Holstein mit Heimpunkt

Holstein Kiel - Chemnitzer FC 1:1 (0:0)

Holstein Kiel trennt sich vom Chemnitzer FC 1:1. Nach einer torlosen ersten Hälfte gingen die Gäste aus dem Nichts durch einen 20-Meter-Schuss von Maik Kegel in Führung (65.), die Fiete Sykora per Kopf ausglich (73.). Vor 4309 Zuschauern waren die Störche bis zum Abpffif das engagiertere Team, schaffte aber das eine Tor mehr nicht. 

Gleich dreimal musste KSV-Trainer Karsten Neitzel sein Team zum letzten Spiel vor 14 Tagen bei Jahn Regensburg verändern. Niklas Jakusch, Fiete Sykora und Patrick Breitkreuz ersetzten die verletzten Maximilian Riedmüller, Rafael Kazior und den gelbgesperrten Patrick Herrmann.

Zu seinem Drittligadebüt trug KSV-Schlussmann Niklas Jakusch ein weißes Jersey, das in der ersten Halbzeit nicht in Gefahr geriet, schmutzig zu werden. Die Gäste wirkten defensiv unsortiert und offensiv ohne die nötigen Mittel, um Gefahr heraufzubeschwören. Die Störche bissiger und mit guten Chancen: Nach einem Ausrutscher in der Chemnitzer Abwehr lief Patrick Breitkreuz alleine auf das CFC-Tor zu, setzte das Leder aber über die Latte (4.). Fiete Sykora köpfte aus elf Metern um Zentimeter am linken Pfosten vorbei (22.) und in die Arme von Gästeschlussmann Philipp Pentke (29.). Die schönste Kombination der Kieler von Marcel Schied und Marc Heider über die linke Seite wurde in letzter Sekunde geklärt (33.). Kurz vor der Pause dann doch noch eine gute Gelegenheit für die heute roten „Himmelblauen“. Tino Semmer setzte den Ball um Zentimeter am langen Pfosten vorbei (40.). Dann war Pause.

In der zweiten Halbzeit ging es unter Flutlicht weiter. Auf dem Feld machte  Holstein 15 Minuten lang Druck, den erhellenden Moment hatte aber der Chemnitzer Maik Kegel. Im zentralen Mittelfeld angespielt, setzte er zwei Haken und zog aus 20 Metern trocken in die Ecke ab. Aus dem Nichts führten die „Himmelblauen“ (65.). Auf der anderen Seite brachte die „verflixte“ Sieben die Erleuchtung: Der siebte Eckball von Tim Siedschlag wurde ins Zentrum geklärt, wo Tim Danneberg per Scherenschlag direkt abzog und Fiete Sykora den Aufsetzer per Kopf ins Tor verlängerte (72.). Die beiden Treffer rüttelten den Kampfgeist beider Teams wach. Jeder Zentimeter wurde beackert, die Trikotfestigkeit getestet, was Schiedsrichter Jablonski großzügig und ohne Pfeifton mitanschaute. Die Störche waren zwar näher am zweiten Treffer, brachten sich aber nicht in Schussposition. In der letzten Aktion jage Marcel Gebers das Leder aus 25 Metern aufs CFC-Gehäuse, Philipp Pentke kratzte den Kracher aber aus der Ecke. So endete die Partie 1:1.

Stimmen nach dem Spiel

Tim Siedschlag: „Am Ende müssen wir uns über den Punkt freuen. Heute wurde viel gebolzt, das haben wir uns so natürlich nicht auf die Fahnen geschrieben. Und auch wenn wir mehr Druck gemacht haben, kam zu wenig Gefahr dabei raus.“ 

George Kelbel: „Wir haben zwar einen Punkt mitgenommen, können uns darüber aber nicht freuen, denn wir waren das deutlich bessere Team. Wir müssen weiter arbeiten, als Mannschaft zusammenstehen, dann klappt es auch wieder mit einem Sieg.“

Marcel Gebers: „Wir haben das Spiel bestimmt, hatten mehr Chancen, aber es haben fünf Prozent gefehlt. Wir haben zwar wieder Moral gezeigt und sind zurückgekommen, aber müssen mehr aus unseren Gelegenheiten machen. Nach dem Ausgleich war noch genug Zeit für den Sieg.“

Niklas Jakusch: „Natürlich bin ich nicht zufrieden mit meiner Leistung. Ich will immer Zu–Null spielen und habe einen Ball nicht gehalten, das ist ärgerlich. Ein Rückstand macht uns das Leben immer schwer. Doch auch heute war auch der Dreier wieder drin.“

Fiete Sykora: „Uns war klar, dass wir heute nicht 4:0 oder 5:0 gewinnen, aber wir hatten uns vorgenommen in Führung zu gehen. Ein 1:0 würde uns gut tun. Am Ende war der Ball vielleicht zu häufig in der Luft statt auf dem Boden, da hatten wir uns anders vorgenommen.“  

CFC-Trainer Karsten Heine: „Beide Mannschaften haben ein intensives Spiel gezeigt. Wir haben nachgewiesen, dass wir den Kampf um den Abstieg angenommen haben. Was die Mannschaft kämpferisch über 90 Minuten geboten hat, war in Ordnung, Wir hatten zwar Probleme mit den langen Bällen der Kieler, sind aber trotzdem in Führung gegangen. Leider kam postwendend der Ausgleichstreffer, der die Kieler noch einmal aufgebaut hat. Wir fahren nicht zufrieden nach hause, aber auch nicht unzufrieden. Wir nehmen den einen Punkt mit, auch wenn wir gerne mehr mitgenommen hätten.“ 

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Wir  haben Chemnitz heute vorne nicht so aggressiv angelaufen, wie bisher. Das hat in der ersten halben Stunde ordentlich geklappt. In den 15 Minuten vor der Halbzeit sind wir unter Druck geraten und hatten Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Vorher wäre für uns aber ebenfalls eine Führung möglich gewesen. Die zweite Halbzeit war kein Fußballfeuerwerk, aber die Mannschaft hat um jeden Ball gekämpft und ist der nach dem Rückstand wieder zurückkommen, dafür gibt es ein Kompliment an die Mannschaft.“

Holstein Kiel: Jakusch - Siedschlag, Wahl, Gebers, Wetter - P. Breitkreuz (84. Johansen), Danneberg, Hartmann, Heider - Sykora, Schied (74. Kelbel). Trainer: Neitzel

Chemnitzer FC: Pentke - le Beau, Conrad, Bankert, Birk - Hensel, Pusch (87. Cinar), Garbuschewski (80. Makarenko), Kegel (90.+2 Förster) - Semmer, Fink. Trainer: Heine

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) 

Tore: 0:1 Kegel (65.), 1:1 Sykora (73.)

Zuschauer: 4309

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