Drittes Heimspiel, dritter Heimsieg

Holstein Kiel - Wacker Burghausen 2:1 (2:1)

Holstein Kiel gewinnt auch das dritte Heimspiel der Saison. Gegen Wacker Burghausen siegten die Störche mit 2:1. Vor 5.921 Zuschauern fielen die drei Treffer bereits vor der Halbzeit. Das Spiel der KSV begann furios: Zwei Chancen durch Marc Heider (13.) und Casper Johansen (23.) ergaben eine 2:0-Führung. Ein Blackout in der Kieler Abwehr ließ die Gäste durch Ahmet Kulabas herankommen und ermöglichte eine hart umkämpfte zweite Halbzeit, die beide Teams trotz bester Chancen ohne weiteres Tor beendeten. Die Kieler Störche festigten mit diesem Dreier den zweiten Tabellenplatz in der 3. Liga.

Nach dem starken Auftritt beim 3:0-Sieg bei Preußen Münster gab es für Holstein-Trainer Karsten Neitzel keinen Anlass gegen Wacker Burghausen die Startelf zu verändern. Neben dem Spielausgang stand noch eine weitere spannende Frage im Raum: Würde heute der Drittliga-Zuschauerrekord im Holstein-Stadion fallen? Die Höchstmarke von 6.016 Zuschauern wurde am 29. Juli 2009 aufgestellt – ausgerechnet bei der 0:1-Pleite gegen Wacker Burghausen. Am heutigen Tag sollten es lediglich 5.921 sein.

Der Anpfiff ertönte und die Gäste igelten sich ein. Die einzige Wacker-Spitze Ahmet Kulabas griff sanft ab der Mittellinie an und so hatte Holstein in den ersten Minuten gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, aber zugleich Schwierigkeiten, die Burghauser Abwehrfestung zu durchdringen. Es brauchte einen Fehler der Gäste, der zur ersten Torchance führte – und die saß. Ballverlust im Mittelfeld, Marlon Krause schaltete schnell und spielte einen tödlichen Pass an die Strafraumkante zu Rafael Kazior, der direkt quer auf den besser postierten Marc Heide legte, der ins leere Tor zur 1:0-Führung einschob (14.). Burghausen wirkte komplett überfordert, ohne spielerische Linie nach vorne und wusste sich nur mit Fouls zu helfen. Rafael Kazior schnitt einen Freistoß diagonal auf den zweiten Pfosten, Fabian Wetter legte in den Rücken auf Casper Johansen, der aus sieben Metern zentral Stephan Loboué im Wacker-Tor keine Chance ließ und zum 2:0 einschoss (23.). Die Kieler schienen von sich selbst berauscht, schenkten den Gästen aber leichtfertig den Anschluss: Fabian Wetter vertändelte den Ball ins Aus. Der eingewechselte Stephan Thee reagierte blitzschnell, setzte mit einem präzisen Einwurf Ahmet Kulabas in Szene, der aus 14 Metern zum Anschluss einschoss (29.). Den folgenschweren Blackout wollten die Störche sofort korrigieren. Einen 20-Meter-Kracher von Casper Johansen boxte Stephan Loboué über die Latte (34.). Nach einer Klassekombination über die rechte Seite mit Tim Danneberg, Rafael Kazior und Patrick Herrmann tippte Marc Heider die Hereingabe am kurzen Pfosten vorbei (36.). Aber Wacker hielt jetzt stärker dagegen und den 2:1-Rückstand bis in die Pause.

Hatte Wacker Burghausen zu Beginn der ersten Halbzeit nur hinten drin gestanden, kamen die Oberbayern mutiger aus der Kabine. Das Spiel war jetzt offener, weil die Gäste enger dran waren und die Störche schon in der eigenen Hälfte attackierten. Die Holstein-Fans merkten, dass Unterstützung notwendig war und feuerten ihr Team mit Wechselgesängen über die Tribünen an. Nach 65 Minuten hatten die rund 100 Wacker-Fans, die 947 Kilometer weit an die Förde gereist waren, den Torschrei schon auf den Lippen. Hauke Wahl klärte in letzter Sekunde vor dem einköpfbereiten Ahmet Kulabas. Auf beiden Seiten fehlte die Präzision in den Pässen und Gefahr kam höchstens nach Standards auf. Ein Freistoß rutschte bis zum aufgerückten Wacker-Verteidiger Alexander Eberlein durch, der aber zwei Meter vor dem Tor nicht schnell genug schalten konnte. Das Spiel der Kieler erinnerte in der Schlussphase an das Heimspiel vor 14 Tagen gegen den Halleschen FC. Die Störche brachten sich gut in die Nähe des Wacker-Tores, der letzte Pass wollte aber nicht den Mitspieler finden. Rafael Kaziors Schlenzer vom Strafraumeck strich am Lattenkreuz vorbei (85.)  Nach furiosen Schlussminuten, in der auf beiden Seiten noch hätten Tor fallen können, jubelten die Störche, die mit Kampf, Geschick und Glück das 2:1 über die Zeit gerettet hatten.

Stimmen nach dem Spiel

Tim Siedschlag: „Knapp? Mir egal, wenn wir nach solchen Spielen immer gewinnen, nehme ich das gerne in Kauf.“ 

Maximilian Riedmüller: „Wir haben überragende erste 30 Minuten gespielt. Das man das nicht über 90 Minuten nicht hinbekommt, kann passieren. Wir haben den Kampf in der zweiten Halbzeit angenommen und am Ende verdient 2:1 gewonnen.“

Casper Johansen: „Das Gegentor hat Wacker wach gerüttelt, aber wir haben stark dagegengehalten und kaum eine Torchance zugelassen. Die einen werden sagen, dass es glücklich war, die anderen werden sagen, dass es verdient war.“ 

Wacker-Trainer Georgi Donkov: „Wir haben uns vorgenommen, tief zu stehen, die Räume eng zu machen und nicht zuzulassen. Aber wir haben Kiel Räume gegeben und dann waren sie brandgefährlich. Nach dem 2:1 und einigen Änderungen im System hat sich die Mannschaft anders präsentiert. Auf einmal waren wir mutig, haben versucht zu pressen und auch Torchancen erspielt. In der zweiten Halbzeit haben wir alles versucht, aber leider unsere Chancen nicht reingemacht – das ist derzeit unser Manko und daher haben wir auch heute verloren.“

Holstein-Trainer Karsten Neitzel: „Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. Eine ganz tolle erste Halbzeit von uns – leichtfüßig, mit Ballkontrolle, schnellem Spiel in die Spitze, guten Standards und wir haben uns selbst belohnt. Mit dem 2:1 haben wir uns ein bisschen den Stecker aus der Steckdose gezogen. Dann ist der Kopf auf einmal ganz anders. Dazu läuft der Gegner uns auf einmal in der eigenen Hälfte an, spielt offensiver und wir haben die Sorge, dass ein Fehler zwei Punkte kosten kann. Deshalb war es eine zweite Halbzeit, die typisch für die 3. Liga war, obwohl beide Mannschaften, versucht haben, Fußball zu spielen. Zum Glück für uns ging hinten nichts rein, zum Pech für uns vorne auch nicht. Wir freuen uns über 14 Punkte. Es sind noch 96 zu vergeben und da ist es gut, wenn du so früh in der Saison schon einen Haufen Holz zuhause hast.“

Holstein Kiel: Riedmüller – Herrmann, Gebers, Wahl, Wetter – Siedschlag, Krause, Danneberg, Johansen (57. Sykora) – Kazior (88. Hartmann), Heider (70.Schied). Trainer: Neitzel

Wacker Burghausen: Loboué – Burkhard, Eberlein, Drum, Moser (83. Colak) – Pflügler (26. Thee), Turhan (61. Simosis) – Burkhardt, Holz, Schröck – Kulabas. Trainer: Donkov

Schiedsrichter: Glasmacher (Alsdorf)

Tore:
1:0 Heider (13.), 2:0 Johansen (23.), 2:1 Kulabas (29.)

Zuschauer:
5.921

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