Schäffler krönt Störche-Sturmlauf

Holstein Kiel - Dynamo Dresden 1:0 (0:0)

Holstein Kiel besiegt den nächsten „Großen“. Die Störche gewannen auch das Rückspiel gegen Dynamo Dresden. 1:0 hieß am Ende vor 7.008 Zuschauern. Das Tor des Tages erzielte Manuel Schäffler aus dem Gewühl heraus (76.). Der Dreier geht absolut in Ordnung, da sich das Neitzel-Team vor allem in der zweiten Halbzeit zahlreiche Chancen zum Sieg erarbeitete. Nach der geschlossenen Mannschaftsleistung rücken die Störche auf Platz 6 der Tabelle vor und reisen am kommenden Samstag ungeschlagen zum SC Preußen Münster, der mit fünf Punkte mehr auf dem Konto Tabellenführer der 3. Liga ist. Einziger Wermutstropfen des starken Auftritts: Maik Kegel wird in Münster nach seiner fünften Gelben Karte fehlen.

War Patrick Breitkreuz vergangene Woche beim 2:0-Auswärtserfolg in Cottbus noch erste Wahl an Stelle von für Marc Heider, machte Holstein-Trainer Karsten Neitzel die Rolle rückwärts und schickte den besten Kieler Torschützen (7 Treffer) zum Anpfiff auf den Rasen.

Nach einer druckvollen Anfangsphase der Kieler, rieben sich die Tabellennachbarn im Mittelfeld auf. Der Ball ging auf beiden Seiten schnell verloren. Als Rafael Kazior das Leder perfekt auf den zopfgebändigten Scheitel von Manuel Schäffler chippte, und dessen Verlängerung sich Richtung Tor senkte, hatten die Zuschauer schon den Torschrei auf den Lippen. Der Ball klatschte aber nur an die Latte (23.). Holstein spielte engagierter und ließ den Gästen kaum Luft zum Atmen, der entscheidende letzte Pass konnte aber meist von der Dyanmo-Defensive gestört werden. Vor der Pause wurde es erstmals hektisch. Erst räumte SGD-Schlussmann Patrick Wiegers Kazior beim Kopfball ab, die Pfeife von Schiedsrichter Sascha Stegemann blieb stumm. Dann wurde Dresden plötzlich gefährlich: Justin Eilers setzte am zweiten Pfosten lauernd das Leder aus kurzer Distanz per Kopf neben das Gehäuse (42.). Marvin Stefaniak prüfte per 25-Meter-Freistoß Kenneth Kronholm, der Kieler Keeper packte sicher zu (45.). Torlos ging wes in die Kabinen. 

Holstein setzte in der zweiten Halbzeit zum Sturmlauf an. Maik Kegel zog einen Freistoß aus dem Halbfeld direkt auf Heider, dessen Kopfball kratzte Wiegers stark von der Linie (57.). Die folgende Ecke drückte erneut Heider energisch Richtung Tor, diesmal zischte der Ball aber am Gehäuse vorbei. Den nächsten „Riesen“ vergab Kazior, der zentral am Fünfmeterraum Wiegers in die Arme köpfte (59.). Dann war es Schäffler, der aus 18 Metern nicht genau genug zielte (65.). Doch er sollte es besser machen. Nach der siebten Kieler Ecke drückte „Cheffe“ aus dem Gewühl heraus  die „Torfabrik“ aus zwei Metern über die Linie (76.). Der Jubel auf den Rängen kannte keine Grenzen. Schon vor der Führung hatten die Kieler Fans ihre Farben lautstark nach vorne gepeitscht. Nun hieß es die letzte Viertelstunde zu überstehen. Justin Eilers hatte die einzige Gelegenheit zum Ausgleich, doch Kenneth Kronholm parierte den Schuss aus 14 Metern reaktionsschnell (85.). Dann waren die Punkte fünf, sechs, sieben des Jahres 2015 sicher im Storchennest verstaut.  

Stimmen nach dem Spiel

Manuel Schäffler: „Wir wollten unbedingt gewinnen. Es war eine starke Leistung von uns. Was wir hier teilweise abrgerissen haben, und zwar jeder für jeden, egal wo er spielt, das ist einfach geil!“

Hauke Wahl: „Wir haben es vorne wieder gut gemacht und hinten nur einen zugelassen, den hält Kenny dann super, aber das war’s dann auch. Wir waren spätestens in der zweiten Hälfte klar die bessere Mannschaft und haben uns zahlreiche Chancen super herausgespielt.“

Kenneth Kronholm: „Es war ein richtiger Kampf heute, wir haben uns die Punkte redlich verdient. Jetzt müssen wir so weitermachen.“

Patrick Herrmann: „Wir haben kämpferisch die richtige Einstellung an den Tag gelegt und daher verdient gewonnen. Alle arbeiten mit, alle ziehen an einem Strang. Das war einfach überragend heute.“

Roland Reime (Holstein-Präsident): „Absolut verdienter Sieg, eventuell sogar um ein Tor zu gering. Aber wir behalten die drei Punkte hier und das ist das wichtigste.“

Stefan Böger (Dynamo Dresden): „Es war ein kampfbetontes Duell. Wir haben uns nichts geschenkt. Es war kein gutes Spiel von meiner Mannschaft und ein verdienter Sieg der Kieler Mannschaft, die gerade in den Luftduelle immer präsent war. Meine Mannschaft hat sich gegen die Niederlage gestemmt, aber wir haben die spielerische Leichtigkeit verloren. Bei uns muss die Durchschlagkraft aus dem Herbst wiederkommen, damit wir wieder Punkte holen.“

Karsten Neitzel (Holstein Kiel): „Es war ein Spiel in dem es um den Kampf ging. Wir haben eine gute Anfangsviertelstunde gespielt. Dann ging es darum die Zweikämpfe im Mittelfeld zu gewinnen. In der zweiten Halbzeit waren wir fußballerisch besser, haben uns viele Szenen in und um den gegenerschen Strafraum erarbeitet. Den schwersten Ball machen wir dann rein. Danach hält Kenneth wieder einen klasse. Den muss man nicht halten. Wenn wir dies Konstanz halten, werden wir noch viele Punkte holen in dieser Runde  – und das ist unser Ziel.“

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Krause, Wahl, Kohlmann – Siedschlag, Vendelbo, Kegel, Kazior (69. Breitkreuz) – Heider (81. Sané), Schäffler (87. Hartmann). Trainer: Neitzel
Dynamo Dresden: Wiegers – Kreuzer, Hefele, J. Müller, Teixeira – Moll (62. Fiel), Erdmann – Stefaniak (80. T. Müller), Eilers, Tekerci – Comvalius (66. Andrich). Trainer: Böger
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Tor: 1:0 Schäffler (76.)
Zuschauer: 7.008

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