Störche mit starker Reaktion

MSV Duisburg - Holstein Kiel 1:3 (0:1)

Was für eine Antwort! Drei Tage nach der Heimniederlage gegen den FC St. Pauli (0:1) siegte die KSV Holstein am Freitagabend beim Mitaufsteiger MSV Duisburg mit 3:1 (1:0) und kehrte für eine Nacht wieder an die Spitze der 2. Fußball-Bundesliga zurück. Vor 13.578 Zuschauern waren die Störche lange die bessere Mannschaft, verpassten eine vorzeitige Entscheidung und konnten sich am Ende bei ihrem überragenden Torhüter Kenneth Kronholm bedanken, der gleich mehrfach ein Tor der Zebras verhinderte. Mit zwei späten Toren machte Dominick Drexler (73., 88./Foulelfmeter) nach dem frühen 1:0 durch Kingsely Schindler (9.) den Dreier perfekt. Der Ehrentreffer von Lukas Fröde fiel mit dem Abpfiff. 

Markus Anfang hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Pauli-Spiel (0:1) auf zwei Positionen verändert. Als Sechser begann diesmal wieder Dominic Peitz für David Kinsombi, als Linksverteidiger gab Johannes van den Bergh sein Debüt. Den Part des gesperrten Rechtsverteidigers Patrick Herrmann (Gelb/Rot)  übernahm Sebastian Heidinger, der im Nord-Derby noch auf der linke Seite aufgeräumt hatte. 

Die Störche begannen stark, erarbeiteten sich in den ersten drei Minuten bereits drei Eckstöße. Eine Phase, in der das Anfang-Team schnell in Führung hätte gehen können, doch Dominik Schmidt hatte Pech, als er einen schönen Pass von Steven Lewerenz aus zwei Metern Torentfernung neben den Pfosten hämmerte. Aber diese Szene zeigte, dass die Niederlage gegen Pauli schon drei Tage später wieder ein Fall für das Archiv ist. Die Störche blieben am Drücker und erzielten durch Kingsley Schindler, nach einem Sahne-Zuspiel von Dominick Drexler, das hochverdiente 1:0. Anschließend zogen die Kieler sich zurück, wollten den MSV so aus der Deckung locken, aber der kam nicht. In einem zerfahrenen Spiel, das von den Duisburg-Fans mit Pfiffen für die eigene Mannschaft quittiert wurde, trat die KSV erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit wieder auf das Gaspedal. Drexler, der zwei Zebras narrte, zielte aus zehn Metern aber über das Tor. Und Marvin Ducksch, von Lewerenz und Drexler sehenswert freigespielt, schoss frei vor dem leeren Tor an den Pfosten.

Kronholm bärenstark

 

Ein 2:0 für die Kieler wäre hochverdient gewesen, aber so kehrten die Gastgeber mit neuer Zuversicht auf den Platz zurück Auch ihren erkrankten Regisseur Fabian Schnellhardt ergriff der Meister der vergangenen Drittliga-Saison nun die Initiative und hätte durch Moritz Stoppelkamp (50.), Stanislav Iljutcenko (55.), Dustin Bomheuer (60.), Ahmet Engin (62.) und Kevin Wolze (63.) hochkarätige Möglichkeiten, doch immer wieder war der überragende Kenneth Kronholm zur Stelle, der mit unglaublichen Flugeinlagen den Ausgleich verhinderte. War die erste Hälfte über weite Strecken langweilig, wurde es danach rasant. Auch, weil die Kieler wieder in die Partie fanden. So setzte Ducksch einen Heber auf das Tornetz (65.), Drexler legte den Ball am linken Pfosten vorbei (68.) und Lewerenz traf den rechten Pfosten (70.).  Anfang dichtete die phasenweise sehr löchrige Defensive mit David Kinsombi ab, für ihn ging Ducksch vom Feld.

Rassige Partie

Die mittlerweile rassige Partie kippte in der 73. Minute zu Gunsten der Störche, als Drexler einen 50-Meter-Pass vom Lewerenz wunderbar im MSV-Strafraum annahm und Schlussmann Mark Flekken überwand. Quasi im Gegenzug hätten die Zebras den Anschlusstreffer erzielen können, doch diesmal rettete das Lattenkreuz für Kronholm bei einem Iljutcenko-Schuss. Glück, dass der überragende Schlussmann sich redlich verdient hatte. Als dessen Gegenüber Flekken Kingsley Schindler elfmeterreif foulte, ließ Drexler (88.) endgültig die Luft aus der Partie. Über den Ehrentreffer von Lukas Fröde, mit dem die Partie abgepfiffen wurde, konnte sich beim MSV keiner mehr freuen. Ganz anders die KSV: Für die Störche war es in der noch jungen Saison nach den Erfolgen in Aue (3:0) und Regensburg (2:1) bereits der dritte Auswärtssieg. Und neben dem Erfolg gab es auch noch Historisches zu vermelden: KSV-Urgestein Tim Siedschlag, in den Schlussminuten eingewechselt, darf sich jetzt Zweitliga-Fußballer nennen.. 

 

Stimmen nach dem Spiel

Tim Siedschlag: „Erste Halbzeit waren wir richtig gut drauf und hätten zwei Tore mehr machen können, wenn nicht sogar müssen. Zweite Halbzeit war eklig, weil Duisburg mit den Fans im Rücken nach vorne marschiert ist. Wir haben es aber auch dann gut gemacht, die Konter gesetzt und verdient gewonnen.“

Kingsley Schindler: „Wir waren von Anfang an voll da. Wir haben in den ersten vier Minuten vier Ecken rausgeholt und sind verdient in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und sind verdienter Sieger.“

Kenneth Kronholm: „Kompliment an die Mannschaft. Wir haben richtig gut zusammengearbeitet, die richtigen Tugenden auf den Platz gebracht und wieder mal ein starkes Auswärtsspiel gezeigt.“ 

Spielinfo

MSV Duisburg: Flekken – Klotz (84. Wiegel), Nauber, Bomheuer, Wolze – Fröde, Hajri – Oliveira Souza (46. Engin), Stoppelkamp – Iljutcenko, Tashchy (18. Onuegbu). Trainer:  Gruev
Holstein Kiel: Kronholm – Heidinger, Schmidt, Czichos, van den Bergh – Peitz – Schindler (90. Siedschlag), Drexler, Mühling, Lewerenz (81. Condé) – Ducksch (68. Kinsombi). Trainer: Anfang
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach a. d. Pegnitz)
Tore: 0:1 Schindler (9.), 0:2 Drexler (73.), 0:3 Drexler (88., Foulelfmeter), 1:3 Fröde (90.+2)
Zuschauer: 13.578

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