Dreier für starke Störche

Hallescher FC - Holstein Kiel 0:3 (0:0)

Riesenjubel bei den Störchen nach dem 3:0 durchTim Wulff.

Holstein Kiel setzt seine Serie von Paukenschlägen bei den ostdeutschen Regionalliga-Spitzenteams weiter fort. Nach dem 2:0-Sieg beim Tabellenführer Chemnitzer FC und dem fulminanten 5:1 beim Saisonfavoriten RB Leipzig gelang den „aufgedrehten“ Störchen heute bei der bislang stärksten Rückrundenmannschaft ein hochverdienter 3:0-Erfolg.

Sahen die 1.517 Zuschauer in der ersten Halbzeit noch ein ausgeglichenen Partie mit nur leichten Vorteilen für die Störche – beste Aktion: Fiete Sykora setzte einen Schuss an den Pfosten –, hatte der Hallesche FC dem Angriffswirbel der KSV nach der Pause nichts mehr entgegenzusetzen. Marc Heider hätte bereits in der 51. Minute das 1:0 markieren können, überließ aber dem nimmermüden Jaroslaw Lindner den Führungstreffer (57.). Heider (61.) sorgte unmittelbar danach für das 2:0 und für die Vorentscheidung. Dem starken Spiel setzte jedoch ein anderer Kieler das Sahnehäubchen auf. Zwölf Monate nach seiner Kreuzbandverletzung sowie 120 Sekunden nach seiner Einwechslung markierte Torjäger Tim Wulff auf Vorarbeit von Fiete Sykora den dritten Kieler Treffer. Ein dickes Lob gebührte heute auch der konzentrierten Leistung des Kieler Deckungsverbandes, der – wie so oft in den vergangenen Wochen – das Holstein-Tor schier vernagelte.

KSV-Coach Thorsten Gutzeit zeigte sich nach dem Spiel sehr zufrieden: „Wir haben heute ein gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen. Nur in den ersten zwanzig Minuten waren wir etwas nachlässig. Aber diese Phase haben wir gut überstanden. Am Ende der ersten Halbzeit hatten wir zwei dicke Chancen. Gut gearbeitet, defensiv sehr, sehr gut gearbeitet und zum rechten Zeitpunkt die Tore gemacht. Wir hatten viel Freude am Spiel und es war auch ein verdienter Sieg.“

HFC-Coach Sven Köhler war mit der Leistung seiner Mannschaft weniger zufrieden: „Holstein hat das Spiel am Ende verdient gewonnen. Wir waren nur zu Beginn des Spiels richtig druckvoll. Danach war es ein ausgeglichenes Spiel. Kiel hatte seine Stärken in der Offensive. Die 2. Halbzeit hat Holstein unsere Fehler richtig clever bestraft. Dem ersten Gegentreffer ging ein schwerer Fehler voraus, das 2:0 durch Heider war dann ein tolle Einzelleistung. Wir haben bis zum Ende versucht, wenigstens noch den Ehrentreffer zu markieren. Das ist uns nichtgelungen. Ich wusste aber schon vorher, dass Kiel ein sehr gutes Team hat.“

Eine Nachfrage bezüglich der starken Kieler Leistungen in Chemnitz, Leipzig und heute in Halle beantwortete Kiels Trainer Thorsten Gutzeit wie folgt: „Es ist natürlich schön zu sehen, dass man gegen die Top-Teams immer wieder sehr gut mithalten kann. Es ist für uns wichtig, dass wir Raum haben. Den haben wir gegen sehr defensive Teams sehr oft nicht. Und wenn man gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte nicht punktet, dann kann man einfach nicht weiter oben stehen. Unsere Qualitäten kennen wir aber.“

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann hob die positive Entwicklung der Störche hervor: „Die Vorstellung heute war ein eindrücklicher Nachweis dafür, dass wir in den letzten Monaten eine deutliche Weiterentwicklung durchlaufen haben. Wir besitzen inzwischen eine gewisse Stabilität und die Automatismen klappen immer besser. Wir sind nun in der Lage, hinten sattelfest zu stehen und vorn immer einen Treffer zu markieren. Und auch die ersten Schritte von Tim Wulff heute waren einfach klasse. Das eröffnet uns eine zusätzliche Option. Tim hat eine extrem körperbetonte Spielweise. So einen Spielertyp hatten wir bisher nicht. Jetzt sind wir vorne noch unberechenbarer.“

Tim Wulff meinte restlos glücklich: „Das ist einfach nur geil, ein Hammergefühl! Ich war so heiß auf meinen Einsatz. Und dass es dann sogar mit einem Tor und einem Sieg für uns geklappt hat – sagenhaft. Wir wollen jetzt weiter Gas geben. Wir sind richtig hungrig und wollen den Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Vor allem freuen wir uns auf das Spiel gegen Spitzenreiter Chemnitz am kommenden Wochenende.“

KSV-Schlussmann Michael Frech meinte: „Wir sind schwer in das Spiel gekommen, haben dann aber richtig aufgedreht. Vorne lief es richtig gut. Und hinten haben wir kaum etwas zugelassen. Ich bin sehr glücklich über das tolle Comeback von Timmer. Und unser „Ochse“ hat sofort gezeigt, dass er wieder voll da ist. Wir können heute sehr froh sein. Aber schon morgen wird wieder hart gearbeitet. Wir haben ein tolle Spiel gegen Chemnitz vor uns. Da wollen wir erneut zeigen, was wir draufhaben.“

Holstein Kiel: Frech – Petersen, Steil, Jürgensen, Poggenberg – Sachs (72. Ziehmer), Müller (88. Kwame), Fischer, Lindner – Sykora – Heider (69. Wulff)

Tore: 0:1 Lindner (57.), 0:2 Heider (61.), 0:3 Wulff (73.)

Zuschauer: 1.517


Zurück