Holstein verkürzt Rückstand auf Halle

Hannover 96 II - Holstein Kiel 1:3 (0:3)

Dank einer druckvollen ersten Halbzeit gewann Holstein Kiel bei Hannover 96 II mit 3:1. Bereits nach einer knappen halben Stunde standen die Vorzeichen auf Sieg für die Störche. Jaroslaw Lindner mit seinen Saisontoren 18 und 19 (7., 26.) und Marc Heider (27.) hatten zur souveränen 3:0-Führung getroffen. Nach der Pause spielte nur noch Hannover. Beflügelt von dem schnellen 1:3 durch Lars Fuchs (47.) übernahmen jungen Roten die Spielkontrolle, konnten aber keinen weiteren Treffer nachlegen. Durch den fünften Kieler Sieg in Folge rückte die KSV auf vier Punkte an Tabellenführer Halle heran, der gestern beim 0:0 bei Energie Cottbus II nur einen Punkt mitgenommen hatte.

Holstein-Trainer Gutzeit schickte in der Hannoveraner WM-Arena die selbe Elf auf den Rasen, die beim 1:0-Sieg gegen RB Leipzig begonnen hatte. Bei sommerlichen Temperaturen begannen die Gastgeber lau, die Störche dagegen heiß. Bereits in der 7. Minute musste 96-Torwart Radlinger, wie der Ball an ihm vorbei ins Netz zischte. Lindner hatte das Leder unhaltbar unter die Latte geknallt. Hannover schien auf einen Nicht-Angriffspakt aus zu sein, anders druckvolle Störche. Meyer drehte einen 30-Meter-Freistoß an den Außenpfosten (13.), Sykora scheiterte erst aus kurzer Distanz an Radlinger (14.), dann an Schiedsrichter Foltyn, der eine Abseitsstellung von Kiels Nummer 22 erkannt hatte (19.). Kiels hängende Spitze traf zwar selbst nicht ins Schwarze, zeigte sich als Vorbereiter umso wertvoller. Nach einem Wetter-Einwurf spielte er Lindner frei, der Radlinger keine Chance ließ und seinen 19. Saisontreffer erzielte (26.). Die 50 mitgereisten Kieler jubelten noch, als Sykora seinen Mitspieler Heider in Richtung 96-Gehäuse schickte und der Radlinger ebenfalls verlud. Das 3:0 für die KSV in der 27 Minute. Hannover-Trainer Ismael hatte als Schwachstelle den Zwei-Meter-Schlacks Löhden in der Innenverteidigung ausgemacht und ausgewechselt. Kurz vor der Pause spielte Sykora aber Heider aufs Neue perfekt frei, „Heidi“ verzog aber knapp neben das Tor.

Ob es am KSV-Torwart Strähle liegt, dass ausgerechnet gegen ihn die gegnerischen Stürmer regelmäßig unglaubliche Schüsse auspacken, ist unwahrscheinlich. Aber nach Herthas Djuricin und Meppens Wessels jagte heute Hannovers Fuchs das Leder aus 20 Metern unhaltbar fürs Kiels 22-jährigen Schlussmann zum 1:3 in den Winkel. Ein unerwarteter Start in den zweiten Durchgang, in dem die KSV in der Offensive kaum noch stattfand. Die Bundesligareserve war jetzt auf Temperatur und zeigte Gegenwehr. Strähle rettete zweimal gut gegen Aycicek (49.) und nach einer Ecke (55.). Jürgensen klärte fair gegen den einschussbereiten Fuchs (63.). Wäre in dieser Phase der Anschluss gefallen, 96 wäre wieder in der Partie gewesen. Doch die „jungen Roten“ nahmen aus den druckvollen Minuten nichts Zählbares mit und verloren von Minute zu Minute den Offensivdrang. Die Störche befreiten sich mehr und mehr vom Druck, kamen so wieder zu mehr Ballbesitz und schaukelten den fünften Dreier in Folge über die Zeit.

Holstein-Kapitän Christian Jürgensen war nach dem Spiel sehr zufrieden: „Das war heute eine heiße Sache und eine gute Leistung von der gesamten Mannschaft. Wir haben den fünften Sieg in Folge eingefahren und wollen genau so weiter machen. Wir haben ein starkes Kollektiv zusammen, das hat richtig Spaß gemacht. Und wir haben zwei Punkte gut gemacht.“

Innenverteidiger Marco Steil meinte abgekämpft: „Das war ein verdientes 3:1 für uns. Wir müssen bis zum Saisonende alles gewinnen, dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.“

Kiels Sportlicher Leiter Andreas Bornemann kommentierte das Spiel wie folgt: „Wir haben die Vorlage des Mitbewerbers aus Halle genutzt und haben zwei Zähler aufgeholt.  Wir müssen weiter Druck auf dem Kessel halten, um bis zum Ende Spannung zu haben. Der Sieg heute war absolut verdient.“

KSV-Coach Thorsten Gutzeit sagte: „Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In den ersten 45 Minuten haben wir alles abgerufen, sind ein hohes Tempo gegangen und haben sehr gut nach vorne gespielt. Hinten standen wir sicher. Nach der Pause kam Hannover wieder ins Spiel, der Gegentreffer machte es uns schwer. Mitte der 2. Halbzeit lief es dann wieder besser, als wir mit den Auswechslungen wieder mehr Ruhe rein bekommen haben.“

96-Trainer Valerien Ismael sagte: „Im ersten Durchgang war meine Mannschaft ein Totalausfall. Mich ärgert, dass meine Jungs sich so verhalten haben. Etwas Schlimmeres habe ich von meinem Team noch nicht gesehen. Holstein war effektiv und konzentriert. Nach der Pause haben wir unser wahres Gesicht gezeigt. Dennoch ist der Holstein-Sieg verdient.“

Holstein Kiel: Strähle – Herrmann, Steil, Jürgensen, Wetter – Kazior, Toksöz (73. S. Müller) – F. Meyer, Sykora (81. Wulff), Lindner – Heider (73. Chahed). Trainer: T. Gutzeit.

Tore: 0:1 Lindner (7.), 0:2 Lindner (26.), 0:3 Heider (27.), 1:3 Fuchs (47.)

Zuschauer: 400

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