Störche schießen sich Richtung Tabellenspitze

Holstein Kiel - BV Cloppenburg 5:0 (2:0)

Torjubel nach dem Führungstreffer von Casper Johannsen.

In ihrem vierten Saisonspiel besiegte die KSV Holstein den BV Cloppenburg mit :. Vor 3.165 Zuschauern führten die Störche in einer einseitigen Partie bereits zur Halbzeit mit 2:0 nach Toren von Casper Johansen (27.) und Jaroslaw Lindner (43.). Nach dem Seitenwechsel erhöhten Marcel Schied (57.), Marcel Gebers (61.) und der eingewechselte Marc Heider (83.). Mit dem klaren Sieg bleiben die Störche in der Regionalliga weiter ungeschlagen und belegen bis zum Sonntag den 3. Tabellenplatz.

Die Störche begannen mit der gleichen Startformation, die schon eine Woche zuvor beim 4:1 zum Anpfiff auf dem Rasen gestanden hatte. 

Für die Zuschauer ergab sich einmal mehr das leidige Bild der letzten Wochen. Die Störche hatten es mit einem Gegner zu tun, der sich ohne Ballbesitz 30 Meter vor dem eigenen Tor mit Mann und Maus einigelte. Das Gutzeit-Team war auf Ballbesitz bedacht und versuchte im Spielaufbau so ziemlich jede Passvariante, um Cloppenburg aus der Reserve zu locken. Kam Holstein dann zu Chancen, waren diese aber hochkarätig: Fabian Wetter köpfte aus vier Metern einen Freistoß von Rafael Kazior genau auf BVC-Torwart Stefan Tilling (4.) Marcel Schied brachte Wembley-Feeling nach Kiel, als sein Schuss von der Unterkante der Latte wohl nicht vollen Durchmaßes hinter die Linie prallte (16.). Die Störche mühten sich weiter auf der Suche nach der Lücke, als ihnen der Gast plötzlich entgegen kam. Nach 25 Minuten rückte Cloppenburg weiter auf, und den Platz nutzten die Störche zu einem präzisen Konter. Schied flankte von links, Jaroslaw Lindner kugelte das Leder noch über den Spann, aber Casper Johansen verlud Torwart Tilling nach einer schönen Drehung – 1:0 für Holstein (27.). Sofort nahm der BVC wieder seine Defensiv-Formation an. Der überall zu findende Schied scheiterte aus 16 Metern an Tilling (37.). Thorsten Gutzeit hatte nach einer weiteren schwachen Ecke von Tim Siedschlag gerade seine Trainerbank malträtiert, als „Sido“ seinen Chef unmittelbar wieder milde stimmte: Übersichtliche Flanke auf Lindner am längen Pfosten, der aus elf Metern eiskalt zum 2:0 einschoss (43.). Zur Pause 9:0 Ecken und 2:0 für Holstein.

Nach dem Seitenwechsel freuten sich die Holstein-Fans endlich auf Tore vor der eigenen Nase. Doch zunächst mussten sich die Störche-Anhänger wieder gepflegtes Aufbauspiel der Störche ansehen. Der Ball lief teilweise 15 oder gar 20 Stationen durch die eigenen Reihen, bis ein Storch zum gegnerischen Strafraum vordrang. Als die KSV-Fans endlich wieder jubeln durften, war alles ganz einfach gegangen: Tödlicher Pass auf den durchgestarteten Schied, der Tilling aus 15 Metern mit einem Lupfer düpierte (57.). Für Statistiker: Der BV Cloppenburg hatte seine erste Ecke nach einer knappen Stunde. Die elfte Ecke brachte dafür ein weiteres Tor der Störche. Der von Siedschlag getretene Ball landete nach einem Abpraller vor den Füßen von Marcel Gebers, der das Leder energisch über die Linie grätschte (61.). Nach 72 Minuten wurde KSV-Schlussmann Niklas Jakusch erstmals geprüft: Den 20-Meter-Schuss von Mehmet Kodes hielt er im Nachfassen. Das Gutzeit-Team ließ seiner Spielfreude gegen einen geschlagenen Gegner weiter freien Lauf. Der eingewechselte Marc Heider ließ dem alleingelassenen Torwart Tilling nach Traumpass von Andy Hebler keine Chance – 5:0 (83.). Die Holstein-Fans begleiteten die letzten zehn Minuten mit freudigen Jubelgesängen, dann war der 5:0-Sieg eingetütet.

Stimmen nach dem Spiel

Marcel Schied sagte nach dem Spiel zufrieden: „Wir wollten hier heute auf jeden Fall drei Punkte holen. Das ist uns eindrucksvoll gelungen. Natürlich darf jetzt bitte nicht jeder erwarten, dass wir jede Woche 5:0 gewinnen.“ 

Kapitän Rafael Kazior erklärte: „Nach einem 5:0 gibt es wohl kaum Grund zum Meckern, auch wenn wir in einigen Minuten noch Unkonzentriertheiten hatten, die wir abstellen müssen.“

Innenverteidiger Steve Müller meinte: „Das war von der ersten bis zur letzten Minuten unsere bislang beste Saisonleistung. Hochkonzentriert, wenige Fehler und nachher auch mit viel Spielfreude. Somit ist der Sieg auch in der Höhe verdient.“

BVC-Trainer Jörg-Uwe Klütz meinte auf dem Pressegespräch: „Es ist unglücklich für uns, dass der Sieg für Holstein verdient ist. Wir wollten lange das 0:0 halten und auf Konter spielen. Die Tore kurz vor und nach der Pause fielen für uns zu unglücklichen Zeitpunkten. Wenn man Glück vorher das hat und einen Konter verwerten kann, dann gewinnt man hier vielleicht. Aber wir dürfen nicht vermessen sein und uns mit Kiel vergleichen. Ich hab vor der Saison gesagt, diese Liga ist eine Drei-Klassen-Liga. Kiel ist in der ersten, wir in der dritten.“

Gutzeit: „Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wir haben viele Torchancen rausgespielt, die Tore auch gemacht und wenig zugelassen. In der zweiten Halbzeit kam die Spielfreude auch wieder. Wir sind wieder ein Stück weiter und auf einem guten Weg.“

Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann (80. Krause), Müller, Gebers, Wetter – Kazior, Toksöz – Siedschlag (66. Hebler), Johansen, Lindner – Schied (70. Heider).

Tore: 1:0 Johansen (27.), 2:0 Lindner (43.), 3:0 Schied (57.), 4:0 Gebers (61.), 5:0 Heider (83.)

Zuschauer: 3.165

Schiedsrichter: Martin (Schiffdorf)

 

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