Janzers Anschluss fällt zu spät

Holstein Kiel - Energie Cottbus 1:2 (0:2)

Holstein Kiel muss die zweite Schlappe in der englischen Woche einstecken. Vor heimischem Publikum unterlagen die Störche Energie Cottbus mit 1:2. Die Elf von Karsten Neitzel rannte 60 Minuten einem Doppelschlag von Richard Sukuta-Pasu (21.) und Christopher Schorch (29.) hinterher. Den Anschlusstreffer durch Manuel Janzer bekamen die 4.387 Zuschauer nach intensiven Kieler Bemühungen zu spät zu sehen (88.).

Kiels Coach Karsten Neitzel nahm im Vergleich zur 0:1-Pleite bei Hasan Rostock. Für den gelbgesperrten Dominik Schmidt und Mathias Fetsch begannen Maik Kegel und Marc Heider.

Zu viele Ballverluste im Spielaufbau, zu wenige Ballgewinne in der Rückwärtsbewegung – und so führte Energie Cottbus nach einer halben Stunde mit 2:0. Richard Sukuta-Pasu staubte nach einem Lattenabpraller ab (21.), Christopher Schorch verwandelte einen Foulelfmeter (29.). Zu allem Überfluss musste auch noch Holstein Kapitän Rafael Czichos mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden. Da war ein 17-Meter-Schuss von Fabian Schnellhardt knapp neben das Cottbuser Gehäuse ein erster Hoffnungsschimmer (41.). 

Nach Wiederanpfiff sah sich Holstein ostdeutschem Abwehrbeton gegenüber. Ob lange Bälle in die Spitze, Hereingaben von Außen oder auch mal ein Abpralle – die vielbeinige und -köpfige FCE-Defensive erlaubte sich keine entscheidenen Fehler und ließ die Störche nicht zum Abschluss kommen. So hatten die Gäste selbst den nächsten Hochkaräter. KSV-Keeper Robin Zentner klärte stark im direkten Duell mit Sven Michel (69.). KSV-Keeper Robin Zentner klärte stark im direkten Duell mit Sven Michel (69.) und Sergi Arimany (87.) Dafür klingelte es auf der anderen Seite. Manuel Janzer staubte zum späten Anschlusstreffer ab (88.), der allerdings zu spät fiel.

Stimmen nach dem Spiel

Mathias Fetsch: „In der ersten Halbzeit ist uns wenig gelungen und wir haben zwei dumme Gegentore bekommen, die man nicht fangen muss. In der weiten Halbzeit war es etwas besser, aber auch nicht wirklich optimal. Wir wollten unbedingt den Ausgleich, aber der Anschlusstreffer ist zu spät gefallen.“

Manuel Hartmann: „Am Ende eine unglückliche Niederlage, aber nach den ersten 20 Minuten absolut verdient. So können wir uns nicht präsentieren. Wir sind mittendrin im Abstiegskampf und haben alles in eigener Hand. Das ist ein komfortablere Ausgangslage als noch vor ein paar Wochen. Wir müssen anfangen zu fighten, dann kann uns in der 3. Liga kaum eine Mannschaft schlagen. Aber das müssen wir über 90 Minuten zeigen.“

Tim Siedschlag: „Es ist bitter, welche einfach Mittel aktuell reichen, um hier drei Punkte mitzunehmen. Aber derzeit stehen uns scheinbar auch die einfacheren Mittel, das hat man in der zweiten Halbzeit gesehen.“

Uwe Stöver (Geschäftsführer Sport): „Entscheidend für dieses Spiel waren die ersten 30 Minuten, in denen wir nicht stattgefunden haben und der Gegner unsere Unzulänglichkeiten mit zwei Toren bestraft haben. Was passieren hätte können, wenn wir von Anfang im Spiel gewesen wären, hat man gesehen.“

Karsten Neitzel: „Wir haben in der ersten Halbzeit ein schlechtes Spiel gemacht. Keine Frage. Wir haben es nicht annähernd geschafft, uns gefährlich an den gegnerischen Strafraum zu spielen. Wir haben lange Zeit gegen Breitkreuz und Sukuta-Pasu nicht gut ausgesehen. Und man hat gesehen, was uns derzeit fehlt, wenn nach einem Lattenabpraller der Gegner schneller ist als wir. In der zweite Halbzeit haben wir mit langen Bällen operiert, was auch nicht von Erfolg gekrönt war. Nach dem Anschlusstreffer haben wir am Punkt geschnuppert. Aber vorher hätte das Spiel schon entschieden sein können, wo Robin Zentner zweimal gut hält. Man muss anerkennen, dass wir derzeit bei eigenem Ballbesitz ein bisschen neben der Spur sind. Wir müssen an den einfachen Dingen in unserem Spiel arbeiten, um die Punkte zu holen, die für den Klassenerhalt erforderlich sind.“

Vasile Miriuta (Trainer Energie Cottbus): „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben gewusst, wie schwer es wird gegen  diese gute Mannschaft. Es war gut, dass wir in der ersten Halbzeit in Führung gegangen sind, denn wir wussten, dass Kiel in der zweiten Halbzeit Druck machen wird. In den letzten 30 Minuten haben wir mit fünf Verteidigern gespielt, um den Dreier zu verteidigen. Wir hatten sogar noch zwei riesen Möglichkeiten das 3:0 zu machen und müssen dann nach dem Anschluss das 2:1 über die Zeit retten. Aber Kompliment an meine Mannschaft. Die drei Punkte sind wichtig. Wir sind immer noch im Abstiegskampf, aber wir haben noch zehn Spiele und die Chance die Liga zu halten.“

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Sigurbjörnsson, Czichos (31. Hartmann), Kohlmann – Lewerenz (60. Fetsch), Siedschlag, Kegel, Schnellhardt – Heider (77. Janzer), Schäffler. Trainer:  Neitzel
Energie Cottbus: Lück – Cretu, Schorch, Möhrle, Szarka – Kauko, Zeitz – Kaufmann, Michel (80. Mattuschka) – Breitkreuz (61. Holz), Sukuta-Pasu. Trainer: Miriuta
Schiedsrichter: Börner (Dortmund)
Tore: 0:1 Sukuta-Pasu (21.), 0:2 Schorsch (29., Foulelfmeter), 1:2 Janzer (88.)
Zuschauer: 4.287

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