Mit Leidenschaft an die Spitze

Holstein Kiel - Hamburger SV II 3:1 (1:0)

Torschütze Sykora wirft sich in den Schuss von Nagy.

Im ersten Spiel der Rückrunde besiegte Holstein Kiel den Hamburger SV II verdient mit 3:1 (1:0). Vor 3.890 Zuschauern hatte Fiete Sykora Kiel in Führung gebracht (39). Nach der Pause erhöhte Jaroslaw Lindner (63.), bevor Bertul Kocabas kurzzeitig für Hamburger Hoffnungen sorgte. (79.). Erneut Jaroslaw Lindner machte drei Minuten später den Kieler Sieg klar. Die Störche rückten durch den Erfolg erst einmal an die Spitze der Tabelle. Leipzig spielt erst am Sonntag gegen den SV Wilhelmshaven. Die Partie des Halleschen FC in Halberstadt fiel den widrigen Platzverhältnissen zum Opfer.

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit veränderte sein Team auf drei Positionen zum DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund. Sykora spielte als Spitze für den verletzten Heider. Sachs rückte für den ins zentrale Mittelfeld geschobenen Chahed auf die rechte Außenbahn. Wetter ersetzte Poggenberg als linken Verteidiger. Bei der HSV-Reserve liefen mit Lam, Besic und Bertram drei Spieler mit Bundesligaerfahrung auf.

Erst HSV gut, dann Holstein besser

Auf drei Positionen verändert brauchten die Störche 20 Minuten, um die gewohnte Ballsicherheit zu finden. So hatten die Gäste nach zwölf Minute die erste dicke Chance. KSV-Schlussmann Jensen bewahrte die Störche  aber mit einem Klassereflex vor dem Rückstand. Der flinke Akyere hatte freistehend aus acht Metern aufs Tor geschossen. Nach 25 Minuten hatte Steve Müller die Störche-Führung auf dem Fuß, klasse von Sykora freigespielt scheiterte er am aufmerksamen HSV-Torwart Dehmelt (24.). Die Kieler bekamen den „kleinen“ HSV besser in den Griff und blieben gefährlich: Sehenswerter Doppelpass von Lindner mit Sykora, den Schuss des quirligen Linksaußen  konnte erneut Dehmelt parieren (31.). Die Hamburger überstanden die Kieler Drangphase aber nicht: Chahed explodierte im Mittelfeld, wurde von Sachs prima in der Tiefe angespielt, hatte dann noch das bessere Auge für Sykora, der den Ball zur Führung einschob (39.).

Starke Störche nach der Pause

Nach der Pause kam Holstein hellwach aus der Kabine. Der HSV konnte sich minutenlang nicht der aus der eigenen Hälfte befreien. Nur das 2:0 fehlte, Chahed und Lindner hatten gute Gelegenheiten ausgelassen. Der Gast blieb dadurch im Spiel und es entwickelte sich ein Hin-und-Her mit Chancen auf beiden Seiten – zunächst ohne Tor. Das fiel in der 63. Minute: Sykora legte in den Lauf von Lindner, der alleine vor Dehmelt stramm zum 2:0 ins rechte Eck vollendete. Holstein drängte, zeigte den knapp 4.000 Zuschauern weiterhin guten Fußball und große Leidenschaft, nutzte die Torchancen aber nicht. So kam der HSV plötzlich zum Anschluss: Kocabas schloss einen schnellen Konter nach einer Ecke der Störche zum 2:1 ab (79.). Die Störche-Antwort folgte prompt: Chahed schickte Lindner, der HSV-Schlussmann Dehmelt diesmal austanzte und zum 3:1 einschoss (82.). Kurz vor Schluss schickte Schiedsrichter Koslowski den Hamburger Stepanek mit Gelb-Rot vom Feld, dann war Schluss.

Stimmen zum Spiel

Fabian Wetter, der erstmals in der laufenden Saison in der Startformation stand, freute sich über den wichtigen Dreier gegen den HSV: „Wir kamen schwer ins Spiel, aber mit der Zeit lief es immer besser. Vorne passte heute sehr viel zusammen. Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Ich freue mich sehr darüber, dass ich heute von Beginn an ran durfte.“

Routinier und Leitwolf Rafael Kazior meinte nach dem Sieg gegen seinen ehemaligen Verein zufrieden: „Wir sind sehr glücklich, dass es heute wieder zu einem Erfolg gereicht hat. Gegen einen engagierten und sehr beweglichen Gegner haben wir in der Vorwärtsbewegung viel Druck aufgebaut. Wir haben absolut verdient gewonnen, dürfen aber gern noch ein wenig an der Torquote feilen.“

Torschütze Fiete Sykora sagte zufrieden: „Es war ein hartes Stück Arbeit heute. Mal das Dortmund-Spiel ausgeklammert war es das erste Pflichtspiel nach zwei Monaten. Wir haben ein wenig gebraucht, um die nötige Sicherheit zu bekommen, aber nach 20 Minuten haben wir besser ins Spiel gefunden und ich denke auch in der Höhe verdient gewonnen. Wenn man uns etwas vorwerfen kann, dass, dass wir zu viele Chancen zugelassen haben.“

Kapitän Christian Jürgensen freute sich über den Sieg: „Hätte mir vor dem Spiel jemand gesagt, dass wir 3:1 gewinnen, hätte ich das sofort unterschrieben. Im Nachhinein war der Anschlusstreffer überflüssig – aber wir haben sofort die richtige Antwort parat gehabt.“

Der zweifache Torschütze Jaroslaw Lindner sagte: „Natürlich freue ich mich über die zwei Tore – aber noch mehr über die drei Punkte. Es war ein intensives Spiel, in dem es hin und her ging. Aber, wir haben schlussendlich die klareren Chancen gehabt. Wie mich Sophi vor dem 3:1 freigespielt hat, war schon klasse!“

Die Trainer auf der Pressekonferenz

HSV-Trainer Cardoso meinte enttäuscht: "Kiel hat verdient gewonnen, war vor allem im Abschluss besser. Holstein war sehr aggressiv und wir konnten unser Spiel nicht vernünftig aufbauen. Nach dem Anschlusstreffer hatte ich nochmal kurz Hoffnug, aber vergebens. Zum Glück hatten wir heute einen guten Torhüter, sonst hätten wir wohl noch mehrere Treffer kassiert.

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit analysierte: „Die Zuschauer haben ein sehr, sehr interessantes Spiel gesehen. Für uns als Trainer vielleicht nicht so schön, da beide Teams viele Torchancen zugelassen haben. Wir haben schwer ins Spiel gefunden, Hamburg hat zu Beginn im Mittelfeld viele Bälle in die Tiefe spielen können und die ersten Torchancen gehabt. Nach 15 bis 20 Minuten wurden wir besser und haben gezeigt, dass wir hier unbedingt gewinnen wollen. Teilweise wollte der ein oder andere sogar zu viel. Aber mir hat es sehr gut gefallen, wie sich die Jungs hier reingehauen haben. Am Ende hat auch der Wille dazu beigetragen, dass wir die drei Punkte hier behalten haben. Darüber freue ich mich riesig.“

 

Holstein Kiel: Jensen – Herrmann, Berzel, Jürgensen, Wetter (78. Poggenberg) – Müller, Kazior (89. Toksöz) – Lindner, Chahed, Sachs – Sykora (73. Wulff).

Tore: 1:0 Sykora (39.), 2:0 Lindner (63.), 2:1 Kocabas (79.), 3:1 Lindner (82.)

Zuschauer: 3.819


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