Willenssieg - Störche trumpfen nach 0:1 auf

Holstein Kiel - Chemnitzer FC 2:1 (1:1)

Vier Spieltage vor Saisonende festigt Holstein Kiel sich in den Aufstiegsrängen. Vor 7.381 Zuschauern besiegten die Störche  in einem spannenden Kampf den Chemnitzer FC mit 2:1. Die CFC-Führung durch Reagy Ofosu (20.) glich Manuel Schäffler vor dem Seitenwechsel aus (36.). Den Siegtreffer für aufopferungsvoll kämpfende Kieler erzielte Marc Heider nach glänzender Vorarbeit von Maik Kegel und Rafael Kazior (69.). Der Vorsprung der KSV auf Platz 4 beträgt nach der 0:2-Niederlage der Stuttgarter Kickers fünf Punkte.

Zweifach änderte Holstein-Trainer Karsten Neitzel die Startelf vom 2:2 der Vorwoche beim Halleschen FC: Tim Siedschlag und Patrick Breitkreuz nahmen auf der Reservebank Platz, dafür begannen Mikkel Vendelbo und Jaroslaw Lindner. 

Beide Teams verschwendeten keine Zeit mit langen Balltiraden, sondern suchten schnell mit langen Bällen die Nähe zum gegnerischen Strafraum. Den ersten Abschluss konnte Marc Heider verbuchen, der von Manuel Schäffler bedient aus zwölf Metern links neben das Tor verzog (10.). Auf der anderen Seite machte es Reagy Ofosu besser. Nach einem Flankenwechsel nahm er entschlossen zwei Schritte in die Mitte Anlauf und jagte das Leder trocken zur Chemnitzer Führung ins Netz (20.). Es folgte ein Fernschusswechsel: Der Ex-Kieler Tim Danneberg zog aus 18 Metern links neben das Gehäuse (25.). Rafael Kazior zwang Philipp Pentke aus 23 Metern zu einer Glanzparade (26.). Nach der folgenden Ecke konnte Patrick Kohlmann einen Dropkick nicht mehr platzieren. Dan-Patrick Poggenbergs 25-Meter-Strich landete in den Armen von Kenneth Kronholm (29.). Und Anton Fink säbelte einen Freistoß aus 26 Metern über das KSV-Tor. Doch die Störche übernahmen das Zepter und kamen zum Ausgleich. Gedankenschnell lupfte Maik Kegel einen Freistoß zu Heider, der per Kopf maßgenau auf Schäffler weiterleitete, der unhaltbar ins lange Eck zum 1:1 nickte (36.). Die Gäste wankten jetzt, ein weiterer Treffer gelang der Neitzel-Elf vor dem Seitenwechsel jedoch nicht. 

Beide Mannschaften kamen trotz Regens mit Feuer aus der Kabine. Kazior kam fünf Meter vor dem CFC-Tor nicht mehr an eine Heider-Hereingabe heran (48.). Auf der anderen Seite war Kronholm bei einem Schuss von Anton Fink blitzschnell unten (50.). Mikkel Vendelbo traf einen Ball in den Rücken der Chemnitzer Abwehr von Kazior nicht optimal (51.). Ähnlich den ersten 20 Minuten des Spiels brachten die Störche nicht die nötige Klarheit in die eigenen Angriffe – bis zur 69. Minute. Die Gastgeber hatten die Sachsen schon eine Minute am eigenen Strafraum beschäftigt als ein Geniestreich von Kegel die CFC-Viererkette aushebelte, der einlaufende Kazior in die Mitte passte und Heider das Leder nur noch ins leere Tor zu drücken brauchte (69.). Das Holstein-Stadion mit den über 7.000 Zuschauern bebte. Lauthals tönten die KSV-Fans. „Zweite Liga, Holstein ist dabei!“ Doch es waren noch 20 Minuten zu gehen. Das Neitzel-Team legte nach: An Heiders Maßflanke versuchte Kazior noch heranzukommen, der dahinter einlaufende Tim Siebschlag hätte womöglich für die Vorentscheidung gesorgt (75.). Chemnitz kam aber nochmals: Der eingewechselte Nils Röseler köpfte an den Innenpfosten, bevor der verdutzte Markus Ziereis den Abpraller aus zwei Metern über das leere Gehäuse hebelte (87.). Auch die Störche hatten noch die Chance auf einen weiteren Treffer, doch Siedschlags Flanke ging einen Hauch über Kazior hinweg, der wenig später einen Siedschlag-Freistoß mustergültig aufs Tor köpfte, aber an der überragenden Parade von Pentke scheiterte. Dann war Schluss und der Dreier nach einem starken Kieler Kampf eingesackt.

Stimmen nach dem Spiel

Manuel Schäffler: „Wir haben uns gut zurückgekämpft und wollten unbedingt das Spiel gewinnen. Auch wenn wir am Ende ein bisschen Glück gehabt haben, haben wir verdient gewonnen.“

Marc Heider: „Wir haben uns richtig reingekämpft und uns von dem Rückstand nicht beeindrucken lassen. Bei meinem Tor macht es Rafa überragend. Das ist Mannschaftssport und eigentlich ist es sein Treffer.“ 

Ralf Heskamp (Sportlicher Leiter): Die Jungs haben das kämpferisch super gemacht und am Ende auch verdient gewonnen. Jetzt können wir mit Ruhe und Selbstvertrauen nach Bielefeld fahren.“

CFC-Trainer Karsten Heine: „Insgesamt fand ich die Leistung meiner Mannschaft in Ordnung. Es war von uns kein ansehnliches Spiel. Wir haben aber nichts zugelassen und dann das Tor erzielt. Danach haben wir es nicht geschafft, nachzulegen. Eine Standardsituation führte dann zum Ausgleich. In der zweiten Halbzeit war es ein sehr spannendes, attraktives Spiel, in dem beide Mannschaften um den Sieg gespielt haben. Das 2:1 für Kiel war sicherlich das Sahnehäubchen, andererseits hatten wir auch unsere Möglichkeiten. Am Ende war dann etwas Pech für uns dabei. Wer jetzt wie Kiel da oben steht, der hat nicht einfach nur Glück.“

 

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Wir haben heute gegen einen sehr, sehr guten Gegner drei Punkte geholt, was das Ziel war. Wir waren gut eingestellt auf die langen Bälle von Pentke – wenn der Ball runterfällt, muss man wach sein, das haben wir gut hinbekommen. Das Sturmduo aus Löning und Fink ist schwer auszuschalten über die gesamten 90 Minuten. Es war ein Spiel mit offenem Visier von beiden Mannschaften, mit dem besseren Ende für uns. Wir sind froh, dass wir die drei Punkte hier in Kiel behalten.“

 

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Gebers, Wahl, Kohlmann – Lindner (57. Siedschlag), Kegel, (89. Krause) Vendelbo, Heider (80. Breitkreuz) – Schäffler, Kazior. Trainer: Neitzel
Chemnitzer FC: Pentke – Scheffel, Endres, Conrad, Poggenberg (63. Röseler) – Stenzel (82. Kehl-Gomez), Danneberg – Ofosu, Fink, Cincotta (75. Ziereis) – Löning. Trainer: Heine
Schiedsrichter: Dittrich (Bremen)
Tore: 0:1 Ofosu (20.), 1:1 Schäffler (36.), 2:1 Heider (69.)
Zuschauer: 7.381

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