Kazior dreht 0:2 zum Punktgewinn

Hallescher FC - Holstein Kiel 2:2 (1:0)

Holstein Kiel durchbricht die Siegesserie des Halleschen FC von fünf Dreiern in Folge. Beim Tabellensechsten drehte das Team von Karsten Neitzel einen 0:2-Rückstand noch in ein 2:2. Osayamen Osawe brachte den HFC vor 8.283 Zuschauern vermeintlich auf die Siegerstraße (19.). Nach der Pause erhöhte Timo Furuholm auf 2:0 (59.), bis Rafael Kazior weniger als zwei Minuten später verkürzte (59.) und schließlich mit seinem Saisontreffer Nummer 11 den Ausgleich und Endstand markierte (75.). Die KSV bleibt damit im zwölften Spiel in Folge unbesiegt und mit einem Punkt Vorsprung Tabellenzweiter.

Die 5. Gelbe Karte von Mikkel Vendelbo und Marlon Krauses Magen-Darm-Infekt zwangen Holstein-Trainer Karsten Neitzel zum Handeln, der Patrick Breitkreuz und Marcel Gebers in die Startelf beorderte.

Die erste Chance des Spiels leitete ein Hallenser für Holstein ein. Marcel Frankes Kopfballrückgabe auf Niklas Lomb geriet zu kurz, Marc Heider jagte hinterher, doch der HFC-Schlussmann klärte in höchster Not (7.). Die 8.283 Zuschauer sahen ohnehin einen munteren Auftakt mit mehr Ballbesitz für die ganz in Blau spielenden Gäste. Halle zog sich während des Kieler Aufbaus wie eine Handball-Mannschaft vor dem eigenen Strafraum zusammen und ließ die KSV auf Lückensuche gehen. Die HFC-Führung fiel überraschend: Ein schneller Doppelpass zwischen Osayamen Osawe und Sören Bertram hebelte die KSV-Defensive aus und der Engländer traf alleine vor dem chancenlosen Kenneth Kronholm ins lange Eck zum 1:0 (19.). Einen 17-Meter-Schuss von Akaki Gogia hielt Holsteins-Schlussmann dafür genau so sicher (22.), wie einen zu harmlosen Ball von Osawe (26.). Die Störche taten sich gegen die energische HFC-Defensive schwer. Marcel Gebers kam aus elf Metern frei zum Kopfball, drückte das Leder aber einen Meter über das Tor (31.). Rafael Kazior erwischte per Seitfallzieher das Leder nicht (38.). Mit dem Halbzeitpfiff hatten die Gastgeber die Chance zum 2:0, doch Gogias 18-Meter-Strich landete um Zentimeter neben dem Pfosten.

Die Störche kamen wach aus der Kabine: Nach einer Flanke von Patrick Breitkreuz kam Heider am langen Pfosten einen Schritt zu spät (48.). Blau hatte weiter ein deutliches Plus an Ballbesitz, während Weiß hinten jeden Zentimeter Grün dicht stellte. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Erst düpierte Timo Furuholm aus spitzem Winkel Kronholm und erhöhte auf 2:0 (57.). Im Gegenzug klärte der HFC eine Ecke nicht konsequent, sodass Kazior aus drei Metern zum 2:1-Anschlusstreffer stocherte (59.). Die KSV war blieb am Drücker und wollte den Ausgleich. Mit Tempo und Leidenschaft wirbelte der Zweite nun durch Halles Hälfte und konnte sich einmal mehr auf seinen Kapitän verlassen. Nach einem geblockten Schuss vom eingewechselten Jarek Lindner, traf Kazior aus zwölf Metern zum 2:2 (75.). Einen Zwei-Tore-Rückstand wettgemacht, das wollten die Gastgeber nicht auf sich sitzen lassen. Osawe wühlte sich um Gebers herum, traf den Ball aber nicht richtig (78.). In der spannenden Schlussphase fehlten beiden Teams nach dem hochklassigen Spiel die Präzision beim letzten Pass, sodass es bei der Punkteteilung blieb.

Stimmen nach dem Spiel

Rafael Kazior: „Ich bin froh, dass wir hier noch einen Punkt mitgenommen haben. Wir haben eigentlich gut gespielt, bekommen zwei Eiertore, daher Kompliment an die Mannschaft, dass wir den Rückstand drehen. Danke auch an die Fans: Überragend, wie viele wieder hier waren.“

Maik Kegel: „Die beide Gegentore waren ein bitterer Rückschlag, aber wir sind zurückgekommen und haben verdient ein 2:2 geholt. In der 3. Liga darf man sich auch nach einem 0:2 nicht aufgeben.“

Marcel Gebers: „Die Moral ist da im Team. Wer in Halle aus einem 0:2 ein 2:2 macht, kann gestärkt nach Hause fahren.“

Wolfgang Schwenke (Geschäftsführer): „Wir haben ein rassiges Spiel gesehen, in dem wir zuerst die individuellen Fehler gemacht haben, dann aber stark zurückgekommen sind und am Ende fast mit 3:2 als Sieger vom Platz gehen. Die Mannschaft hat mal wieder Charakter gezeigt, und dass sie lebt.“

Ralf Heskamp (Sportlicher Leiter): „Wir haben bei einem sehr starken Gegner einen Punkt geholt. Wer unsere Mannschaft kennt, weiß, dass sie nicht aufgibt und ich habe immer den Glauben gehabt, dass wir hier einen Punkt mitnehmen. Warum, das hat die Mannschaft bewiesen.“

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Alle im Stadion haben eins sehr gutes Drittligaspiel gesehen. Wir wussten, dass es hier ganz wichtig sein wird, nicht in Konter zu laufen. Das ist uns in weiten Teilen gut gelungen, aber das 1:0 haben wir dann durch einen Konter bekommen. Das war schade, zwingende Chancen hatten wir in der ersten Hälfte nicht. Das 2:0 war dann ein kurioser Treffer. Danach hat es die Mannschaft dann ganz intelligent gemacht. Das 2:2 haben wir uns erkämpft, erspielt und verdient. Wir fahren nicht unglücklich nach Kiel zurück.“

 

HFC-Trainer Sven Köhler: „Wir haben in der Summe ein sehr, sehr gutes Drittligaspiel gesehen. Ein rasssiges Spiel, in dem man gesehen hat, warum Kiel da oben steht. Die defensive Arbeit hat funktioniert und wir waren gefährlich bei Tempogegenstößen. Nach dem 2:1 hatten unsere Spieler wohl etwas Angst, den Ausgleich zu bekommen. Das war heute Werbung für den Fußball. Mit dem Ergebnis können wir letztendlich leben.“

 

Hallescher FC: Lomb – Baude, Engelhardt, Franke, Brügmann – Kruse, Banovic – Gogia (81. Aydemir), Bertram (90+2. Mouaya) – Furuholm, Osawe (81. Schmidt). Trainer: Köhler.
Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Wahl, Gebers, Kohlmann – Kegel – Siedschlag (64. Lindner) , Breitkreuz (71. Wirlmann), Heider – Schäffler (90+3. Sykora), Kazior. Trainer: Neitzel.
Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück)
Tore: 1:0 Osawe (19.), 2:0 Furuholm (57.), 2:1 Kazior (59.), 2:2 Kazior (75.)
Zuschauer: 8.283

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