"Ein positiv Verrückter"

Wehlmann lässt Torhüter in Side schwitzen

Wehlmann hält Holsteins Keeper in der Türkei auf Trab

Mitte der 90er Jahre betrat Carsten Wehlmann mit dem Wechsel vom VfL 93 Hamburg ans Hamburger Millerntor die große Profifußballbühne. Nach den weiteren Stationen Hamburger SV, Hannover 96 und VB Lübeck beendete er bei der Zweiten des FC St. Pauli seine aktive Laufbahn. Insgesamt stand er 74 Mal in der 2. Bundesliga zwischen den Pfosten. Nach einem Abstecher als Clubmanager Sport bei Qatar Stars League unterschrieb Wehlmann 2009 bei den Störchen. Dort ist er als Chefscout und Torwarttrainer aktiv.

„Carsten ist ein positiv Verrückter. Er hat bei Holstein zwei Jobs und erfüllt jeden zu 100%“, lobt Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann den 39-Jährigen, der momentan in Side die drei Kieler Torhüter Morten Jensen, Niklas Jakusch und Daniel Strähle intensiv für die Regionalliga-Rückrunde vorbereitet und auf die großen Ziele der KSV einschwört. Angesichts der kreativen, harten und erfolgreichen Arbeit sind die drei Keeper der Störche von der Zusammenarbeit mit ihrem „Chef“ angetan. „Bei Wehle stimmt die Mischung zwischen Spaß und Ernst. Jeder Torwarttrainer setzt im Training seine eigenen Schwerpunkte, die von Wehle bringen uns immer weiter. Er legt vor allem viel Wert auf Koordination und Spannung“, meinen Jakusch und Strähle unisono. „Die Woche in Side und das umfangreiche Training mit Carsten Wehlmann sind ganz entscheiden dafür, dass wir als Torhüter für die Rückrunde optimal vorbereitet werden“, schwört Holsteins Nummer 1, Morten Jensen, auf die Qualitäten seines Übungsleiters.

Spaß und harte Arbeit

Am Mittwoch stand für die drei Holstein-Torhüter bei strahlendem Sonnenschein eine intensive Trainingseinheit am Mittelmeerstrand auf dem Programm, in der allerdings – wie so oft – auch der Spaß nicht zu kurz kam. Am Ende lagen nicht nur die drei Torhüter, sondern auch Wehlmann in den kühlen Fluten der türkischen Riviera. Ein bisschen Spaß muss sein, auch im harten Alltag eines Trainingslagers.

Grenzen verschieben

Wehlmann versteht es mit Erfahrung, Fachwissen und Ideenreichtum perfekt, immer neue Methoden zu finden, die seine drei Schützlinge in die Grenzbereiche ihrer Leistungsfähigkeit vorstoßen zu lassen, um dann auf Grundlage der individuellen Fahigkeiten die nächsten Entwicklungsschritte einzuleiten. „Carsten ist ein echter Typ, Teamplayer und Motivator, der unsere Torhüter sportlich, aber auch charakterlich zu führen weiß“, meint auch Assistenztrainer Jan Sandmann, der in Side am Trainer- und Betreuertisch direkter Sitznachbar von „Wehle“ ist und somit häufig in den Genuss des typisch hanseatischen Humors des ehemaligen Bundesliga-Keepers kommt.

Verwechslung

Beim fußballbegeisterten Personal des Mannschafts-Hotels in Side sorgte Carsten Wehlmann auf Anhieb für Aufsehen, auch wenn alle „Aufregung“ erst einmal der Tatsache geschuldet war, dass Wehlmann dem ehemaligen englischen Nationalspieler Steve McManaman - nicht nur aufgrund seiner Haarpracht - verblüffend ähnlich sieht. Verblüffend auch, dass beide - sowohl Wehlmann als auch der Brite - im Frühjahr 1972 das Licht der Welt erblickten und beide bei den Großteil ihrer Karriere in Arbeiterstädten verbrachten – Wehlmann in Hamburg und McManaman in Liverpool. Im Gegensatz zu Wehlmann hat McManaman allerdings seine Autobiographie schon geschrieben. Dass auch ein Buch über die sportliche Vergangenheit (und Gegenwart) des Torwarttrainers und Chefscouts der KSV Holstein lesenswert und von vielen Anekdoten geprägt sein dürfte, davon sind alle, die mit dem sympathischen Ex-Profi enger zusammen arbeiten dürfen, vollends überzeugt.

Fotos von den intensiven Torwart-Trainingseinheiten in Side im Bildarchiv online

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