Störche schrammen am Auswärtsdreier vorbei

MSV Duisburg - Holstein Kiel 0:0

Holstein Kiel nimmt verdient einen Punkt beim MSV Duisburg mit. Beim 0:0 hinterließen die Störche einen starken Eindruck und schrammten einige Male knapp am ersten Heimgegentor des MSV der laufenden Saison vorbei. Doch aus dem Spiel heraus gelang ebenso wenig ein Treffer wie nach einer der elf erspielten Kieler Ecken. Trotz des verfehlten Dreiers dürften Trainer Markus Anfang und seine Männer mit dem Punkt beim Tabellenzweiten leben können.

Zum 0:1 gegen den VfL Osnabrück am vergangenen Freitag ersetzte Holstein-Trainer Markus Anfang den verletzten Patrick Kohlmann durch den jungen Arne Sicker. Für den gesperrten Niklas Hoheneder räumte Dominic Peitz als „Sechser“ auf. 

Vor 11642 Zuschauern entwickelte sich in der Schauinsland-Reisen-Arena ein rasantes Spiel, bei dem beide Seiten in Durchgang eins in Führung hätten gehen können. Die Störche hatten gleich zu Beginn einen echten Hochkaräter, als Kapitän Rafael Czichos nach einer Ecke per Kopfball Mark Flekken zur ersten Glanztat zwang. Der MSV-Torhüter lenkte den Ball über die Querlatte (7.). Nach Mathias Fetschs Flachschuss aus zwölf Metern, den Flekken ebenfalls parierte (15.), hatte Duisburgs Tim Albutat die Führung für die Zebras auf dem Fuß, doch sein Heber landete auf der Latte des KSV-Tores (36.). Im Gegenzug scheiterte Steven Lewerenz erneut an Flekken (37.). Die im ersten Durchgang besseren Störche hätten zum Seitenwechsel eine Führung verdient gehabt.

Nach der Pause rettete KSV-Keeper Kenneth Kronholm aus kurzer Distanz gegen Zlatko Janjic (50.). Danach blieb Holstein über Standards gefährlich: So verpasste Dominick Drexler Fetschs Kopfballverlängerung nach Lewerenz-Ecke buchstäblich nur um Haaresbreite (63.). Nach einer kurzen Drangphase der Hausherren, in der Kronholm zunächst einen Janjic-Schuss parierte (67.) und Dustin Bomheuer kurz darauf einen Kopfball knapp neben das Kieler Tor setzte (71.), gehörten der Elf von Trainer Markus Anfang die letzten beiden Großchancen des Spiels: Lewerenz zog nach feinem Zuspiel von Startelf-Debütant Dominic Peitz aus aussichtsreicher Position ab, doch Bomheuer klärte für seinen bereits geschlagenen Schlussmann kurz vor der Linie (80.). Fünf Minuten später wurde ein Kracher von Alexander Bieler in letzter Sekunde geblockt.

Am Ende stand der siebte Kieler Auswärtszähler im vierten Spiel auf fremdem Platz - und die Erkenntnis, dass man einem der Mitfavoriten auf den Zweitliga-Aufstieg in dessen Stadion mehr als ebenbürtig gewesen war.

Stimmen nach dem Spiel

Dominik Schmidt: „Wir waren von der ersten Minute an das bessere Team. Wir haben Duisburg nicht zur Entfaltung kommen lassen und unsere Spielanteile gehabt. Leider haben wir bei der Chancenverwertung nicht ganz so glücklich agiert, aber hinten ist dafür nichts angebrannt.“

Arne Sicker: „Wir waren spielerisch überlegen und haben das Trainierte gut auf den Platz gebracht. Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat.“

Kenneth Kronholm: „Wir haben unsere Defensivarbeit sehr gut erledigt, können dafür das eine oder andere Tor machen. Letztlich ist ein gutes 0:0 beim MSV Duisburg aber kein Beinbruch.“

Mathias Fetsch: „Der Punkt hier ist mehr als verdient. Wir haben in beiden Halbzeiten gut gespielt, aber das letzte Quäntchen hat heute gefehlt, ansonsten wäre wohl keiner überrascht gewesen, wenn wir als Sieger vom Platz gegangen wären.“

Rafael Czichos: „Das war ein sehr gutes Auswärtsspiel von uns. Wir haben von Anfang an mutig gespielt, mit richtig gutem Fußball, der so nicht häufig in der 3. Liga gespielt wird. Leider haben wir uns vorne nicht belohnt. Mit dem Punkt können wir leben.“

Patrick Herrmann: „Mit der Art und Weise, wie wir hier gespielt haben, können wir zufrieden sein. Aber nicht mit dem Ergebnis.“

KSV-Trainer Markus Anfang: „Wir sind in der ersten Halbzeit die dominierende Mannschaft gewesen und haben auch in der zweiten nicht die Kontrolle verloren.“

MSV-Trainer Ilia Gruev: „Wir sind keine Übermannschaft, aber trotzdem ist es so, dass wir zu Hause weiter ungeschlagen sind.“

Spielinfo

MSV Duisburg: Flekken – Klotz, Bomheuer, Bajic, Wolze – Schnellhardt (83. Özbek), Albutat – Erat (67. Iljutcenko), Wiegel (78. Engin) – Onuegbu, Janjic. Trainer: Gruev
Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Sicker – Schindler, Peitz, Siedschlag (61. Bieler), Lewerenz (85. Janzer) –  Drexler, Fetsch (88. Dürholtz). Trainer: Anfang. 
Schiedsrichter: Sather (Grimma)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 11.642

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