Beachtliches Remis gegen Zweitligisten

Hannover 96 - Holstein Kiel 2:2 (0:0)

Salou Sané mit starkem Einsatz gegen Hannover 96

Das unterhaltsame Testspiel zwischen der KSV Holstein und Hannover 96 endete 2:2 (0:0). Vor knapp 400 Zuschauern trafen am Freitagabend Luca Dürholtz und Tim Siedschlag für den Drittligisten, der im Vergleich mit dem Tabellenzweiten der 2. Liga das bessere Team war. Um die Reisestrapazen überschaubar zu halten, fand das Nord-Derby im Osterwald-Stadion des TV Jahn Schneverdingen statt.

„Wir wollen im Rhythmus bleiben“, sagte KSV-Trainer Markus Anfang, der sich freute, einen so attraktiven Gegner in der Länderspielpause gefunden zu haben. „Hannover ist eine echte Messlatte.“ Die Niedersachsen hatten einige Stammspieler zu Hause gelassen, aber auch bei den Störchen fehlte eine halbe Mannschaft. Neben Kapitän Rafael Czichos (Muskelfaserriss) pausierte auch Stellvertreter Dominik Schmidt, den wie Patrick Kohlmann Rückenprobleme plagen. Mit Arne Sicker (viraler Infekt) fiel ein vierter Defensivakteur aus, mit dem gelernten Rechtsverteidiger Kingsley Schindler (Zahn-Operation) ein fünfter. Zudem wurde Flügelflitzer Steven Lewerenz (Knieprobleme) geschont. 

Ohne fünf Defensivspieler

Der Test bot Anfang die Gelegenheit, jenen Spielanteile zu geben, die zuletzt gefehlt hatten. So durfte Milad Salem beginnen. Der gebürtige Afghane hatte eine Einladung seines Verbandes abgelehnt, um sich voll auf den Verein zu konzentrieren. Salem hatte sich nach einer starken Vorbereitung im ersten Punktspiel gegen den FSV Frankfurt einen Muskelfaserriss zugezogen und seitdem auf eine erneute Chance warten müssen. Auch Eidur Sigurbjörnsson (Bänderriss) und Evans Nyarko (Reizung im Kniegelenk) gaben nach wochenlangen Verletzungspausen ihr Comeback. Miguel Fernandes saß erstmals nach seinem Schlüsselbeinbruch wieder auf der Bank. Ohne fünf Defensivspieler musste Anfang in der letzten Reihe improvisieren. So rückte Rechtsverteidiger Patrick Herrmann nach links, und Kapitän Tim Siedschlag verteidigte auf der rechten Seite. Als Sigurbjörnsson in der 52. Minute verletzungsbedingt das Feld räumte, rückte Mittelfeldspieler Alexander Bieler nach hinten. 

Zentner stark, dann kam Prib

Bei der Höhe des Improvisationsgrades verwunderte es nicht, dass die Hannoveraner sich ein Übergewicht erarbeiteten und nach einer halben Stunde in Führung hätten gehen können. Doch der starke Robin Zentner verhinderte gegen Tim Dierßen und Felix Klaus das 0:1. Zentner spielte von Beginn an, weil Kenneth Kronholm, der bis dato in allen Punktspielen dieser Saison das Tor gehütet hatte, eine Pause bekam. Sekunden vor dem Pausenpfiff bot sich Tammo Harder, nach feiner Flanke von Luca Dürholtz, die bis dato größte Holstein-Chance, doch sein Kopfball ging knapp am Pfosten vorbei. Unmittelbar nach Wiederanpfiff rettete Zentner mit einem tollen Reflex gegen Edgar Prib, doch in der nächsten Szene sollte der 96-Kapitän siegen – das 1:0 für die Hannoveraner (55.) war hochverdient. 

Siedschlag herrlich

Auf die Störche wirkte es wie ein Weckruf, sie kamen immer besser ins Spiel und hätten durch Saliou Sané (60.) ausgleichen können. Doch er verpasste ein feines Zuspiel von Salem um Millimeter. Kurz darauf machte Dürholtz es besser, als er einen Pass des eingewechselten Dominick Drexler zum verdienten Ausgleich (68.) nutzte. Manuel Janzer vergab unmittelbar im Anschluss (69./70.) gleich zweimal die Führung für die Kieler, die inzwischen klar das Geschehen bestimmten. Siedschlag, nach toller Ecke von Salem, traf schließlich mit einem herrlichen Kopfball – in der 74. Minute hatten die Kieler das Spiel gedreht. Aber die Freude hielt nicht lange an, nach Foul an Fynn Arkenberg verwandelte Elias Huth den Strafstoß gegen Zentner (80.). Die Niedersachsen konnten sich letztlich aber bei ihrem Torhüter Samuel Sahin-Radlinger bedanken, dass es bei diesem Ergebnis blieb. Er rettete in der letzten Minute stark gegen den freistehenden Mathias Fetsch. Ein 3:2 für die Störche wäre verdient gewesen. 

Holstein Kiel: Zentner – Siedschlag, Hoheneder, Sigurbjörnsson (52. Bieler), Herrmann (45. Peitz) – Nyarko (60. Bieler), Janzer (80. Abrahamyan), Salem, Dürholtz – Harder (60. Drexler), Sané (60. Fetsch) 
Schiedsrichter: Eric Müller (Bremen)
Tore: 1:0 Prib (55.), 1:1 Dürholtz (68.), 1:2 Siedschlag (74.), 2:2 Huth (80./FE)
Zuschauer: 400 im Osterwald-Stadion, Schneverdingen 

 

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