Heiders frühes 1:0 liefert drei Punkte

Holstein Kiel - Hallescher FC 1:0 (1:0)

Schütze des goldenen Tores: Marc Heider (gegen Halles Adil Lachheb)

Holstein Kiel gewinnt erstmals vor eigenem Publikum gegen den Halleschen FC. Die Störche siegten vor 5.819 Zuschauern verdient mit 1:0. Das Tor des Tages fiel früh. Marc Heider vollendete eine starke Kieler Kombination am zweiten Pfosten (8.). Vor allem die stabile Defensive der Holsteiner beeindruckte und ließ kaum eine Torchance der Gäste zu. Die Störche bleiben damit auch nach vier Drittligaspielen ungeschlagen und belegen den fünften Tabellenrang.

Holstein-Trainer Karsten Neitzel nahm zum 1:1 der Vorwoche bei den Stuttgarter Kickers eine Änderung vor. In der Sturmspitze begann Marc Heider für Marcel Schied. 

Die grandiose Stimmung zum Anpfiff im Holstein-Stadion sollte nicht abebben. Marcel Gebers schlug einen präzisen Diagonalpass über 40 Meter zu Fabian Wetter, der mit dem Kopf auf den startenden Casper Johansen ablegte. Dessen flache Hereingabe grätschte am zweiten Pfosten Marc Heider zur Kieler Führung über die Linie (8.). Ein starker Spielzug sorgte für einen perfekten Start der Störche. Halle beeindruckte danach mit Härte – Tim Danneberg, Fabian Wetter und Rafael Kazior waren die Leidtragenden. Schiedsrichter Rohde zückte dreimal Gelb. Den Weg zum Kieler Tor fand der HFC nicht entscheidend. Stürmer Pierre Merkel katapultierte das Leder aufs Stadiondach (23.). Sein nächster Versuch aus 22 Metern lenkte KSV-Schussmann Maximilian Riedmüller über die Latte (29.). Auf der anderen Seite köpfte Rafael Kazior einen Wetter-Einwurf knapp am Hallenser Tor vorbei (34.). Eben noch Vorbereiter zirkelte Holsteins Linksverteidiger in der nächsten Situation einen 18-Meter-Freistoß über die Latte (39.) Pünktlich pfiff der souveräne Schiedsrichter Rohde zur Pause.

Den ersten Schuss nach dem Seitenwechsel gab Halles Tony Schmidt ab, Max Riedmüller packte sicher zu (48.). Das Echo der Kieler folgte. Die Gelegenheiten durch Marc Heider (50.) und Casper Johansen (54.) nach zwei Eckstößen waren jedoch nicht zwingend genug. Auch in Kombination der beiden fehlte die letzte Präzision, Heiders Ablage auf Johansen klärte Halles Adil Lachheb (60.). Wenn man den Störchen einen Vorwurf machen wollte, dann den der Unkonzentriertheit bei den letzten Abspielen in der Offensive. Auch wenn die Gäste kaum Zug in Richtung Kieler Tor bekamen, war der Vorsprung dünn. Und so witterte der HFC in der letzten Viertelstunde noch die Chance auf einen Punkt. Eine Freistoßflanke von Maik Wagefeld rauschte durch den Kieler Strafraum und am langen Pfosten vorbei (75.). Pierre Merkels 20-Meter-Hammer begrub Maximilian Riedmüller unter sich (76.). Auf der anderen Seite verfehlte ein Kopfball von Fabian Wetter nach einem Kazior-Eckball  das HFC-Gehäuse (79.) um einen halben Meter. In der Schlussphase waren die Kieler dem 2:0 näher als die Gäste dem 1:1. Nach drei Minuten Nachspielzeit war der erste Heimsieg  gegen den Halleschen FC in der traditionsreichen Geschichte der Störche perfekt.

Stimmen nach dem Spiel

Patrick Herrmann: „Wir haben heute das Spiel im Defensivverbund gewonnen. Und damit meine ich nicht die Viererkette, sondern die gesamte Mannschaft. Wie wir nach hinten gearbeitet, war vorbildlich. Am Ende nehmen wir verdient die drei Punkte mit.“

Fiete Sykora: „Am Ende müssen wir noch das zweite Tor machen, um nicht zittern zu müssen. Aber es hat auch so gereicht. Es war ein hartes und körperbetontes Spiel, aber das hatten wir erwartet und haben stark gegengehalten. Daher ist der Sieg verdient.“

Marc Heider: „Ich dachte, dass Kaze vor mir das Ding schon reinschiebt, aber dann rutschte der Ball zu mir durch und ich hab ihn gemacht. Ich freue mich heute über meine Nominierung für die Startelf, mein Tor und unsere drei Punkte. Die waren sehr wichtig.“

Casper Johansen: „Natürlich kannst Du am Ende ein Tor mehr machen. Aber auch ein 2:0 hätte drei Punkte gegeben.“

Halle-Trainer Sven Köhler: „Kiel hat verdient gewonnen. Das frühe Gegentor hat uns tüchtig beeindruckt. Wir hatten dann große Probleme. Nach drei verlorenen Spielen hat man gemerkt, dass bei dem einem oder anderem Spieler das Selbstvertrauen fehlt. Wir haben auf einen Standard gehofft, der uns den Ausgleich gebracht hätte. Kiel hat die Chancen bis zum Schluss liegen gelassen, sodass wir bis zum Ende gehofft haben.“

Holstein-Trainer Karsten Neitzel: „Glückwunsch an die komplette Mannschaft. Wir haben sehr diszipliniert gespielt und besonders in der Mannschaftstaktik gegen den Ball sehr, sehr gut agiert. Dass wir zum Schluss die Konterchancen nicht ausspielen, liegt eventuell daran, dass man bei Stand vom 1:0 nicht alles in die Waagschale wirft. Es war schade, dass wir nicht zum zweiten Abschluss gekommen sind, der die Entscheidung bedeutet hätte. Aber das werden wir uns in der kommenden Woche noch genauer anschauen.“

Holstein Kiel: Riedmüller – Herrmann, Wahl, Gebers, Wetter – Siedschlag, Krause, Danneberg, Johansen (74, Schied) – Heider (63. Sykora), Kazior (88. Hartmann). Trainer: Neitzel.

Hallescher FC: Kleinheider – Baude, Lachheb, M. Franke (70. Kojola), Ziebig – Wagefeld, Brügmann (46. Gogia) – Bertram (46. Zeiger), Lindenhahn, To. Schmidt – Merkel. Trainer: Köhler.

Schiedsrichter: Rohde (Rostock)

Tore: 1:0 Heider (8.)

Zuschauer: 5819

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