"Ein Auswärtspunkt, der noch wichtig sein kann" 

1. FSV Mainz 05 II - Holstein Kiel 0:0

Hinten sicher gestanden, vorne Pech gehabt. So lässt sich die torlose Punktteilung der Kieler Störche mit dem Mainzer Bundesliga-Unterbau im altehrwürdigen Bruchwegstadion aus Kieler Sicht zusammenfassen. In einer insgesamt chancenarmen Partie nahm Holstein Kiel einen Auswärtspunkt mit, der laut KSV-Coach Karsten Neitzel noch wichtig sein könnte. Am nächsten kam Kiels René Guder einem Torerfolg, als er in der Schlussphase einen Distanzschuss an den Querbalken des Mainzer Gehäuses setzte.

Ob es am durch das Nasenbluten von Schiedsrichter Tobias Reichel um zwölf Minuten verzögerten Anpfiff lag, dass beide Teams zunächst nicht so recht in den Tritt kamen? Jedenfalls konnten sich weder FSV noch KSV im ersten Durchgang kaum Tormöglichkeiten erspielen. Stattdessen bearbeiteten sich Mainzer und Kieler gegenseitig. Das Ergebnis: viel Stückwerk, viele Zweikämpfe, wenig Fußball. Nach der ersten Torannäherung von 05-Stürmer Lucas Höler (8.), im Hinspiel noch dreifacher Torschütze, spitzelte auf der Gegenseite Denis-Danso Weidlich die Kugel knapp am Pfosten vorbei (18.). Keine Mannschaft schaffte es, den entscheidenden Pass in die Spitze zu spielen – bis kurz vor der Pause: Auf einmal tauchte Höler frei vor Niklas Jakusch auf, schob den Ball am KSV-Torhüter, aber auch knapp am rechten Pfosten vorbei (45.). 

Nach Wiederanpfiff wurde die Partie offener. Vor allem die Störche kamen jetzt zu guten Einschussmöglichkeiten. Zunächst legte René Guder im Strafraum auf Marc Heider quer, der jedoch freistehend an Mainz-Keeper Jannik Huth scheiterte (58.). Anschließend zog Patrick Kohlmann einen Freistoß knapp am rechten Torwinkel vorbei und der eingewechselte Manuel Schäffler konnte einen vielversprechenden Pass von Steven Lewerenz nicht kontrollieren (71.). Pech hatte der erneut starke Guder, der im zweiten Startelf-Einsatz seinen zweiten Treffer verpasste, als er einen Distanzschuss aus 25 Metern an den Querbalken knallte (83.). Den Schlusspunkt setzte der ebenfalls eingewechselte Finn Wirlmann, der den Ball nach Schäffler-Flanke per Grätsche knapp am Kasten vorbeischoss (90.+1).

Unterm Strich stand eine gerechte Punkteteilung. Die defensiv sicher agierenden Störche boten den spielstarken Gastgebern die Stirn und waren im zweiten Durchgang aufgrund der besseren Torchancen dem Siegtreffer näher als die Mainzer. Für die 05er war es die zweite, für die Störche bereits die fünfte Nullnummer in dieser Saison.

Stimmen nach dem Spiel

Manuel Hartmann: „Wir haben heute gegen die definitiv fußballerisch beste Mannschaft der Liga gespielt. Das ist à la bonne heure, was die am Ball so drauf haben. Wir hatten am Ende die Chance, noch einen dreckigen Sieg einzufahren. Das fehlt momentan noch ein wenig, dass man die nötige Kaltschnäuzigkeit hat, das Tor zu machen. Unterm Strich war das ein gerechtes Unentschieden.“

KSV-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke: „Nach der ersten Hälfte wäre ich mit dem Unentschieden zufrieden gewesen. In der zweiten Halbzeit haben wir aber mehr in das Spiel investiert und mehr Chancen gehabt. Wenn man etwas kaltschnäuziger ist und eine der drei Torchancen reinmacht, kann man hier auch mit 1:0 nach Hause fahren. Insgesamt haben wir aber in der Abwehr gut gestanden und gute Moral gezeigt. Es war ein gutes Spiel von uns.“

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Es waren zwei unterschiedliche Halbzeiten von uns. Die erste war weniger gut, die zweite besser. Wir hatten zuerst viele Fehler in unserem Spiel und hätten über mehr Ballbesitz für mehr Gefahr sorgen können. In der zweiten Hälfte haben wir die Mainzer noch tiefer aufgenommen, wollten, dass der Gegner wenig Tormöglichkeiten bekommt. Wir hatten dann die Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Der Gegner hat eine wahnsinnig hohe Qualität bei eigenem Ballbesitz, das gefällt mir, was sie da machen. Deswegen fahren wir mit dem Punkt insgesamt zufrieden nach Hause.“ 

FSV-Trainer Sandro Schwarz: „Auch bei uns waren es zwei unterschiedliche Halbzeiten. Wir konnten in der guten ersten Halbzeit in Führung gehen und können nun froh sein, dass wir in der zweiten Halbzeit kein Tor kassiert haben. Wir sind mit der Art und Weise, wie die zweite Halbzeit gelaufen ist, nicht zufrieden. Insgesamt war das für mich ein leistungsgerechtes Unentschieden.“

FSV Mainz 05 II: Huth – Schilk, Kallig, Hack, Schorr – Bohl, Saller – Parker (65. Pflücke), Serdar (64. Derstroff), Klement – Höler (76. Costly). Trainer: Schwarz
Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Hartmann, Czichos, Kohlmann – Nyarko, Weidlich – Guder (89. Schmidt), Lewerenz (79. Wirlmann), Siedschlag – Heider (69. Schäffler). Trainer: Neitzel
Schiedsrichter: Reichel (Stuttgart)
Tore: Fehlanzeige 
Zuschauer: 500

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