler Führung motivierte aber die Gäste, die jetzt Breitenreiters Forderungen besser umsetzten und mit viel Einsatz und Willen den Tabellenführer in die eigene Hälfte drückten. Kiels Nummer 1 Jensen hielt zweimal glänzend gegen TSV-Torjäger Beismann (17. und 23.). An der Seitenlinie versuchte Holstein-Trainer Gutzeit ein ums andere Mal seine Störche wachzurütteln, aber die Kieler kamen nicht in das gewohnte Kombinationsspiel. Stattdessen rettete kurz vor dem Seitenwechsel Jensen ein weiteres Mal in höchster Not (44.). Diesmal war Havelses Posipal über außen durchgebrochen. Glücklich ging es für die Störche mit einer Führung in die Kabine.

Auch nach der Pause taten sich die Störche schwer. Zu leicht gingen die Bälle im Spielaufbau verloren. Dafür stand die KSV-Defensive sicherer. Zu echten Torchancen wie in Hälfte eines kamen die Gäste nicht, die nur noch mit hohen, langen Bällen versuchten, die Kieler zu überlisten. Auch die 3.826 Fans spürten, dass ihr Team mehr Unterstützung benötigt als bislang in der Saison und feuerten ihre Störche an, die jetzt mehr fürs Spiel machten. Schon in der gegnerischen Hälfte störte die KSV mit dem eingewechselten Wulff, der in der 80. Minute nach einer Herrmann-Flanke einen Schritt zu spät kam. Zwei Minuten später scheiterte Lindner aus 17 Metern an Havelses Torhüter Lucassen, der auch Sykoras Kopfball nach der folgenden Ecke entschärfte. Das Spiel lebte in der Schlussphase von seiner Spannung. Auf der einen Seite hielt Jensen einen Hansmann-Schuss, auf der anderen setzte Sykora den Ball aus 18-Metern neben den linken Pfosten. Havelse warf weiter alles nach vorne. In der 88. Minute versagten TSV-Akteur Tasky alleine vor Kiels Keeper die Nerven und der Havelser jagte den Ball übes Tor. In der Nachspielzeit vergaben dann Toksöz und Lindner einen höheren Sieg der Kieler. Dann war der Dreier eingefahren.

Stimmen nach dem Spiel

Patrick Herrmann sagte nach dem Spiel: „Wir können zufrieden sein, gegen gute Havelser hier gewonnen zu haben. Bei uns waren heute irgendwie die Beine schwer und wir haben einfach zu lange gebraucht, um ins Spiel zu finden.“ 

Torschütze Christian Jürgensen freute sich ebenfalls über den Dreier gegen den Favoritenschreck aus Havelse: „Wir wussten, dass es hier eine ganz schwere Angelegenheit wird. Selbst nach dem frühen 1:0 waren die Havelser griffiger als wir, haben ihre Tugenden – das körperintensive Spiel, immer eng am Mann zu sein und mit großer Entschlossenheit zu agieren – ein weiteres Mal ausgespielt und gezeigt, dass sie ein gutes Team haben. Aber auch ein großes Kompliment an unsere Mannschaft. Wir haben diesen Kampf angenommen – insbesondere in der zweiten Halbzeit – und haben denke ich auch in der Summe der beiden Halbzeiten verdient gewonnen.

André Breitenreiter, Trainer des TSV Havelse, war trotz der Niederlage zufrieden: „Wir können heute stolz auf unsere Mannschaft sein, die 80 Minuten ein hervorragendes Spiel gezeigt hat. Wir waren präsent, haben zielstrebig nach vorne gespielt, aber leider die ersten zehn Minuten verschlafen und durch einen Standard das 0:1 gefangen. Andere Teams, die hier nach sieben Minuten in Rückstand lagen, gingen hier unter. Das sind wir nicht und das habe ich meiner Mannschaft schon in der Halbzeit gesagt. Holstein musste bis zum Schluss zittern und ein Punktgewinn für uns wäre verdient gewesen.“ 

Holstein-Trainer Gutzeit sagte auf der Pressekonferenz: „Das war heute ein glücklicher Sieg für uns. Wir haben zwar gut ins Spiel gefunden, aber es nicht geschafft die Stärken von Havelse zu unterbinden. In der ersten Halbzeit lag es mehr am Havelser Unvermögen als an uns, dass wir mit einer Führung in die Pause gehen. Insgesamt war es keine gute Leistung von uns, das lag aber auch am Gegner. Die Punkte nehmen wir natürlich gerne mit, aber so viel Glück wie heute werden wir nicht jedes Wochenende haben und daran werden wir arbeiten.“ Routinier Rafael Kazior meinte nach dem Schlusspfiff: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, leider haben wir dann nach der Führung den Faden verloren. Oft fehlte der finale Pass oder der Abschluss. Aber es zeichnet uns auch aus, dass wir solche Spiele erfolgreich über die Bühne bringen. Jetzt freuen wir uns auf das Derby in Lübeck.“ Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann sagte: „Es war das erwartet schwere Spiel heute.“

Am kommenden Wochenende geht es für die Störche in die Marzipanstadt zum VfB Lübeck. Anstoß ist am Sonntag um 14 Uhr im PokerStars.de-Stadion an der Lohmühle.

Holstein Kiel: Jensen – Herrmann, Berzel, Jürgensen, Wetter – Kazior (66. Wulff), Toksöz – Sachs (86. Meyer), Chahed (31. Müller), Lindner – Sykora.

Tore: 1:0 Jürgensen (7.),

Zuschauer: 3.826


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