Störche warten weiter auf Sieg

Holstein Kiel - SV Elversberg 1:2 (0:0)

Der Kieler Anschlusstreffer brachte noch einmal neue Hoffnung.

Holstein wartet weiter auf einen Sieg. Gegen die SV Elversberg verloren die Kieler Störche mit 1:2. Nachdem die erste Halbzeit torlos verlaufen war, kamen die Gäste hellwach aus der Kabine. Ein Doppelschlag durch Rohracker (47.) und Luz (51.) ließ das Spiel zur erneuten Aufholjagd für die Störche werden. Marcel Schied sorgte zwar noch für den 1:2-Anschlusstreffer (60.). Der Kieler Sturmlauf mit guten Chancen durch Schied, Sykora und Toksöz änderte an der Niederlage jedoch nichts mehr.

Zur 0:1-Niederlage der Vorwoche gegen den MSV Duisburg begannen bei den Störchen Manuel Hartmann (für den rotgesperrten Marcel Gebers), Marcel Schied (für Deren Toksöz) und Casper Johansen (für Tim Siedschlag). Rafael Kazior ging ins zentrale Mittelfeld und im Sturm sollten Fiete Sykora und Marcel Schied für Tore sorgen.

Die 4.337 Zuschauer im Holstein-Stadion sahen einen flotten Beginn. Beide Teams starteten druckvoll und attackierten den Gegner früh. So kam es zu vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, bis zu den Torräumen kamen die Angreifer von KSV und SVE selten. Nach einer Viertelstunde häuften sich die langen Zuspielversuche. Da beide Defensivreihen sich keine Fehler erlaubten, gerieten auch mit diesem Mittel beide Schlussmänner nicht in Gefahr, sich ein Gegentor einzufangen. Auf den Rängen war es angesichts des höhepunktarmen Spiels ruhig geworden. Und so war der Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Stegmann deutlich zu hören.

Die zweite Hälfte begann mit dem unverhofften Tiefschlag für das Neitzel-Team: Felix Luz flankte von der Grundlinie in den Rücken der Kieler Abwehr, und Dominik Rohracker hatte keine Mühe das Leder aus acht Metern in die verwaiste lange Ecke zu schieben (47.). Der Gegentreffer war jedoch kein Hallo-Wach-Signal: Tim Danneberg unterschätzte vor dem eigenen Strafraum den lauernden Felix Luz, der ehemalige Zweitligastürmer fing den Querpass ab und schob zum 0:2 ein (51.). Die Störche-Fans rüttelten ihre Kieler wach und die Unterstützung wirkte prompt. Scharf angeschnittener Freistoß von Rafael Kazior in den Fünfmeterraum und am zweiten Pfosten drückte Marcel Schied den Ball zum Anschluss über die Linie (60.). Jetzt waren die Störche im Spiel: Tim Danneberg flankte auf Patrick Breitkreuz, der über die Latte köpfte (71.). Gleiches Muster über rechts: Tim Siedschlag mit dem scharfen Ball auf Marcel Schied, der knapp neben den Pfosten nickte (74.). Fiete Sykora verpasste nach Hereingabe von Marcel Schied den Ausgleich. Sein Kopfball war kein Problem für Kenneth Kronholm (83.). Da hatte der SVE-Schlussmann mit dem 16-Meter-Schuss von Deran Toksöz mehr Probleme (84.). Für einen 18-Meter-Freistoß von Rafael Kazior über die Mauer war der Elversberger wieder das personifizierte Stopp-Schild (86). Da auch in den vier Minuten Nachspielzeit den Störchen nicht der Ausgleich gelang, nahm der SV Elversberg die drei Punkte mit auf die 750-Kilometer lange Heimfahrt ins Saarland.

Stimmen nach dem Spiel

Manuel Hartmann: „In der 3. Liga muss man effizient sein, das sind wir im Moment nicht. Elversberg macht aus zwei halben Chancen zwei Tore, wir aus vier oder fünf nur eins.“

Maximilian Riedmüller: „Es war ein typisches Drittligaspiel, bis wir nach der Pause die beiden unnötigen Gegentore bekommen haben. Dann hatten wir noch genug Zeit und auch Gelegenheiten, zum Ausgleich zu kommen. Aber derzeit sind am Ende immer die anderen die Glücklichen.“

Holstein Sportlicher Leiter Andreas Bornemann: „Heute hat nicht die unbedingt überlegene Mannschaft gewonnen, sondern die, die weniger Fehler gemacht hat. Jetzt müssen wir die Woche nutzen, um das bis zum kommenden Freitag abzustellen.“

Marcel Schied: „Richtig ins Spiel gekommen sind wir erst nach dem 0:2-Rückstand, davor lief wenig zusammen. Beide Mannschaften haben sich in den vielen Zweikämpfen neutralisiert. Zum Schluss fehlt uns derzeit der letzte Zentimeter.“

SVE-Trainer Dietmar Hirsch: „Ich bin hochzufrieden mit den drei Punkten. Am Ende wurde es noch ein bisschen eng, weil Holstein viel mit der Brechstange versucht hat – vor allem, weil wir viele Freistöße verschuldet haben. Genau das wollten wir vermeiden. Wir haben verdient gewonnen, auch weil wir aus dem Spiel heraus von Holstein nichts zugelassen haben.“

Holstein-Trainer Karsten Neitzel: „Wir haben es heute nicht verstanden, uns flüssig und mit leichtem Fuß durchzukombinieren, um uns Dinge aus dem Spiel heraus zu erarbeiten. In der Halbzeit haben wir gesagt, sollte es gar nicht anders gehen, nehmen wir auch ein dreckiges 0:0 mit. Dann lagen wir schnell mit 0:2 hinten – und haben erst dann alles Ängstliche von uns geworfen. Leider geschieht das im Moment erst, wenn wir zurückliegen. Unterm Strich hat es trotz vieler Chancen nicht gereicht. Das tut wieder besonders weh. Daher gilt es endlich die Kehrtwende einzuläuten. Wir dürfen nicht geduckt durch die Straßen laufen, sondern müssen weiter an uns glauben.“

Holstein Kiel: Riedmüller – Herrmann, Hartmann (87. Akdogan), Wahl (73. Toksöz), Wetter – P. Breitkreuz, Danneberg, Kazior, Johansen (61. Siedschlag) – Sykora, Schied. Trainer: Neitzel

SV Elversberg: Kronholm – C. Wolf, Itoua, Wenzel, Schug – Billick, Bastürk – Cissé (34. Kyereh), Rohracker (90. Gallego), Salem (81. Grimm) – Luz. Trainer: Hirsch

Schiedsrichter: Stegmann (Niederkassel)

Tore: 0:1 Rohracker (47.), 0:2 Luz (51.), 1:2 Schied (60.)

Zuschauer: 4.337

Tipp

Am morgigen Sonntag empfängt die Holstein U19 im DFB-Pokalachtelfinale der A-Junioren Werder Bremen. Anstoß ist um 13 Uhr im Nachwuchsleistungszentrum in Kiel-Projensdorf.

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