Dreierpack zu erstem Heimdreier

Holstein Kiel - Werder Bremen II 3:0 (1:0)

Holstein Kiel fährt den ersten Heimdreier der noch jungen Spielzeit ein. Gegen Werder Bremen II siegten die Störche in einem temporeichen Spiel mit 3:0. SVW-Schlussmann Raphael Wolf leitete die Kieler Führung ein, indem er Marc Heider anschoss und der Abpraller ins Tor kullerte (9.). Steven Lewerenz sorgte nach einem Abstoß von Niklas Jakusch alleine vor Wolf für die Vorentscheidung (61.), Manuel Schäffler traf zum Endstand (90.+1). Die muntere Partie hätte genau so gut 6:3 ausgehen können. Beide Farben erarbeiteten sich vor den 5.055 Zuschauern reichlich Torchancen für mehr Zählbares.

Holstein-Trainer Karsten Neitzel schickte seine Elf zum dritten Mal in Folge unverändert auf den Rasen.

Das Nordduell begann ganz nach dem Geschmack von Fußball-Fans. Beide Teams preschten munter nach vorne. Der bundesligaerfahrene Ex-Kieler Melvyn Lorenzen gab aus 18 Metern als Erster einen Torschuss ab, der jedoch drüber ging. Dann hätte Fabian Schnellhardt für die Kieler Führung sorgen können, aber sein Abstauber landete in den Armen des heranrobbenden Rafael Wolf. Eben noch Held, bereitete der Bremer Torhüter wenig später das kuriose 1:0 vor. 20 Meter vor dem eigenen Gehäuse mit dem Ball am Fuß sah sich der Ex-Bundesligakeeper dem heranstürmenden Marc Heider gegenüber und schoss den KSV-Torjäger unglücklich an den Rücken, und das Spielgerät trudelte gemächlich und mutterseelenallein über die Linie (9.). Das Tempo blieb auf Hochgeschwindigkeit in Richtung der gegnerischen Sechzehner. Die Störche beeindruckten mit starken Kombinationen durchs Mittelfeld. Schnellhardt legte nach geschickter Drehung auf Maik Kegel, dessen abgefälschter Schuss aus 18 Metern Wolf mit Flugeinlage parieren konnte (22.). Steven Lewerenz flankte auf den langen Pfosten zu Czichos, der legte zurück auf Schnellhardt, dessen Abschluss Wolf zur Ecke klatschte (26.). Es war die bis dahin stärkste Phase der Kieler, in der das 2:0 hätte fallen müssen. Tim Siedschlag passte scharf auf Heider, der per Spagat knapp am langen Pfosten vorbeizielte (28.). Czichos köpfte eine leicht abgefälschte Flanke von Lewerenz knapp neben das Ziel (34.). Und Siedschlag zirkelte aus 16 Metern zu hoch (41.). Bremens Torschuss Nummer zwei durch einen Freistoß von Levent Aycicek parierte Niklas Jakusch sensationell (43.), danach ging es in die Kabinen.

Die Zuschauer konnten sich auch nach dem Seitenwechsel sicher sein, für ihr Eintrittsgeld ein Klassespiel geboten zu bekommen. Den besseren Beginn hatten wieder die Bremer. Der eingewechselte Ousman Manneh zwang Jakusch zu zwei Großtaten (52., 54.). Die Kieler Fans merkten, dass ihr Team in dieser Phase die Unterstützung von den Rängen gebrauchen konnte und feuerten die Störche nun umso lautstarker an. Und die Neitzel-Elf dankte es ihnen mit dem 2:0, das wieder kurios zustande kam: Jakusch mit dem Abstoß, der bis in den Lauf von Steven Lewerenz flog, der Wolf mit einem platzierten Schuss ins linke Eck keine Chance ließ (58.). Der eingewechselte Manuel Schäffler hätte den Deckel drauf machen können, sein Kopfball strich knapp über die Latte (61.). Aber die Gäste blieben gefährlich und Weidlich musste für den bereits überlaufenen Jakusch in letzter Sekunde zur Ecke klären (72.). Der KSV-Schlussmann reagierte dagegen prächtig im Eins-gegen-Eins mit Lorenzen (80.). Der Werder-Nachwuchs gab sich trotz des 0:2-Rückstandes nicht geschlagen, doch die Kieler Defensive konnte ein ums andere Mal die Angriff entscheidend stören. Lorenzens Kopfball tuschierte noch das Lattenkreuz (84.). Kurz vor Abpfiff drehte sich das Leder noch einmal, wundervoll von Marion Krause geschlenzt, ins Werder-Gehäuse. Schiedsrichter Schlager hatte aber eine Abseitsposition des Kieler Kapitäns gesehen. Den Schlusspunkt setzte dann Schäffler, von Siedschlag perfekt freigeköpft, alleine vor Wolf zum 3:0 (90.+1).

Stimmen nach dem Spiel

Niklas Jakusch: „Wir haben heute den ersten Heimsieg eingefahren, nicht mehr und nicht weniger. Schön, dass Steve meinen langen Ball so stark verwertet hat. Die Saison ist noch lang und wir müssen weiter Punkte sammeln.“

Steven Lewerenz: „Wir haben schon letzte Woche unseren Fans gezeigt, dass wir eine starke Truppe sind. Heute war die erste Halbzeit attraktiv mit vielen Chancen, in der zweiten Halbzeit war es eher ein Kampfspiel, aber der Sieg war hochverdient.“

Denis-Danso Weidlich: „Es war ein sehr umkämpftes Spiel. Werder war stark, aber wir wussten, wenn wir unsere Leistung abrufen, dann werden wir die drei Punkte hierbehalten. Natürlich sind noch einige Fehler vorhanden, auch ich ärgere mich über mein Verhalten in der eine oder anderen Situation. Fußball kann man nicht perfekt spielen, aber wir können noch einiges besser machen. Daran werden wir arbeiten, es ist ja erst der 3. Spieltag.“

Marlon Krause: „Es ist schön, dass wir unseren geilen Fans etwas zurückgeben konnten. Der Heimsieg ist gut für Selbstvertrauen. Auf die Tabelle schauen wir nicht, nächste Woche geht es nach Chemnitz und da müssen wir mindestens die gleiche Leistung abrufen wie heute, um etwas mitnehmen zu können.“

Alexander Nouri (Trainer Werder Bremen II): „Wir haben in keiner Phase ins Spiel gefunden. Wir haben alles das vermissen lassen, was du in dieser Liga brauchst, um zu bestehen. Ich habe vor der Saison angesprochen, dass du eine gewisse Haltung in dieser Liga brauchst. Wir sind nie in die Lage gekommen, um selbst Gefahr zu kreieren. Wir haben Glück gehabt, nur mit 1:0 in die Pause zu gehen. Wir wussten, dass Kiel ein hartes Mann-gegen Mann Pressing spielt, darüber hinaus haben sie heute richtig guten Fußball gespielt. Wir müssen hart an uns arbeiten. Aber wir stellen uns dieser Herausforderung!“

Karsten Neitzel (Trainer Holstein Kiel): „Für uns war es sehr wichtig, dass wir den Schalter umgelegt bekommen vom DFB-Pokal in den sogenannten Ligaalltag, was nicht abwertend klingen soll. Aber das ist unser täglich Brot. Das haben die Jungs gut gemacht. Wir hatten einen kleinen Hallo-wach-Effekt, als wir einen Fehler in der Innenverteidigung hatten und das Gegentor fallen kann. Von da an war die Konzentration da. Wir haben uns viele Dinge am und im Sechzehner erspielt. Da muss das zweite Tor vor der Halbzeit fallen. So hattest du im Hinterkopf, dass ein Fehler zum Auslgeich reicht. Ein paar Kleinigkeiten waren noch nicht so ganz flüssig, aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Fußball kämpfen und dass sie Fußball spielen kann. Man sagt zwar, dass die Tabelle nie lügt, aber im Moment lügt sie noch. Für uns geht es weiter: Wir müssen punkten, punkten, punkten.“

Holstein Kiel: Jakusch - Herrmann, Wahl, Krause, Czichos - Siedschlag, Kegel, Weidlich, Lewerenz - Schnellhardt (61. Schäffler), Heider (74. Sané). Trainer: Neitzel

Werder Bremen II: Wolf - Busch, Mainka, Hüsing, Guwara (46. Argyris) - Fröde, Kazior (73. Kobylanski), von Haacke (46. Manneh), Hilßner – Aycicek, Lorenzen Trainer: Nouri

Schiedsrichter: Schlager (Niederbühl)

Tore: 1:0 Heider (9.), 2:0 Lewerenz (58.), 3:0 Schäffler (90.+1)

Zuschauer: 5.055

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