Erfolgreicher Saisonstart der Störche

Holsteins Kraftakt am Niederrhein -

Zweitliga-Absteiger im Pech –

Coiner erzielt Tor des Tages

Holstein Kiel hat die Negativserie der letzten Jahre in der Fußball-Regionalliga Nord ad acta gelegt. Durch den schwer erkämpften 1:0-Auswärtssieg beim Zweitliga-Absteiger RW Oberhausen sicherten sich die „Störche“ zum ersten Mal nach dem Wiederaufstieg im Jahre 2001 einen „Dreier“ zum Saisonauftakt. Doch um die drei Zähler mit an die Förde zu nehmen, benötigten die Kieler eine gehörige Portion Glück, einen überragenden Schlussmann Simon Henzler und einen Torjäger Ryan Coiner, der nach 15. Minuten in Klassemanier das Tor des Tages erzielte und die rund 200 mitgereisten KSV-Fans in Partylaune versetzte. Damit untermauerte die Neubarth-Elf zumindest vom Resultat her die eigenen Ansprüche auf einen Spitzenplatz.

Die KSV Holstein, die in Oberhausen auf die angeschlagenen Abwehrrecken Sven Boy und Thorsten Rohwer verzichten musste, agierte in der Anfangsphase nervös und zeigte sich durch den Erwartungsdruck und durch die ungewohnte Favoritenrolle in seinen Aktionen gehemmt.

Die Gastgeber hingegen bestätigten die Selbsteinschätzung ihres Trainers Harry Pless: „Uns ist klar, dass wir noch keine eingespielte Einheit darstellen und nur über den Kampf können wir etwas bewegen“. Kampf und Einsatzbereitschaft war bei beiden Mannschaften daher bei sommerlichen Temperaturen vor den 3.200 Zuschauern Trumpf. Schrecksekunde für Holstein bereits in der 12. Minute. Urplötzlich tauchte Routinier Sebastian Radtke, der in der Halbzeit mit dem Verdacht auf einen Unterarmbruch ausgewechselt werden musste, vor Simon Henzler auf, doch der Ex-Bundesliga-Keeper riskierte zum ersten Mal Kopf und Kragen und bewahrte seine Elf vor einem Rückstand. Fast im Gegenzug der große Auftritt des US-Amerikaners Ryan Coiner. Im Nachschuss schlenzte Coiner aus spitzem Winkel das Leder aus 12 Metern unter die Latte und ließ RWO-Schlussmann Daniel Masuch nicht den Hauch einer Chance. Wer gedacht hatte, die „Störche“ würden ihre spielerische Überlegenheit in der Folgezeit in weitere Tore ummünzen können, der sah sich jäh getäuscht. Die „Kleeblätter“ setzten jetzt nach, kamen besonders über die schnellen Spitzen Mehic, Schwarz und Sirin immer besser ins Spiel und es wurde ein ums andere Mal gefährlich vor dem KSV-Tor. In der 30. Minute bügelte Henzler eine kollektive Auszeit der Kieler Deckung gekonnt aus, und drei Minuten vor der Pause entschärfte der KSV-Schlussmann nach einem Niedrig-Ballverlust im Mittelfeld einen Sirin-Schuss erneut mit einer tollen Parade. Glück für die Kieler zu diesem Zeitpunkt.

Nach dem Wechsel setzte der Zweitliga-Absteiger dann alles auf eine Karte, übernahm das Kommando und sorgte mit einem mitunter ungeordneten Offensivdrang für Stimmung bei den eigenen Anhängern. Nur im Torabschluss zeigten sich die „Roten“ fahrlässig in der Chancenverwertung. In der 76. Minute spitzelte Sirin nach einer Mehic-Flanke das Leder gegen die Querlatte - Henzler hatte den Ball noch mit dem Oberkörper abgelenkt - und zehn Minuten vor dem Abpfiff warf sich Henzler abermals in einen brandgefährlichen Schuss von Danijel Gataric und rettete für sein Team den Erfolg über die Zeit. KSV-Coach Frank Neubarth erlebte wohl selten so unruhige Minuten auf der Holstein-Bank wie in der Schlussviertelstunde von Oberhausen. Immer wieder mahnte er seine Mannen von der Seitenlinie lautstark zur Konzentration. Letztlich mit Erfolg.

Die Vorstellung der Neubarth-Elf ließ sicherlich noch viele Wünsche offen, Oberhausen hätte den Spielanteilen nach gemessen mindestens ein Remis verdient gehabt. Doch die KSV überzeugte im Niederrheinstadion durch Kampf und Einsatzbereitschaft und hatte diesmal endlich einmal das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite.

Die Kulisse beim Heimauftakt gegen den Wuppertaler SV Borussia am kommenden Dienstag um 19.30 Uhr im Holstein-Stadion dürfte sicherlich die Erwartungen der Verantwortlichen erfüllen. Und der wichtige Erfolg bei RWO könnte weitere Kräfte an der Förde freisetzen. (pn)

RW Oberhausen - Holstein Kiel 0:1 (0:1)

Oberhausen: Masuch - Ernst, Tempel, Heller, Schäper - Scherbe, Reichert, Sirin - Schwarz, Mehic, Radtke - Trainer: Ple

Kiel: Henzler - Paulus, Sandmann, Molata, Heithölter - B. Lindemann, Breitenreiter, Niedrig, Tutas - Dobry, Coiner - Trainer: Neubarth

Tore: 0:1 Coiner (15.)

Eingewechselt: 46. Kutrieb für Radtke, 68. Danijel Gataric für Tempel, 82. Mutschler für Sirin - 53. Spasskov für Tutas, 62. Kühne für B. Lindemann, 83. Würll für Coiner

Schiedsrichter: Kuhl

Zuschauer: 3191

Gelbe Karten: Scherbe - Molata

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