Rekordkulisse sieht Nullnummer

Holstein Kiel - Borussia Dortmund II 0:0

Der Kampf um den Klassenerhalt der Kieler Störche findet sein großes Finale in Darmstadt. Nach dem 0:0 gegen Borussia Dortmund II hat sich die Situation der KSV nicht verändert, da auch der SV Elversberg unentschieden spielte. Die Neitzel-Elf hat vor dem Showdown zwei Punkte Vorsprung vor der SVE. Im Duell KSV gegen BVB sah die Rekordkulisse von 7.700 Zuschauern bis in die Schlussminuten ein hart umkämpftes Duell, in dem die Störche durch Manuel Schäffler (32.) und Patrick Breitkreutz (36.) die besten Gelegenheiten hatte, die der starke BVB-Schlussmann Zlatan Alomervoic wie einige weitere Kieler Chance entschärfte und so für einen glücklichen Punkt der Gäste sorgte. Die positive Nachricht des Tages aus Sicht der Störche. Mit den 7.716 Zuschauer kam zugleich der 100.000 Zuschauer der Saison 2013/14 ins Holstein-Stadion.

Holstein-Trainer Karsten Neitzel änderte die Startformation seiner Mannschaft zum 1:2 in Chemnitz zweimal. Manuel Schäffler und Marc Heider ersetzten Marcel Schied und Tim Danneberg. 

Schon zum Abschusstraining am Donnerstag waren die Störche von 100 ihrer treuen Fans auf das Duell gegen Borussia Dortmund II eingeheizt worden. Und auch zwei Tage später bebten die Tribünen des Holstein-Stadions schon vor dem Anpfiff. Der Dortmunder Nachwuchs begann dennoch frech im Holstein-Stadion und schaltete blitzschnell auf Offensive um, wo Torjäger Marvin Ducksch sich aufreibende Duell mit der Kieler Defensive lieferte. So hatte der BVB auch die erste nennenswerte Gelegenheit: Evans Nyarko setzte den Ball auf 14 Metern aber neben das KSV-Gehäuse (7.). Das erste Tor köpfte Patrick Breitkreuz, allerdings hatte das Leder vor der Flanke von Marc Heider bereits die Torauslinie überquert (10.). Es entwickelte sich ein packendes Spiel, in dem beide Teams alles in die Waagschale warfen. Ab der 30. Minute erspielten sich die Gastgeber eine Reihe guter Möglichkeiten: Manuel Schäffler scheiterte am stark reagierenden Zlatan Alomerovic im BVB-Tor und setzte wenig später einen Ball aus kurzer Distanz über die Latte. Fiete Sykoras Direktabnahme strich am linken Pfosten vorbei. Patrick Breitkreuz gelang es wie Schäffler nicht, Alomerovic im Eins-gegen-Eins zu überwinden. Ein 20-Meter-Freistoß von Rafael Kazior landete am Außennetz. Die BVB-Bubis schwammen jetzt, überstanden den Druck allerdings ohne Gegentor bis zum Seitenwechsel. Die letzten Chancen ließ Sykora per Kopf aus. Dann war Schluss. 

Die Halbzeitpause war für die BVB-Bubis zur rechten Zeit gekommen. Das Spiel war jetzt wieder ausgeglichen. Holstein versuchte wieder Druck aufzubauen, der BVB stand aber kompakt und so reagierte Holstein-Trainer Karsten Neitzel und brachte mit Jaroslaw Lindner eine flinkere Variante für den robusten Schäffler in den Angriff. Es fehlten aber präzisen Zuspiele in die Spitze, der letzte Pass oder die letzte Flanke fand zu selten den blau-weiß-roten Mitspieler. Die BVB-Youngster verlegten sich rein auf Konter und rückten kaum mit mehr als vier Spielern in die Kieler Hälfte. Allein der schnelle Tammo Harder und Ducksch sollten für Gefahr sorgen. Die strahlten eher die Störche aus: Lindner flankte auf Heider, der fünf Metern vor dem Tor noch von Marvin Sarr gestört wurde (76.). Tim Danneberg zog volley aus 18 Metern links neben das Tor ab. Die Störche zogen das Tempo weiter an: Heider konnte den Ball in aussichtsreicher Position nicht kontrollieren (82.). Die Nachspielzeit wurde noch einmal hitzig, Die KSV ließe weitere Chancen aus, während der BVB mit allen Mitteln versuchte, die Zeit zu überstehen. 

Stimmen nach dem Spiel

Rafaek Kazior: „Wir haben heute nicht gewonnen, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Wir hatten genug, um hier als klarere Sieger vom Platz zu gehen. Das ist sehr ärgerlich, da wir gerne gemeinsam der grandiosen Kulisse heute den Klassenerhalt gefeiert hätten. Jetzt müssen wir uns in dieser Woche noch einmal richtig konzentrieren, um in Darmstadt für alles gewappnet zu sein.“ 

Patrick Herrmann: „Wir dürfen uns jetzt nicht lange ärgern. Wir sind weiter zwei Punkte vor und haben alles in eigener Hand. Wir glauben weiterhin fest an den Klassenerhalt.“

Tim Danneberg: „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, hinten nichts anbrennen lassen, aber vorne auch nicht getroffen. In diesem Moment beginnt die Vorbereitung für Darmstadt.“

Niklas Jakusch: „Wir hatten gute Torchancen. Heute hat uns das Glück gefehlt. Nächste Woche wird es aber klappen, da bin ich mir sicher. Kompliment den Torwart des BVB, der heute einen sehr guten Tag erwischt hat. Bei solchen Reaktionen kann man unseren Stürmern kaum einen Vorwurf machen.“

David Wagner (Trainer Borussia Dortmund): „Ich war mit den ersten 30 Minuten sehr zufrieden. Die erste war auch unsere bessere Halbzeit, obwohl Kiel die zwei größten Chancen des Spiels hatte. In der zweiten Hälfte haben wir uns aufs Verteidigen beschränkt, und kaum offensive Durchschlagskraft erreicht – auch wenn wir einen klaren Elfmeter hätten bekommen müssen. Es hat viel Spaß gemacht vor diesem Kieler Publikum zu spielen Und es gehört zu so einem Spiel dazu, dass man auch in der 90. plus 8. Minute noch einmal Glück hat. Wir haben unser Minimalziel – das Unentschieden –erreicht. Darüber sind wir glücklich.“

Karsten Neitzel (Trainer Holstein Kiel): „Wir haben am Anfang Probleme gehabt, richtig ins Spiel zu kommen. Wir kamen nicht ins Pressing, da der Gegner auch viel mit langen Bällen operiert hat. Ab der 30.  Minute wurde es besser mit den beiden Riesenchancen von Schäffe und Breite. Wenn so einer reingeht, wird der Fuß lockerer. In de zweiten Hälfte haben wir aus meiner Sicht etwas zu oft den langen Ball zur Eröffnung gewählt. Uns hat dann vorne die Fußspitze gefehlt, um in den entscheidenden Szenen einen Schritt schneller zu sein. Jetzt steht uns eine intensive Trainingswoche bevor, um nächsten Samstag endgültig den Deckel drauf zu machen.“

Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Gebers, Hartmann, Wetter – Breitkreuz (78. Schied), Vendelbo, Kazior (74. Danneberg), Heider – Sykora, Schäffler (62. Lindner). Trainer: Neitzel

Borussia Dortmund II: Alomerovic – Hornschuh, Meißner, Sarr, Nothnagel – Nyarko (90.+2 Yäyrynen), Solga – Jordanov (88. Derstroff), Kefkir – Harder (90. Treude), Ducksch. Trainer: Wagner

Schiedsrichter: Stein (Weibersbrunn)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 7.716

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