Tabellenführung nach Störche-Kampf

TSV Havelse - Holstein Kiel 1:1 (1:1)

Amando Aust bejubelt seinen Ausgleichstreffer

Holstein Kiel hat mindestens bis zum Wochenende die Tabellenführung der Regionalliga Nord erobert. In einem kampfbetonten Nachholspiel des 3. Spieltags trennten sich die Störche vor 831 Zuschauern vom TSV Havelse mit 1:1. Den Pakenschlag kurz nach Anpfiff von Tom Merkens (2.) glich Startelf-Debütant Amando Aust (37.) noch vor der Pause aus. Obwohl die Störche in der zweiten Hälfte das größere Engagement zeigten und optisch überlegen waren, wurde der leidenschaftliche Einsatz nicht belohnt.

Holsteins Trainer Thorsten Gutzeit reagierte in der Startformation ausschließlich auf den Ausfall des verletzten Innenverteidigers Marcel Gebers, für den Amando Aust begann, der nach seinem RL-Debüt am Freitag somit zum ersten Mal von Beginn an auflief.

Havelses Trainer André Breitenreiter hatte gerade seinen Platz auf der Bank eingenommen, als er schon wieder aufspringen durfte. Außenverteidiger Tom Merkens marschierte durchs Halbfeld, zog trocken ab und setzte den Ball aus 19 Metern flach ins lange Eck (2.). Die perfekte Ausgangsposition für die kampfstarken Havelser, den Störchen die mögliche Tabellenführung zu vermiesen. Und die KSV tat sich schwer: Schon im Spielaufbau unterliefen den Kielern immer wieder Ungenauigkeiten, so konnte auf das Tor von TSV-Schlussmann Alexander Meyer kaum Druck aufgebaut werden. Marcel Schied (8.) und Jaroslaw Lindner (23.) hatten noch die aussichtsreichsten Gelegenheiten, die aber nicht wirklich keine Gefahr brachten. Die besten Kieler waren bis dahin die gut 250 Holstein-Fans, die ihre Störche permanent anfeuerten und dafür belohnt werden sollten: Nach einem Freistoß von Tim Siedschlag tropfte der Ball vor die Füße von Armando Aust, der in seinem zweiten Regionalliga-Einsatz seinen ersten Treffer erzielte (37.). Der erste Gegentreffer für den TSV nach 436 Minuten. Nach Tumulten auf und neben dem Platz – Jaroslaw Lindner wurde auf dem Feld vom TSV-Torschützen Merkens gelegt und danach KSV-Athletiktrainer Timm Sörensen von einem Ordner umgerempelt – ging es mit 1:1 in die Kabinen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie kampfbetont. Auf dem engen Platz kam es reihenweise zu Zweikämpfen. In der 54. Minute hätte Aust beinahe zum zweiten Mal zugeschlagen, sein Ball ging aber ans Außennetz. Auf der anderen Seite hielt Morten Jensen einen Schuss des Havelsers Marco Hansmann sicher (61.). Bis dahin hatten beide Teams auf Augenhöhe agiert, nach gut einer Stunde übernahm Holstein dann das Kommando. Innenverteidiger Steve Müller sorgte für den großen Aufreger, als er nach einem langen Einwurf den Ball an den Pfosten schoss (76.). Holstein warf noch einmal alles nach vorne, um den Ausgleich zu erzielen. Der TSV agierte in der Defensive aber clever und ließ kaum Chancen zu. So endete das Spiel mit der 1:1-Punkteteilung. Aufgrund des leidenschaftlichen Einsatzes in der zweiten Halbzeit hätten die Störche durchaus einen weiteren Treffer verdient. Immerhin ist das Gutzeit-Team mindestens bis zum Wochenende Spitzenreiter der RL Nord.

Stimmen nach dem Spiel

Steve Müller, der in der 76. Minute mit einem Pfostenschuss den Sieg nur haarscharf verpasste, meinte nach dem Spiel: „Wir haben heute die Nerven bewahrt und waren im zweiten Durchgang die dominante Mannschaft. Wir hätten das zweite Tor machen müssen. Wir werden sehen, was der Punkt noch für uns bedeuten wird. In Havelse werden es auch andere Teams noch sehr schwer haben.“

Ausgleichstorschütze Amando Aust sagte nach dem Schlusspfiff abgekämpft: „Nach einem schlechten Start sind wir zurück gekommen. Der TSV Havelse hatte nach dem Führungstreffer keine Torchance mehr. Leider fehlte mir bei der Großchance nach der Pause die Coolheit. Letztlich ist der Zähler angesichts des Fehlstarts aber wohl in Ordnung.“

Thorsten Gutzeit kommentierte das Remis folgendermaßen: „Leider haben wir nicht den erhofften Sieg eingefahren. Wir haben es nicht geschafft, vor dem Rückstand den Ball aus der Gefahrenzone zu bringen. Die Partie war von Emotionen und Leidenschaft geprägt, auf dem Platz blieb aber alles im Rahmen. Nach dem Ausgleich hatten wir mehr vom Spiel, aber das Tor wollte nicht fallen. Mit dem Punkt müssen wir dann heute leben. Nach dem Rückstand bin ich letztlich mit dem 1:1 auch nicht unzufrieden. Dem TSV wünsche ich im DFB-Pokal das nötige Glück, um eine Runde weiter zu kommen.“ Zur Leistung von Innenverteidiger und Torschütze Aust sagte Gutzeit: „Amando hat sich durch seine Leistungen in der U23 und in den Liga-Trainingseinheiten empfohlen und hat heute sehr, sehr gut gestanden. Ich bin froh, dass ich auf derartige Spieler zurückgreifen kann.“

Ex-Storch und TSV-Coach Andre Breitenreiter, der am Dienstag seinen 39. Geburtstag feierte, meinte: „Wir haben in zwei Spitzenspielen nicht verloren, haben 96 besiegt und erstmals gegen Holstein gepunktet. Die KSV hat ihre Klasse ausgespielt und uns das Leben schwer gemacht. Wir haben mit Mann und Maus verteidigt und konnten unsere Serie ungeschlagener Spiele fortsetzen. Jetzt wollen wir diese Leistung gegen Werder II bestätigen. Ich wünsche Holstein alles Gute, ich schaue mit einem Auge immer noch nach Kiel und wünsche der KSV die Meisterschaft.“

Holstein Kiel: Jensen – Herrmann, Aust, Müller, Wetter – Kazior, Toksöz (66. Krause) – Siedschlag, Johansen (80. Sykora), Lindner (59. Heider) – Schied.

Tore: 1:0 Merkens (2.), 1:1 Aust (37.)

Zuschauer: 831

Schiedsrichter: Wenzel (Gnarrenburg)


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