Störche-Gala gegen Erfurt

Holstein Kiel - Rot-Weiß Erfurt 4:1 (1:0)

Holstein Kiel triumphiert im Spitzenspiel am Freitagabend mit 4:1 über Rot-Weiß Erfurt. Die 8.006 Zuschauer bekamen ein echtes Spitzenspiel zu sehen, in dem die Störche über 90 Minuten deutlich die Oberhand behielten. Hauke Wahl drückte nach einer Ecke zur ersten Kieler Führung ein (21.), die Rafael Czichos Sekunden nach dem Seitenwechsel ausgleichen konnte (46.). Doch es war einmal mehr Rafael Kazior, der die KSV postwendend auf die Siegerstraße schoss (50.). Manuel Schäffler (78.) und Marc Heider (82.) sorgten für Partystimmung im Holstein-Stadion.

Maik Kegel kehrte nach seiner abgesessenen Gelb-Sperre zurück in die Startelf. Sonst gab es keinen Grund von Trainer Karsten Neitzel nach dem 3:1-Erfolg der Vorwoche bei Preußen Münster seine Störche-Formation zu verändern.

Nach kurzer Abtastphase übernahmen die Störche das Kommando auf der Mission „Aufsteiger für eine Nacht“. Die 8.006 Zuschauer merkten aufs Neue, dass auf dem Rasen eine eingeschworene Truppe steht, die sich auch von einem kleinen Schocker nicht aus der Bahn werfen lässt. Erfurts Carsten Kammlott schloss aus 18 Metern mit einem Schlenzer ab, Kenneth Kronholm lenkte das Leder mit einem Blitzreflex an die Latte (17.). Vier Minuten später war das Leder aber im Tor – und zwar im Erfurter. Die dritten Kieler Ecke verlängerte Mikkel Vendelbo auf den zweiten Pfosten, wo Hauke Wahl das Leder durch die Beine des hochspringenden Philipp Klewin zur Führung einnickte (21.). Im Anschluss brannten die Störche ein wahres Freitagabend-Feuerwerk ab. Über beide Außenbahnen zerpflückten sie die Erfurter Defensive, versäumten aber das Ergebnis auszubauen. Nach Hereingabe von Tim Siedschlag säbelte Maik Kegel aus drei Metern über das Gebälk (26.), Manuel Schäffler tippte nach Kazior-Flanke den Ball aus sechs Metern knapp neben den Pfosten (32.). Die KSV hatte den Ball, RWE das Nachsehen. Außer Klewin, der einen Schritt schneller war als der durchstartende Kegel nach einem Steilpass von Vendelbo (38.). Schäfflers Kopfball aus acht Metern nach Siedschlag-Freistoß parierte Erfurts Schlussmann ebenfalls stark (42.). 

40 Sekunden nach Wiederanpfiff war die Partie wieder auf Anfang. Die Störche ließen die rechte Abwehrseite unbewacht, Rafael Czichos startete durch und zog trocken zum Ausgleich ins lange Eck (46.). Doch die Störche schüttelten sich einmal und zeigten, wer der Herr im Holstein-Stadion war. Nach einer Flanke von Patrick Herrmann prügelte Rafael Kazior die „Torfabrik“ am zweiten Pfosten aus acht Metern zum 2:1 unter die Latte (50.). Die Störche blieben am Drücker. Die zwei von RWE-Trainer Walter Kugler vorgenommenen Wechsel zeigten wenig Wirkung. Kiel wirbelte weiter und erarbeitete sich weiter Chancen. Kegel spielte einen blitzsauberen Konter unsauber zu Ende, dass Klewin klären konnte. Vendelbos Schuss konnte Erfurts Keeper noch klären, den Abstauber setzte Marc Heider in die Maschen – allerdings aus Abseitsposition. Wenig später roch es erneut nach Abseits, der Treffer von Schäffler aus vier Metern zählte jedoch (78.). Und Holstein hörte nicht auf: Mustergültiger Freistoß von Kazior auf den einlaufenden Heider, der zum 4:1 einköpfte (85..). Das Stadion stand Kopf: „Oh, wie ist das schöön!“ hallte übers Kieler Westufer. Und die KSV nahm letztlich die drei Punkte auch in der Höhe mit ins Storchennest.

Stimmen nach dem Spiel

Hauke Wahl: „Großer Dank an die Fans, 8.000 einfach geil! Wir haben verdient gewonnen. Mit Ausnahme des Lattentreffers in der ersten Halbzeit und des Tores hatte Erfurt nichts, wir haben stark gespielt. Schöner Abend!“ 

Tim Siedschlag: „Freitag-Abend sind wie besonders heiß. Jetzt können wir einige Tage den Sieg genießen und dann wartet am kommenden Samstag die nächste Hürde.“ 

Patrick Kohlmann: „Wir wollten von der ersten Minute an da sein, das ist uns gelungen. Ich denke es war ein eindrucksvoller Sieg.“

Patrick Herrmann: „Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben das Tor und weiter Druck gemacht. Ärgerlich, dass wir den Ausgleich bekommen haben, aber wir haben sofort da weitergemacht, wo wir aufgehört haben und verdient gewonnen.“ 

Kenneth Kronholm: „Wir mussten wieder, was wir machen müssen, wir wussten wie der Gegner spielt und haben unsere Aufgaben wieder optimal umgesetzt.“

Rafael Kazior: „Hervorragend! Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, ein geiler Auftritt und die Stimmung im Stadion war auch super!“

KSV-Präsident Roland Reime: „Ich freue mich riesig für die Zuschauer, dass wir so ein tolles Spiel erleben durften. Die Atmosphäre war großartig und die Mannschaft spielt im Moment hervorragend. Wir brauchen gar nicht nachdenken, wir müssen einfach weitermachen. Auch wenn wir in der ersten Halbzeit einige Chancen liegen gelassen haben.“

RWE-Trainer Walter Kogler: „Ich denke, dass Kiel ein Topleistung geboten und deswegen auch verdient gewonnen hat. Wir hatten durch den Lattenschuss von Kammlott die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Danach war Holstein besser, wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen. Nachdem wir gut aus der Pause gestartet sind, sind wir schnell wieder in Rückstand geraten und waren wieder unter Druck. Nach dem 2:1 hatten wir unsere beste Phase, hatten das Spiel gut unter Kontrolle. Beim dritten Tor hätte ich von meiner Warte aus Abseits gegeben. Danach war Kiel wieder die bessere Mannschaft, wir waren sehr fehleranfällig und haben dann zum Schluss nicht gut ausgesehen.“

 

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Für uns war es wichtig, dass wir den Gegner wieder gut aufgenommen haben. Wir hatten Glück beim Lattenschuss von Karsten Kammlott, dann sind wir in Führung gegangen und hätten nachlegen müssen. Schön war zu sehen, dass die Mannschaft, als es 0:0 stand, versucht hat, Fußball zu spielen. Heute heißt es einfach mal mehr als zehn oder zwölf Stunden den Sieg zu genießen, und dann wieder in die Vorbereitung für das Osnabrück-Spiel zu gehen. Die Stimmung war heute im Stadion so, wie ich sie noch nicht erlebt habe – vielen Dank dafür an die Fans. Ich kann versprechen, dass wir versuchen, aus den verbleibenden Spielen alles rauszuholen.“

 

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Wahl, Krause, Kohlmann – Siedschlag, Vendelbo, Kegel, Breitkreuz (69. Heider) – Kazior (86. Lindner), Schäffler (82. Hartmann). Trainer: Neitzel
Rot-Weiß Erfurt: Klewin – Odak, Laurito, Gohouri, Czichos – Judt (46. Menz), Tyrala – Bukva, Möhwald (46. Falk), Aydin – Kammlott (81. Palacios Martinez). Trainer: Kogler.
Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
Tore: 1:0 Wahl (21.), 1:1 Czichos (46.), 2:1 Kazior (50.), 3:1 Schäffler (78.), 4:1 Heider (85.)
Zuschauer: 8.006

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