Glücklich im schönen Kiel

Neuzugang Dominick Drexler im Porträt

 

Dominick Drexler wurde in der vergangenen Saison vom Fachmagazin „kicker“ als einer der besten Mittelfeldspieler der 3. Liga geadelt. Damals hatte der gebürtige Bonner entscheidenden Anteil daran, dass dem VfR Aalen der Klassenerhalt gelang. Im Sommer unterschrieb Drexler einen Drei-Jahres-Vertrag bei der KSV Holstein und es spricht viel dafür, dass der 26-Jährige auch am Ende dieser Saison in den Hit-Listen der Sportjournalisten einen Spitzenplatz belegen wird. Dominick Drexler – ein Porträt:  

Disziplin: Ohne Disziplin kommt man im Leistungssport nicht weit, auch ich habe auf vieles verzichten müssen. Meine Jugendfreunde sind am Wochenende in die Disco, ich immer früh ins Bett. Viele Menschen denken, dass wir als Fußballer ein tolles Leben haben. Haben wir auch, aber um unseren Beruf professionell auszuüben, muss die Fitness über allem stehen – und deshalb ist der Verzicht allgegenwärtig.

Ostsee: Vor meiner Zeit in Kiel bin ich noch nie an und schon gar nicht in der Ostsee gewesen. Für mich ist sie bis dato nur mit Wind und Kälte verbunden gewesen. Deshalb war ich sehr positiv überrascht darüber, wie schön es hier ist. Die Nähe zum Wasser empfinde ich als unfassbar beruhigend. Ich wohne im Stadtteil Holtenau, die Lage am Hafen finde ich überragend – nette Cafés, die Segelschiffe nur wenige Meter entfernt.

Montag: Den erinnere ich als schlimmsten Tag meiner Schulzeit, deshalb habe ich ihn gerne auch manchmal ausfallen und meine Schulwoche erst mit einem Dienstag beginnen lassen (lacht). Lustig, dass der Montag oft unser trainingsfreier Tag ist, deshalb beginnt auch als Fußball-Profi meine Arbeitswoche erst am Dienstag.

Italien: Südtirol ist mein Lieblings-Reiseziel, da habe ich auch vor dem Trainingsauftakt mit der KSV Holstein noch einen schönen Urlaub mit meiner Familie verbracht. Ich freue mich schon jetzt darauf, im Winter wieder eine Woche dort zu sein. Was mir besonders gefällt? Der Mix aus Wellness, Sportmöglichkeiten und gutem Essen ist einfach perfekt.

Niederlage: Es gibt einen guten Spruch von Andre Agassi (ehemaliger Tennis-Star, d. Red.) zu diesem Thema, der auf mich hundertprozentig zutrifft: Ein Sieg gibt Dir niemals so viel Freude wie Niederlagen Schmerzen.

China: Noch heute, mehr als sieben Jahre später, muss ich beim Wort „China“ an eine Marketing-Reise von Bayer 04 Leverkusen denken. Die Profis sind am Ende der Saison 2008/09 nach China geflogen, ich sollte damals mit. Doch leider habe ich mich kurz vor dem Abflug verletzt. Das wäre eine tolle Gelegenheit gewesen, ein solches Land kennenzulernen und dort auch einmal Fußball zu spielen. Ich finde es noch heute sehr schade, dass ich damals nicht dabei gewesen bin.

Kiel: Ich bin über meine Entscheidung, nach Kiel gewechselt zu sein, immer noch sehr glücklich. Der Verein ist super strukturiert und auch die Stadt gefällt mir sehr. Auch wenn das vielleicht verwunderlich klingt, aber ich freue mich auch auf den Winter hier.

Dominick: Mein Vorname endet, was ungewöhnlich ist, mit einem „ck“. In neun von zehn Fällen wird er falsch geschrieben. Inzwischen habe ich resigniert und korrigiere diesen Fehler nicht mehr. Meine Eltern hatten einen schönen Gedanken dabei, deshalb finde ich den Namen auch super. Mein Zwillingsbruder heißt Patrick, auch mit „ck“. Wir, so der Wunsch unserer Eltern, sollten eine Gemeinsamkeit haben. Diese Idee fand und finde ich sehr schön!

Regen: Der Regen gehört für mich zum perfekten Fußballwetter. Könnte ich es mir aussuchen, wäre es am Spieltag immer 15 Grad warm, windstill und es würde leicht regnen. Dann ist der Platz schön nass, der Ball gleitet einfach besser, das kommt meinem Spiel entgegen.

Eltern: Familie ist generell das Wichtigste für mich in meinem Leben, wir sind ein richtig eingeschworener Haufen. Meine Eltern, Barbara und Michael, haben meine Karriere so unterstützt, wie man es sich nur wünschen kann. Sie waren sehr engagiert, haben aber nie Druck auf mich aufgebaut. Ob mein Vater ein guter Fußballer war? Früher, in der Fußball-Steinzeit, in der es auch noch den Libero gegeben hat. (lacht).

XL: Ich bin ein XL-Schläfer. Ich schlafe gerne und auch lange. Und jetzt, wo die Sonne früher untergeht, gönne ich mir auch schon einmal tagsüber das eine oder andere Winterschläfchen.

Leverkusen: Ich bin als A-Jugendlicher zu Bayer 04 Leverkusen gewechselt. In meiner Region, dem Kreis Mittelrhein, war dieser Verein in Sachen Jugendarbeit das Nonplusultra. Es war unfassbar schön, dort eine Chance bekommen zu haben. Co-Trainer war damals, so wie heute bei Holstein Kiel, Tom Cichon. Er hat sich im Laufe der Jahre nicht verändert. Er ist nie zufrieden mit seinen Spielern, das führt aber dazu, dass man auch immer an sich arbeitet – und immer besser wird.

Englisch: Da wir mit Siggi (Eidur Aron Sigurbjörnsson, d. Red.) einen Spieler in unserem Kader haben, der sich mit der deutschen Sprache etwas schwer tut, können wir in der Kabine unsere Englischkenntnisse unter Beweis stellen. Am Ende artet es aber immer wieder in einer Art Denglisch aus, das wir miteinander sprechen. Und dabei erfinden wir immer wieder neue Wörter, Manuel Janzer ist dabei besonders erfinderisch!

Regeneration: Die perfekte Regeneration ist für mich, wenn ich am freien Tag auf der Couch liegen und TV-Serien gucken kann. An diesem Tag möchte ich mich am liebsten gar nicht bewegen. Mit zunehmendem Alter habe ich gelernt, besser auf meinen Körper zu hören, ich spüre, was er braucht. Und am freien Tag braucht er die Couch. Sicher, zur Regeneration gehören auch vernünftiges Essen und Behandlungen durch unsere Physiotherapeuten. Aber, unmittelbar nach dem Spiel, darf bei mir auch die gute, alte Cola nicht fehlen. Schön kalt muss sie sein! Die ist für meine Regeneration eine Art Allheilmittel.

 

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