Holstein will dran bleiben

So. 13.30 Uhr Germania Halberstadt - Holstein Kiel

Vier Auswärtsspiele bei Ostklubs – drei Niederlagen, ein Unentschieden, kein Sieg. Diese „Ost-Blockade“ will die KSV Holstein am Sonntag beim Aufsteiger Germania Halberstadt lösen. Im fünften Anlauf soll endlich der erste Dreier auf einem Platz im östlichen Teil der Republik geholt werden. Einen erneuten Ausrutscher sollten sich die Störche in der Schlussphase der Hinrunde nicht erlauben. Konkurrent Hallescher FC patzte am Dienstag bei St. Pauli II und will zu Hause gegen die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga, den ZFC Meuselwitz, Boden gut machen. Spitzenreiter Leipzig muss zum schweren Duell mit der Bundesligareserve vom VfL Wolfsburg. Ein Sieg in Halberstadt könnte die Tabellensituation mit etwas Glück verändern.

Halberstadt – ein beschauliches 40.000-Einwohnerstädtchen voller Tradition in unmittelbarer Nähe zu den Harzbergen. Besucher machen hier Halt, um die vielen Sehenswürdigkeiten der 1200 Jahre alten Stadt zu besichtigen. Seit Sommer kommen auch noch Besucher hinzu, die guten Fußball sehen möchten. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielt der heimische VfB Germania nämlich in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Noch heute fällt immer wieder das Wort „Sensation“, wenn man in Halberstadt das Thema Regionalliga hört. Kaum einer der Halberstädter hätte wohl einen der Harzer Amethyst-Pfifferlinge darauf gegeben, dass die zu Saisonbeginn stark verjüngte Truppe so schnell zu solch einem starken Team zusammenwachsen würde. Und auch in der Regionalliga steht Germania mittlerweile gut da. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die Mannschaft von Trainer Andreas Petersen, Vater des Ex-Halberstädters und heutigen Bayern-Stürmers Nils Petersen, in der neuen Liga bestens akklimatisiert und belegt aktuell Tabellenplatz 12.

Dem nächsten Großen ein Bein stellen

Nachdem Germania Halberstadt am vergangenen Samstag an der Sensation um ein Haar vorbei schrammte, das Petersen-Team unterlag nach 2:0-Führung noch mit 3:2 bei Spitzenreiter RB Leipzig, sollen jetzt die leichtfertig hergeschenkten Punkte gegen die Störche eingefahren werden. „ Halberstadt hat gut in Leipzig gekontert. Mit Eggert, Beck und Scheidler haben sie gefährliche Leute in den eigenen Reihen. Das haben sie auch am letzten Samstag gezeigt. Am Ende waren sie allerdings mit ihrer Kraft am Ende. Dennoch sind wir gewarnt. Zu Hause hat Germania erst einmal verloren“, sagt Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit vor dem Spiel am Sonntag. Seit langem muss der Holstein-Trainer gleich auf mehrere Spieler verzichten. Vier Spieler fallen verletzt aus: Jacob Sachs (Mittelfußprellung), Yannik Jakubowski (Oberschenkelverletzung), Fiete Sykora (Wadenverletzung) und Florian Meyer (Schulter) werden die Fahrt in den harz nicht mit antreten. Dafür ist Christian Jürgensen erstmals wieder im Kader.

„Bock umstoßen“

KSV-Trainer Gutzeit weiß, dass seine Störche bei Germania Halberstadt in der Pflicht sind. „Wir wollen den Bock im Osten umstoßen und drei wertvolle Punkte mitnehmen. Bislang hatte es eher etwas mit uns zu tun, wenn wir in den bisherigen vier Spielen die Punkte liegen gelassen haben.“ Das schwere Spiel ist obendrein der wegweisende Start in den festlichen Fußball-Dezember aus Sicht der Störche. Nach der Halberstadt-Partie folgen die drei Heim-Knaller gegen Wolfsburg II, Halle und im Pokal gegen Mainz. Schon in dieser Woche zeigte sich Kiel im Holstein-Fieber, als am verganenen Mittwoch der Kartenvorverkauf für das DFB-Pokal-Achtelfinale begann. Da würden die ersten drei Auswärts-Punkte aus dem Osten fürs Selbstvertrauen sehr gut tun.

Zurück