Befreiungsschlag beim Spitzenreiter

Chemnitzer FC - Holstein Kiel 0:2 (0:0)

Kieler Jubeltraube und das Überraschungs-Ergebnis auf der Anzeigetafel - Partylaune bei den Störchen.

KSV-Kapitän Michael Frech hatte es schon vor der 620 Kilometer weiten Reise nach Sachsen prognostiziert. Die Kieler Störche sorgten beim Spitzenreiter Chemnitzer FC für eine echte Überraschung. Durch die beiden Treffer von Fiete Sykora (67.) und Marc Heider (90.) beendete die Gutzeit-Elf ihre Serie von sieben sieglosen Partien eindrucksvoll. Vor allem aufgrund der bärenstarken zweiten Halbzeit, war der Sieg der Nordlichter bei den Himmelblauen am Ende durchaus verdient. Für den Tabellenführer, der in der kommenden Woche in der 2. DFB-Pokalrunde den Bundesligisten VfB Stuttgart an der Gellertstraße erwartet, war es die erste Heimniederlage seit dem 5. Dezember 2009.

Der erleichterte Holstein-Coach Thorsten Gutzeit meinte nach dem Schlusspfiff: „Wir haben zwei total verschiedene Halbzeiten gesehen. Chemnitz hat in der ersten halben Stunde ein hohes Tempo vorgelegt. Wir standen zeitweise wie das Kaninchen vor der Schlange und nach vorn ging nicht viel. Wir konnten uns ohne Gegentreffer in die Halbzeit retten. In der Kabine gab es dann eine passende Ansprache. Im zweiten Durchgang konnten wir den Tabellenführer von unserem Tor fernhalten. Und unsere Konter saßen. Trotz des Sieges muss ich sagen, dass Chemnitz heute mit das Beste abgeliefert hat, was ich je in der Regionalliga gesehen habe.“ Nach dem wichtigen Dreier gab Gutzeit einen Ausblick auf die kommenden Aufgaben: „Die Spiele gegen Havelse und Braunschweig wollen wir jetzt auch unbedingt gewinnen, um die Kehrtwende einzuleiten. Der Erfolg heute stärkt uns dabei natürlich den Rücken.“

Führungstorschütze Fiete Sykora freute sich über den tollen Erfolg und meinte zufrieden: „Wir haben uns auf die zweite Halbzeit eingeschworen. Und nach dem 1:0 kam der CFC sogar richtigunter Druck. Heute hatten wir das nötige Glück.“

Der restlos enttäuschte CFC-Trainer Gerd Schädlich meinte nach der ersten Saisonniederlage: „Wir haben uns heute selbst besiegt. Bis zum Rückstand hatten wir alles fest im Griff und auch genügend Chancen. Zwei Inkonsequenzen nach der Pause wurden hart bestraft. Ich denke, dass diese eklatanten Fehler letztlich das Spiel entschieden haben. Kiel galt als einer der Mitfavoriten vor der Saison und das hat man heute auch gesehen. Die Niederlage für uns ist bitter, irgendwann musste es uns ja erwischen.“

Der Holstein-Tross begab sich im Anschluss an die Partie direkt auf die sechsstündige Rückfahrt nach Kiel. Die rund 50 mitgereisten KSV-Fans feierten den Dreier begeistert.

Holstein: Frech – Jakubowski (82. Yazgan), Müller, Jürgensen, Poggenberg (64. Camps) – Sachs, Fischer, Schulz (89. Steil), Ziehmer – Sykora, Heider

Tore: 0:1 Sykora (67.), 0:2 Heider (90.)

Zuschauer: 3370

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