Unterzahlpowerplay bleibt unbelohnt

Holstein Kiel - MSV Duisburg 0:1 (0:1)

Holstein Kiel verliert nach 75-minütiger Unterzahl mit 0:1 gegen den MSV Duisburg. Der Platzverweis gegen Marcel Gebers (12.) war umstritten, da er nicht als letzter Kieler Kingsley Onuegbu stoppte. Zu allem Überfluss resultierte aus dem folgenden Freistoß das Tor des Tages durch Pierre de Wit (13.). In der zweiten Halbzeit zogen die dezimierten Störche ein Powerplay auf, das unbelohnt blieb. Eine Positivmeldung gab es aus Sicht der Störche noch zu vermelden: Mit 6.030 Zuschauern wurde der Drittligarekord vom 29. Juli 2009 gegen Wacker Burghausen eingestellt.

Spiel eins nach dem Kreuzbandriss von Marlon Krause, für den Deran Toksöz im Mittelfeld neben Tim Danneberg auflief. Zudem begann Patrick Breitkreuz für Casper Johansen, der beim 1:1 der Vorwoche in Wiesbaden noch den Vorzug erhalten hatte.

Die Kieler gingen wie mittlerweile gewohnt mit Vollgas in die Partie und suchten sofort den Weg zur Führung. Michael Ratajczak tippte mit einem starken Fußreflex auf der Linie einen Kopfball von Tim Danneberg zur Ecke (7.). Fiete Sykora schüttelte am Fünfmeterraum seinen Gegenspieler Branimir Bajic ab und zwang den MSV-Torwart erneut zu einer Glanztat (10.). Es folgte die wohl entscheidende Szene des Spiels. Kingsley Onuegbu zog mit Hauke Wahl und Marcel Gebers an den Hacken Richtung Kieler Tor, Gebers zupfte kurz an Onuegbus Hose, der ging trotz seiner 95 Kilo zu Boden und Schiedsrichter Patrick Ittrich zückte sofort Rot – obwohl Gebers durch Wahl nicht letzter Mann gewesen war. Die Störche wurden doppelt bestraft: Den fälligen Freistoß drehte Pierre de Wit aus 18 Metern unhaltbar über die Mauer zur Zebra-Führung (13.). Es folgte eine hart umkämpfte Partie, in der sich Störche und Zebras nichts schenkten. Rafael Kazior prüfte ein weiteres Mal Ratajczak aus 22 Metern (36.). Kurz vor der Pause hätte Michael Gardawski auf 2:0 erhöhen können, jagte das Leder aber freistehend aus elf Metern über den Querbalken. Mit einem 0:1-Rückstand gingen die Störche in die Pause.

Holstein gab in Unterzahl weiterhin alles, um zum Ausgleich zu kommen. Der MSV beschränkte sich auf trostlose Verteidigung. Bei Standards blieben die Störche gefährlich. Freistoß aus dem Halbfeld Kazior, Kopfball Breitkreuz, Ratajczack klärte zur Ecke (61.). Diese brachte Tim Siedschlag auf den Kopf von Fabian Wetter, die Holstein-Fans schrien schon „Tor!“, doch Ratajczak klärte im Nachfassen (64.). Zehn Störche zwangen elf Zebras immer wieder zu Fehlern und wurden von der Rekordkulisse  von 6.030 Zuschauern unterbrechungslos angefeuert. Trainer Karsten Neitzel setzte  mit Marcel Schied und Casper Johansen für Tim Siedschlag und Patrick Herrmann alles auf eine Karte. Doch der Sturmlauf wurde nicht belohnt und die Zebras entführten drei Punkte aus Kiel.

Stimmen nach dem Spiel 

Marcel Gebers: „Für mich war es keine Rote Karte, aber das interessiert niemanden. Der Schiri hat sie gegeben, wir haben weiterhin 15 Punkte auf dem Konto und werden nächste Woche wieder alles geben, um auf 18 Punkte zu kommen. Irgendwann muss das Glück wieder auf unserer Seite sein.“

Rafael Kazior: „Wir können uns keinen Vorwurf machen. Vor der Roten Karte müssen wir schon in Führung gehen und auch in Unterzahl waren wir das bessere Team. Aber es fehlte wie schon zwei weitere Male zuvor das eine Tor. Für Marcel tut es mir leid. Er wird uns fehlen.“ 

Maximilian Riedmüller: „Es ist natürlich doppelt bitter für uns. Erst die Rote Karte und dann auch noch das Gegentor. Aber wir müssen das Positive aus dem Spiel mitnehmen. Wir haben wieder guten Fußball gezeigt, haben unseren super Fans bewiesen, dass wir das Ding noch drehen wollten. Und daher bin ich mir sicher, dass wir nächste Woche Erfolg haben werden.“

Manuel Hartmann: „Wir haben in Unterzahl nur zwei Chancen für den Gegner zugelassen und haben hier 90 Minuten Vollgas gegeben. Da ist es schon bitter, dass wir nicht wenigstens einen Punkt mitnehmen können. Aber die Köpfe bleiben oben. Nächsten Samstag haben wir erneut die Chance, drei Punkte vor eigenem Publikum zu holen.“ 

MSV-Trainer Karsten Baumann: „Schön war es nicht, aber erfolgreich. Man hat in jeder Situation die Verunsicherung meiner Mannschaft gesehen. Spätestens ab der 30. Minute war es einfach zu wenig. Wir haben viel zu viele Standardsituationen gegen uns ermöglicht. Aus den Konterchancen am Ende haben wir zu wenig gemacht. Wir haben glücklich gewonnen, haben aber auch schon unglücklich verloren, insofern nehmen wir die drei Punkte gerne mit.

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Wir haben wie in den letzten Heimspielen immer, sehr gut ins Spiel gefunden. Zwei sehr gute Torchancen hält Ratajczak überragend. Dann folgen die Rote Karte und 80 Minuten in Unterzahl. In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gut agiert, das war nach der Pause besser. Da haben wir den Gegner besser angelaufen und uns Torchancen herausgespielt, um noch einen Punkt mitzunehmen. Wir müssen an uns glauben, müssen die Jungs Woche für Woche weiter gut einstellen, damit wir weiter Punkte holen, um nicht weiter nach unten zu rutschen. Die Fans haben bis zur letzten Minute total gut mitgemacht. Es ist schade, dass wir das derzeit nicht mit Punkten belohnen können, aber wir werden den nächsten Dreier nicht zu weit rausschieben, sondern wollen kommende Woche wieder zuhause gewinnen.“

Holstein Kiel: Riedmüller – Herrmann (83. Johansen), Gebers, Wahl, Wetter – Danneberg, Toksöz (15. Hartmann) – Siedschlag (72. Schied), P. Breitkreuz – Kazior, Sykora. Trainer: Neitzel 

MSV Duisburg: Ratajczak – Ofosu-Ayeh,  Bollmann, Bajic, Dum – T. Öztürk, Feisthammel – Gardawski (53. Zoundi), de Wit (84. Yesilyurt), Wolze (89. Kühne) – Onuegbu. Trainer: Baumann 

Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg)

Tore: 0:1 de Wit (13.)

Rote Karte: Gebers (12.)

Zuschauer: 6.030 (Drittligarekord)

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