Förster ärgert Störche

Chemnitzer FC - Holstein Kiel 2:1 (0:1)

Holstein Kiel verliert unglücklich beim Chemnitzer FC mit 1:2. Ein Eigentor von Maik Kegel hatte die Kieler vor den Seitenwechsel in Führung gebracht. Nach der Pause bewahrte Niklas Jakusch mit einem partierten Elfmeter von Kolja Pusch seine Störche zunächst vor dem Ausgleich gegen jetzt stärkere Chemnitzer. Mit der Einwechslung von Benjamin Förster bewies CFC-Trainer Karsten Heine ein glückliches Händchen: Der Angreifer führte seine Himmelblauen per Doppelschlag auf die Siegerstraße, bevor er mit Rot nach grobem Foulspiel das Feld verlassen musste. Bei noch zwei ausstehenden Saisonspielen haben die Kieler als 16. noch einen Vorsprung von zwei Punkten auf den Abstiegsplatz.

Holstein-Trainer Karsten Neitzel änderte seine Startformation zum 0:0 gegen Jahn Regensburg zweimal. Die zuletzt gelb-gesperrten Patrick Breitkreuz und Tim Danneberg begannen für Jaroslaw Lindner und Casper Johansen, die zunächst auf der Bank Platz nahmen.

Die Störche zeigten sich im ersten Durchgang des drittletzten Saisonspiels als Schönwetterfußballer im positiven Sinn. Bei Sonne und 20 Grad baute Holstein Kiel auf der Stadion-Baustelle in Chemnitz vom Anpfiff an Druck auf. Fiete Sykora (8.) und Marcel Schied (13.) hatten erste gute Gelegenheiten. Die dritte Chance saß: Ecke Rafael Kazior, den Kopfball von Schied konnte CFC-Schlussmann Philipp Pentke noch aus dem Winkel kratzen, der Ball landete bei Manuel Hartmann, dessen scharfe Flanke Maik Kegel zur Störche-Führung ins eigene Netz lenkte (16.). Holsteins Arbeit gegen den Ball war hochkonzentriert. Die Himmelblauen waren um einen Gegenschlag bemüht, aus dem Spiel ließ sich die KSV-Defensive kaum etwas zu. Schussversuche der CFC-Offensive aus der Distanz wurden rechtzeitig geblockt, auch bei Standards waren die Kieler hellwach. Auch vor dem gegnerischen Tor fanden die Gäste weiter statt. Fabian Wetter jagte einen 20-Meter-Schuss über die Latte (38.). Mit der Kieler Führung ging es zum kühlen Pausengetränk. 

Der CFC kam giftig aus der Kabine und setzten die ganz in Rot spielenden Störche mehr und mehr unter Druck. Die Chemnitzer Fans hatten bereits zweimal Elfmeter gefordert, als sich Schiedsrichter Rohde nach einem weiteren Zweikampf für den Pfiff entschied, nachdem Tino Semmer zu Boden gegangen war. Den Foulelfmeter parierte Niklas Jakusch wie in der Vorwoche überragend, hielt den Schuss von Kolja Pusch sogar fest (59.). Aber die Himmelblauen drückten weiter und kamen zum Ausgleich: Der gerade eingewechselte Benjamin Förster hielt aus 18 Metern einfach mal drauf, und das Leder schlug unhaltbar im rechten Eck zum 1:1 ein (64.). Postwendend brannte kurz Jubel auf Kieler Seite auf: Nach einem Freistoß von Kazior war das Leder im Chemnitzer Netz gelandet, Schiedsrichter Rohde verließ sich aber auf seinen Assistenten Häcker, der Abseits angezeigt hatte (68.). Die Gastgeber waren aber weiter am Ruder und die Einwechslung von Förster machte sich zum zweiten Mal bezahlt. Flanke von der linke Seiten und der Angreifer drückte das Leder zum 2:1 über die Linie (74.). Der Arbeitstag war für den doppelten Torschützen wenig später beendet. Nach rüdem Einsteigen gegen Patrick Breitkreuz stellte Rohde den Chemnitzer mit Rot vom Platz (85.). Am Ende brachte auch die Kieler Überzahl nichts. Ohne Punkte fuhren die Störche an die Förde zurück.

Stimmen nach dem Spiel

Marcel Schied: „Ich bin tief enttäuscht. Wir spielen eine ordentliche erste Halbzeit, gehen verdient in Führung und müssen eigentlich noch das zweite Tor nachlegen. Wir konnten in der zweiten Halbzeit nicht mehr an unsere Leistung anknüpfen, Chemnitz wurde stärker und hatte mit Ausnahme des Elfmeters eine top Chancenverwertung. Wir müssen das so hinnehmen und nächste Woche das Ding packen.“

Patrick Herrmann: „Wir wollten wenigstens einen Punkt mitnehmen, haben jetzt aber verloren. Wir müssen das Spiel jetzt gedanklich schnell abhaken und uns gute auf Dortmund vorbereiten.“

Rafael Kazior: „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt, dafür eine umso schwächere zweite. Dann macht der Gegner aus drei Chancen zwei Tore und du verlierst das Spiel. Einfach bitter!“

Andreas Bornemann (Sportlicher Leiter): „Leider konnten wir nicht ansatzweise an die wirklich sehr gute erste Halbzeit anknüpfen. Das war der Auslöser. Wir haben gehofft, dass uns der stark gehaltene Elfmeter von Jakusch noch eimal pusht. Das Gegenteil war der Fall. Daher können wir uns nicht beschweren, dass wir bei einem Gegner mit überragender Chancenauswertung nichts mitgenommen haben.“

Karsten Neitzel erklärte auf der Pressekonferenz, er habe eine gute erste Hälfte seiner Mannschaft gesehen. Eine bittere Wende hätte das Spiel in der zweiten Hälfte genommen, in der die KSV ihr Spiel nicht mehr so aufziehen hätte können wie zuvor. Karsten Heine stellte fest, dass sein Team in der ersten Halbzeit ängstlich agiert hätte und sich in den folgenden 45 Minuten deutlich gesteigert habe.

Chemnitzer FC: Pentke – Stenzel, Hensel (63. Hansch), Al-Hazaimeh, Birk – Lais, Kegel – Scheffel, Pusch (63. Förster), Hofrath (46. Pfeffer) – Semmer. Trainer: Heine

Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Gebers, Hartmann, Wetter (82. Johansen) – Danneberg (67. Heider), Vendelbo – Kazior, Breitkreuz – Schied (76. Lindner), Sykora. Trainer: Neitzel

Schiedsrichter: Rohde (Rostock)

Tore: 0:1 Kegel (16., Eigentor), 1:1 Förster (64.), 2:1 Förster (74.)

Zuschauer: 6000

Rote Karte: Förster (grobes Foulspiel, 85.)

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