Arbeitssieg nach Energieleistung

Holstein Kiel - Arminia Bielefeld 2:1 (0:0)

Holstein Kiel feiert den vierten Sieg in Folge. Mit 2:1 (0:0) gewinnen die Störche nach einer großen Energieleistung gegen Arminia Bielefeld. Nach einer umkämpften ersten Hälfte schockten die Störche resolute Ostwestfalen binnen drei Minuten. Auf den Doppelschlag von Marvin Ducksch (65.) und Steven Lewerenz (68.) folgte nur der Anschlusstreffer durch ein unglückliches Eigentor von Rafael Czichos (85.).

Markus Anfang entschied sich vor der Pokalwoche für drei Änderungen zum 5:3 in Heidenheim: Sebastian Heidinger, Kingsley Schindler und Tom Weilandt beginnen anstelle von Patrick Herrmann, Aaron Seydel und Steven Lewerenz (beide Bank). 

Markus Anfang hatte seine Mannschaft auf einen Abnutzungskampf vorbereitet. Und der KSV-Trainer sollte recht behalten. Die Arminen versprühten Dauer-Gift, nutzten alle Möglichkeiten am Rande des Regelwerks, um die Störche nicht in Spielfluss kommen zu lassen. Schiedsrichter Tobias Reichel, in seiner dritten Zweitligapartie, hatte große Mühe, eine Linie in seine Spielauslegung zu bekommen. So bot sich für die Zuschauer Aufreger um Aufreger, allerdings nicht fußballerisch. Konnten sich die Fans in den letzten Partien über Chancenfeuerwerke freuen, blieben Torszenen Mangelware. Konstantin Kerschbaumer (32.) und Marvin Ducksch (34.) brachten mit Distanzschüssen ein Raunen ins Rund. Kurz vor der Pause verhinderte Stefan Ortega mit einer starken Parade das siebte Saisontor von Dominick Drexler (42.), bei einem 19-Meter-Freistoß von Ducksch über die Latte musste Bielefelds Nummer eins nicht eingreifen.

Hoffnung für 11.224 Zuschauer: Beide Teams schienen sich mit Wiederanpfiff verstärkt um Fußball bemühen zu wollen. Die KSV drückte aufs Tempo, hatte aber in den entscheidenden Zuspielen eine zu große Streuung. Auf der anderen Seite hatten die Gäste die Führung auf dem Fuß: Andreas Voglsammer scheiterte aus sieben Metern an einem starken Fußreflex von Kenneth Kronholm, den Nachschuss feuerte Fabian Klos neben das Gehäuse (58.). Mitten in die beste Bielefelder Phase stach die individuelle Klasse des Tabellenzweiten: Ducksch empfing 26 Metern vor dem Tor das Spielgerät, wartete auf optimale Schussposition und feuerte mit Links zum 1:0 in die Ecke (65.). Plötzlich fegte der Kieler Orkan wieder auf Stufe zehn: Ducksch legte im Hochgeschwindigkeitskonter quer auf Steven Lewerenz, der zum 2:0 verwandelte (68.). Die Anfang-Elf hatte das Geschehen nun im Griff, musste aber durch ein unglückliches Eigentor von Rafael Czichos (85.) noch einmal alles in die Waagschale werfen und hatte noch die dicke Chance zum 3:1. Nachdem Ortega gegen David Kinsombi pariert hatte, war der vierte Sieg in Folge dann eingetütet.

Stimmen nach dem Spiel

Alexander Mühling: „Es war sehr eng, sehr umkämpft mit wenigen Spielzügen und dem Fokus auf die zweiten Bälle. Letztlich haben wir unsere wenigen Chancen besser nutzen können und dadurch wohl auch verdient gewonnen.“
Steven Lewerenz: „Ich freue mich, dass ich nach meiner Einwechslung der Mannschaft helfen konnte. Wir wollten Zu-Null spielen, haben das nicht geschafft. Dafür haben wir diese enge Nummer gewonnen, das ist entscheidend.“
DSC-Trainer Jeff Saibene: „Das ist eine Niederlage, die uns sehr weh tut. Wir haben eine gute Leistung gezeigt. Deshalb mache ich den Jungs auch keinen Vorwurf, bis auf die Tatsache, dass wir in der zweiten Halbzeit nicht in Führung gegangen sind. Da hatten wir gute Chancen. Aber dann kommt es, wie es kommen muss: Kiel hat einen Lauf und schießt auch in schwierigen Situationen Tore. Bei uns ist es das Gegenteil.“
KSV-Trainer Markus Anfang: „Es war das erwartet schwere Spiel. Bielefeld ist eine sehr schwer zu bespielende Mannschaft. Sie haben uns früh angepresst. Die Bälle hinter die Kette haben wir in der zweiten Halbzeit viel besser gemacht. Es war ein hart umkämpftes Spiel, in dem wir alles in die Waagschale geworfen haben. Man darf nicht vergessen, dass wir Aufsteiger sind. Die die Jungs liefern gerade etwas ab, was keine Selbstverständlichkeit ist. Hinten heraus hätten wir den Sack früher zumachen können, haben es uns aber durch ein Eigentor aber nochmal selbst in Bedrängnis gebracht. Aber ein Tor war auch verdient für Bielefeld.“

Spielinfo

Holstein Kiel: Kronholm – Heidinger, Schmidt, Czichos, van den Bergh – Peitz – Schindler (87. Condé), Drexler (74. Kinsombi), Mühling, Weilandt (64. Lewerenz) – Ducksch. Trainer: Anfang
Arminia Bielefeld: Ortega – Teixeira, Börner, Salger, Hartherz – Prietl, Kerschbaumer – Weihrauch (69. Hemlein), Staude (82. Brandy) – Klos (77. Quaschner), Voglsammer. Trainer: Saibene
Schiedsrichter: Reichel (Stuttgart)
Tore: 1:0 Ducksch (65.), 2:0 Lewerenz (68.), 2:1 Czichos (85., Eigentor)
Zuschauer: 11.224

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