Last-Minute-Sieg im „Schweinespiel“

FC Oberneuland - Holstein Kiel 1:3 (1:0)

Kieler Jubeltraube nach dem Führungstreffer in Oberneuland.

Last-Minute-Sieg für Holstein Kiel. Beim Tabellenletzten FC Oberneuland gewannen die Störche vor der Minuskulisse von 200 Zuschauern mit 2:1. Benedetto Muzzicato hatte die Gastgeber in der ersten Halbzeit in Führung gebracht (19.). Nach dem Seitenwechsel sorgten Andy Hebler (73.) und ein Doppelpack von Marc Heider (86. und 90.+2) für den verdienten Kieler Sieg. Durch die 3 Punkte grüßte die KSV Holstein bis zum Sonntag von der Tabellenspitze. Konkurrent Hannover 96 II schob sich mit einem klaren 7:0-Erfolg gegen FC St. Pauli II aber wieder vor die Störche.

Nach dem überzeugenden 4:1-Sieg gegen den SV Meppen schickte Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit seine Mannschaft mit der gleichen Startelf in das Duell mit dem Tabellenletzten.

Die Taktik eines Tabellenletzten in einem Duell mit einem Meisterschaftsfavoriten ist klar: Tief stehen, mit Mann und Maus verteidigen und irgendwie selbst mit Glück vorne ein Tor erzielen. Genau das gelang dem FC Oberneuland in der ersten Halbzeit. Holstein fand kaum Lücken in der dicht gestaffelten Defensive der Gastgeber. Und auf der anderen Seite reagierte Benedetto Muzzicato in einer unübersichtlichen Situation vor dem KSV-Gehäuse am schnellsten und traf zum überraschenden 1:0 (19.). Die Anzahl an Chancen der Kieler war übersichtlich. Vor der Gästeführung hatte Marcel Schied Torhüter Ercan Ates geprüft (12.), der einschussbereite Casper Johansen wurde von Yusuf Adewunmi gehindert (16.). Und auch nach dem Treffer hinderten die Oberneuländer die Störche entscheidend am letzten Pass.

Trainer Thorsten Gutzeit schien seiner Mannschaft die richtigen Worte in die 2. Halbzeit mitgegeben zu haben. Die Kieler kamen deutlich bemühter aus der Kabine. Der Ausgleich lag in der Luft, als Schied eine Freistoßflanke volley an den linken Außenpfosten setzte (49.) und Marc Heider nach einer Ecke an Ates scheiterte (50.), der weiter im Mittelpunkt blieb. Einen Schuss von Johansen klärte der FCO-Keeper stark zur Ecke. Holstein blieb am Drücker und schnürte die Gastgeber in die eigene Hälfte. Andy Hebler jagte das Leder erst über die Latte (68.), fünf Minuten später machte es Kiels Offensivspieler dann besser: Einen von Ates abgewehrten Johansen-Schuss platzierte Hebler zum 1:1 in die linke Ecke (73.) – der Ausgleich war längst überfällig. Mit dem Unentschieden gaben sich die Störche aber nicht zufrieden. Holstein wollte den Dreier – und bekam ihn. FCO-Verteidiger Dominic Krogemann fälschte einen Heider-Schuss unglücklich zum 1:2 ins Netz (86.). Damit war aber noch nicht Schluss: Heider krönte seine starke zweite Hälfte noch mit seinem zweiten Treffer zum 1:3 (90.+2). Nach einem geklärten Eckball eilte „Heidi“ auf und davon, umkurvte noch Schlussmann Ates und schob den Ball ins leere Tor. Danach pffif Schiedsrichter Wijnen ab. 

Stimmen nach dem Spiel

Torjäger Marcel Schied sagte: „Es war das erwartete Schweinespiel. Aber, wenn du oben dran bleiben willst, musst du solche Spiele gewinnen. “

Andy Hebler meinte glücklich: „Wir haben uns in der Halbzeit gesagt, dass hier noch nichts verloren ist. Im Nachhinein hatte Oberneuland Glück, das sie nicht vier oder fünf Tore bekommen haben.“

Marc Heider sagte: „Ein geiler Sieg! Wir haben uns als Team nach dem Rückstand zurückgekämpft und immer an den Erfolg geglaubt. Platz 1 ist zwar nur eine Momentaufnahme,  aber trotzdem schön.“

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann resümierte: „Wir sind eigentlich ganz gut ins Spiel gekommen. Uns fehlte in der ersten Viertelstunde aber die Entschlossenheit. Das Gegentor war gut herausgespielt. Solche Spiele gegen tiefstehende Mannschaften muss man für sich entscheiden, wenn man oben landen will. Auch wenn Ergebnis am Ende knapp war, war es ein deutlicher Sieg. Der Erfolg ist eine gute Grundlage für die nächsten Wochen.“

Trainer Thorsten Gutzeit erklärte: „Ich bin sehr erleichtert. Es war schwer sich auf diesen Gegner einzustellen. So kam es zu einem echten Kampfspiel. Meine Mannschaft hat Charakter bewiesen Heute war unser Siegeswille sehr, sehr groß. Wir hätten aufgrund der zahlreichen Torchancen im ersten Durchgang schon früher das Spiel entscheiden können. Es war definitiv kein glücklicher Sieg. Fiete Sykora war nach seiner Einwechslung an beiden Toren beteiligt und hat sein Können gezeigt.“

Holstein Kiel: Jensen – Herrmann, Aust, Hartmann, Wetter – Krause, Kazior – Hebler (77. Siedschlag), Johansen (90. Müller), Heider – Schied (69. Sykora).

Tore: 1:0 Muzzicato (19.), 1:1 Hebler (73.), 1:2 Heider (86.), 1:3 Heider (90.+2)

Zuschauer: 2065

Schiedsricher: Wijnen (Hannover)

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