Berliner Fussballfestspiele ohne Punkt für Störche

1.FC Union Berlin - Holstein Kiel 4:3 (3:3)

Holstein Kiel geht bei den Berlinen Fußballfestspielen leer aus. Vor 21.242 Zuschauern unterlagen die Störche beim 1, FC Union unglücklich mit 3:4. Die Elf von Markus Anfang war in einer denkwürdigen ersten Halbzeit sogar zweimal durch Kingsley Schindler (12. und 16.) in Führung gegangen und konnte nach drei Treffern der „Eisernen“ (15., 25., und 27.) durch Dominick Drexler (32.) wieder den Ausgleich markieren. Am Ende setzte Steven Skrzybski mit seinem zweiten Treffer früh den Schlusspunkt (52.) gegen nicht aufgebende Kieler, denen der Last-Minute-Ausgleich anders als in der Vorwoche nicht mehr gelang.

Zweites Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga nach knapp vier Jahrzehnten, erste Niederlage. Die KSV Holstein unterlag am Freitagabend beim 1. FC Union Berlin mit 3:4 (3:3). In der mit mehr als 21000 Zuschauern ausverkauften „Alten Försterei“ boten die Störche dem Aufstiegsaspiranten bis zum Abpfiff einen Kampf auf Augenhöhe. Sie hatten allerdings das Pech, dass der überragende Steven Skrzybski mit einer herrlichen Einzelaktion bereits frühzeitig nach dem Seitenwechsel zum 4:3 (52.) für die Berliner traf.

Das Team von Jens Keller zog sich anschließend deutlich zurück, verdichtete die Reihen, die im ersten Durchgang noch sehr luftig gewirkt hatten, und ließ die Kieler auf Granit beißen. Das Team von Markus Anfang ließ nichts unversucht, in der Schlussphase rückte sogar noch Mittelfeld-Turm Dominic Peitz ins Sturmzentrum, aber wirklich gefährlich kamen die Störche nicht mehr vor das von Jakob Busk gehütete Tor.

Ganz anders sah die Kieler Offensive im ersten Durchgang aus. Kingsley Schindler, der mit einem Doppelschlag die KSV sogar zweimal in Führung gebracht hatte, verwandelte mit seinen Sturmkollegen die „Eisernen“ in „Butterweiche“. Aber da auch die KSV-Defensive im ersten Durchgang nicht die gewohnte Stabilität an den Tag legen konnte, erinnerte das Spiel phasenweise an Tischtennis. Kaum hatte die eine Fankurve einen Treffer bejubelt, krachte es schon wieder auf der Gegenseite. Letztlich war der Sieg der Berliner nicht unverdient, an der „Alten Försterei“ werden nicht viele Gegner in dieser Saison einen Grund zum Jubeln haben. Die Kieler waren nah dran, aber zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sollte ihnen der Schuss ins Glück nicht gelingen.

Beim 2:2 gegen den SV Sandhausen, dem Saisonauftakt am vergangenen Sonntag, hatte Marvin Ducksch noch mit einem Freistoß in der letzten Sekunde zum Ausgleich getroffen. Ducksch & Co blieben trotz der Enttäuschung noch lange nach dem Abpfiff auf dem Rasen, ließen sich von den 1700 mitgereisten Kieler Fans trösten.

Der ersten Pflichtspielniederlage nach fünf Monaten können die Störche schon am kommenden Freitag wieder ein positives Erlebnis folgen lassen: Um 20.45 Uhr wird dann das DFB-Pokalspiel gegen den Ligakonkurrenten Eintracht Braunschweig im Holstein-Stadion angepfiffen. Ein weiteres Fußball-Highlight bahnt sich an, das steht schon jetzt fest.

Stimmen nach dem Spiel

Christopher Lenz: „Es war ein unfassbares Spiel! Wenn du auswärts drei Tore schießt, dann musst du eigentlich mindestens einen Punkt mitnehmen. Aber das sind halt die Unterschiede zwischen Liga 3 und 2: Jeder Fehler wird sofort bestraft. Aber wir haben mutig gespielt und wenn wir daran anknüpfen, werden wir noch viele Punkte holen.“

Marvin Ducksch: „Ich kann nur den Hut vor der Leistung der Mannschaft ziehen. Wir waren von Anfang an voll da, schießen drei Tore, kassieren aber leider vier. Aber wir haben gezeigt, dass wir in der Liga für jeden Gegner unangenehm sein können.“

David Kinsombi: „Wir haben über weite Strecken ein geiles Spiel abgeliefert. Sehr schade, dass wir heute nicht einen Punkt mitnehmen konnten. Dennoch Kompliment an die Mannschaft.“ 

Rafael Czichos: „Es war ein wahnsinniges Spiel mit einem unfassbar hohen Tempo – vor allem in Hälfte eins. Wir sind so frech aufgetreten, wie wir es uns vorgenommen haben. Aber es wird einfach jeder Fehler brutal bestraft und so kassieren wir bei drei eigenen Toren vier und fahren ohne Punkt nach Hause. Das ist hart! Wir müssen dennoch das Gute von heute mitnehmen.“

Ralf Becker (KSV-Sportchef): „Wir können stolz auf die 90 Minuten sein und viel daraus mitnehmen. Letztendlich haben wir das Spiel aber verloren. Darüber sind wir enttäuscht. Wir haben gesehen, dass wir in dieser Liga immer hundertprozentig konzentriert sein müssen und so wenig wie möglich zulassen dürfen. Wenn wir die guten Dinge mitnehmen und einige Dinge abstellen können, dann werden wir unsere Punkte holen.“

Markus Anfang (Holstein-Trainer): „Wir haben alle ein sehr ereignisreiches Spiel gesehen. Es tut weh, am Ende ohne Punkt nach Hause fahren zu müssen. Gegen Sandhausen haben wir die ersten 30 Minuten in den Sand gesetzt, das haben wir heute viel besser gelöst. Es war ein richtig gutes Spiel, mit viel Leidenschaft und Dynamik. Für einen Neuling haben wir uns hier richtig gut verkauft.“

Jens Keller (Trainer von Union Berlin): „Wir haben im ersten Durchgang in der Defensive enorme Räume gelassen und viel falsch gemacht. In der zweiten Halbzeit standen wir hinten besser, haben dabei aber vergessen, Fußball zu spielen. Wir sind trotzdem glücklich darüber, dass wir trotzdem gewonnen haben.“

Spielinfo

1. FC Union Berlin: Busk – Trimmel, Leistner, Torrejon, Pedersen – Kroos (61. Fürstner) – Kreilach, Hedlund (81. Redondo) – Skrzybski, Polter, Hartel (75. Hosiner). Trainer: Keller
Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Lenz – Peitz – Schindler, Drexler, Mühling (82. Kinsombi), Lewerenz (72. Janzer) – Ducksch. Trainer: Anfang
Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück)
Tore: 0:1 Schindler (12.), 1:1 Kreilach (15.), 1:2 Schindler (16.), 2:2 Skrzybski (25.), 3:2 Hedlund (27.), 3:3 Drexler (32.), 4:3 Skrzybski (52.),
Zuschauer: 21.242

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